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Volleyball
Aufstiegscoach verlässt die Volleys

Solingen. Bernd Werscheck begleitet das Projekt Bundesliga nicht, Beachvolleyball hat Vorrang. Der Klub sucht einen Nachfolger. Von Georg Amend

Völlig überraschend kam die Nachricht nicht. "Wir haben mit Bernd gesprochen, und wir werden den gemeinsamen Weg nicht weitergehen", sagte Helmut Weissenbach, Manager des Volleyball-Bundesligisten Solingen Volleys, gestern Mittag zur Trennung von Coach Bernd Werscheck. Der Grund: "Sein Standbein ist ganz stark der Beach-Bereich. Er macht da einen hervorragenden Job, aber das nimmt relativ viel Zeit ein. Ich hätte mir die nötige Kompatibilität vorstellen können, es ist aber nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe", meinte Weissenbach. "Man muss auch registrieren, dass Bernd eine verdammt weite Anreise aus Ahrweiler hat. Das müsste man finanziell kompensieren, wenn die Beach-Komponente wegfiele." Und das ist für den Aufsteiger nicht darstellbar.

Das sieht der Trainer, der mit den Volleys die Zweitliga-Meisterschaft feierte, ebenso: "Die erste Bundesliga ist ein riesiger Aufwand, der dementsprechend honoriert werden muss. Das ist für einen Aufsteiger wie Solingen schwer realisierbar", sagte Werscheck, der seine Beachvolleyball-Firma nun vorantreiben möchte: "Mal sehen, wie weit es da noch nach oben geht."

Der 55-Jährige, der im Sommer 2014 zu den Volleys kam, bedauert die Trennung: "Natürlich ist das total doof, ich bin auch wehmütig. Viele Trainer würden sich freuen, wenn sie Bundesliga trainieren dürften, aber ich habe das ja schon ein paar Jahre gemacht." Unter anderem feierte er einst mit evivo Düren die Deutsche Vize-Meisterschaft und den Einzug in die Champions League. Der Vater von Volleys-Zuspieler Tom-Julius, genannt "TJ", betonte gestern: "Mit der Mannschaft hat es mir unheimlich Spaß gemacht, die Mannschaft ist für Solingen ein Glücksfall. Mein persönliches Fazit ist sehr positiv. Ich glaube, dass viele bleiben, und dass sie sportlich die Chance haben, die Liga zu halten."

Wie Werscheck sprach auch Weissenbach von einer "einvernehmlichen Trennung". Der Manager ergänzte: "Wir können uns weiter in die Augen schauen. Für Hallen-Volleyball ist sein Lebensweg zu unterschiedlich gerade, aktuell passt es nicht. Aber wir machen nicht die Tür zu. Bernd ist ein erfahrener Mann, der uns vielleicht noch einmal in einer anderen Funktion unterstützen kann."

Für den Manager geht es nun darum, einen Nachfolger für den Aufstiegstrainer zu finden. Zwar gäbe es schon "den ein oder anderen Namen", aber noch nichts Konkretes, denn: "Wir haben diese Personalie bewusst geschoben, weil Bernd das Erstverhandlungsrecht hatte. Jetzt haben wir Volleyball-Deutschland mitgeteilt, dass wir auf Trainersuche sind. Sicherlich wird jetzt das Telefon das ein oder andere Mal mehr klingeln." Für potenzielle Anrufer umreißt Weissenbach das Profil: "Wir setzen auf deutschen Nachwuchs und brauchen einen Trainer, der jugendlich und innovativ ist, passend zu der Aufbruchstimmung bei uns." Als Alter nennt der Manager "Ende 20 bis Mitte 40", vielleicht komme aber auch alles anders. Mit Huib den Boer und Oliver Gies habe man zwei noch relativ junge, aber erfahrene Führungsspieler, die mit dem Team gut eingespielt seien. Justin Wolff soll ebenfalls "im Konzept eine Rolle spielen".

Quelle: RP
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