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Bergischer HC
Anspannung löst sich spät

Bergischer HC: Anspannung löst sich spät
Fabian Gutbrod strahlte durchweg Gefahr aus dem linken Rückraum aus und war von der Abwehr des ASV Hamm nur schwer zu stoppen. Sechs Feldtreffer gingen auf sein Konto. FOTO: Strohdiek /Eibner-Pressefoto
Solingen. Handball-Zweitligist Bergischer HC erkämpft sich beim ASV Hamm trotzdem einen deutlichen 27:21 (11:10)-Erfolg. Von Timo Lemmer

Der Bergische HC bleibt unangefochten an der Spitze der 2. Handball-Bundesliga. Die Löwen gewannen gestern Abend in Hamm auch ihr sechstes Spiel nach dem Abstieg aus der Eliteklasse: Kurs Wiederaufstieg.

Zunächst war in Westfalen aber heftiger Gegenwind zu ertragen, warf der gastgebende ASV Hamm doch erwartungsgemäß alles in die Waagschale. Das hatte BHC-Trainer Sebastian Hinze so angekündigt - die phasenweise schwache Chancenverwertung seines Teams hatte er indes sicher nicht einkalkuliert. Nichtsdestotrotz stand am Ende ein 27:21 (11:10)-Erfolg, der ab etwa der 50. Minute an Deutlichkeit gewann. Matchwinner war trotz der immer effektiver werfenden Löwen aber der, der am ganz anderen Ende stand: Keeper Christopher Rudeck trieb die Gastgeber an den Rand der Verzweiflung - ob aus dem Spiel, im Tempogegenstoß oder vom Siebenmeterpunkt.

Dass der BHC daraus nicht besser Kapital schlug, lag an mehreren Faktoren. Zum einen bewegte sich auch Rudecks Gegenüber Felix Storbeck in vielen Szenen auf hohem Niveau. Dennoch hätten sich die Löwen freilich eine bessere Ausbeute gewünscht: Das fing gleich mit Spielbeginn an, als unter anderem Jan Artmann doppelt scheiterte - und das zog sich über die gesamte Spieldauer.

Den Schnellangriff konnten die Löwen viel seltener einstreuen, als ihnen lieb war. So ging es gegen eine giftige ASV-Defensive - meist um die Innenblock-Hünen Jan Brosch und Markus Fuchs - immer wieder in den aufreibenden Positionsangriff. Da tat sich der BHC lange schwer.

Durchweg Gefahr konnten lediglich Fabian Gutbrod aus dem Rückraum und Arnor Gunnarsson versprühen. Nachdem der BHC nach dem Seitenwechsel schon einmal auf 19:14 (43.) durch Gunnarsson davonziehen konnte, schlich sich erneut der Schlendrian ein. Erst nachdem Bastian Rutschmann einen Siebenmeter abwehrte und Gunnarsson zweimal im Tempogegenstoß traf, löste sich die Anspannung.

Umkämpft ging es schon vor dem Seitenwechsel zu - die letzten fünf Minuten waren Spiegelbild der lange engen Partie. Es war die Phase nach vielen Situationen, in denen es der BHC verpasste, aus seiner 7:4-Führung (16.) ein Ruhekissen herzustellen. Stattdessen schlichen sich Abschluss-Schwächen ein, die abgeschüttelt schienen.

Dass die ordentlich angetriebenen Hausherren nicht schon früher als in der 23. Minute ausglichen, war einzig und allein Rudeck zu verdanken. Sicherlich agierten seine Vorderleute ebenso leidenschaftlich wie die Gastgeber - doch am Ende war es der Keeper, der oft auch gegen den freien Mann retten musste. Im Rückzug zudem stark: Linus Arnesson, der zwei Tempogegenstoß-Pässe des ASV Hamm abfing.

Ausdruck der hohen Intensität, die vor der Pause in den letzten fünf Minuten gipfelte, waren die vier Zeitstrafen, die es plötzlich hagelte. Csaba Szücs auf BHC-Seiten sowie zweimal Julian Krieg und einmal Jan Brosch erwischte es. Zeichen der Leidenschaft, die Hamm dem BHC über 47 Minuten, als aus einem 21:18 doch noch ein klarer Erfolg wurde, entgegensetzen konnte. Sehenswert: Gutbrods direkter Freiwurf zum Pausenpfiff.

Quelle: RP
 
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