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Bergischer Hc
Artmann sieht die Riesenchance des BHC

Bergischer Hc: Artmann sieht die Riesenchance des BHC
Nils Artmann im Anflug: Der Rechtsaußen des BHC will mit einem Sieg morgen gegen Minden das Ticket für Hamburg lösen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Morgen (20.15 Uhr, Unihalle) kann der Bundesligist gegen Minden erstmals ins Finalturnier des DHB-Pokals einziehen. Von Georg Amend

Die emotionale Befreiung nach Max Weiß' Treffer in letzter Sekunde zum 31:30-Sieg in der Handball-Bundesliga gegen den TBV Lemgo ist auch zwei Tage danach noch spürbar beim Bergischen HC. "Alle waren extrem erleichtert nach dem Spiel", gibt Nils Artmann zu Protokoll. "Das waren zwei ganz wichtige Punkte, und dass wir die gerade jetzt besonders brauchen, ist kein Geheimnis. Es ist positiv und erleichternd. Die Stimmung in der Mannschaft war sehr gut." Der Rechtsaußen blickt aber direkt wieder nach vorne: "Es ist aber auch gut, dass es gleich weiter geht. Wir konnten den Moment genießen, ihn aber auch gleich abhaken und wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben."

Denn bereits morgen wartet auf den BHC die nächste Aufgabe, im Viertelfinale des nationalen Pokals bietet sich die große Chance, erstmals in der Vereinshistorie in das Finalturnier (Final Four) in Hamburg einzuziehen. Den Bergischen ist für die Partie (Anwurf: 20.15 Uhr) in der Wuppertaler Unihalle der vermeintlich leichteste Gegner zugelost worden, es kommt der einzige verbliebene Zweitligist, GWD Minden.

Dass das aber noch lange nicht das sichere Weiterkommen bedeutet, versteht sich von selbst. Der Bundesliga-Absteiger spielt eine starke Saison und steht mit HC Erlangen an der Spitze seines Klassements. "Es ist wichtig, dass wir uns ganz, ganz fokussiert darauf vorbereiten", mahnt BHC-Trainer Sebastian Hinze. "Minden hat sich im Vergleich zum letzten Jahr verstärkt. Sie haben einen sehr erfahrenen Kader mit Erstliga-Qualität, die sie auch abrufen. Sie bringen internationale Erfahrung mit und sind eine robuste Truppe. Die haben im Angriff klassische Mittel", fasst Hinze zusammen und nennt als herausragenden Akteur Mittelmann Dalibor Doder und als verstärkende Zugänge Charlie Sjöstrand auf Linksaußen, Joakim Larsson am Kreis oder Kim Sonne Hansen, der aus Kiel ins Tor der Mindener wechselte.

Zum Lemgo-Spiel meint der Trainer noch: "Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie 60 Minuten alles gibt, und das erwartet sie auch von sich selbst. Diesmal ist sie dafür belohnt worden. Aber Mittwoch wartet wieder eine andere Aufgabe. Wir müssen uns in kurzer Zeit von Lemgos 5:1-Abwehr wieder auf die Mindener Deckung umstellen. Wir wissen, was auf uns zukommt, und wenn wir das abrufen wie Samstag, haben wir ordentlich was dagegenzusetzen."

Beirat Jörg Föste verquickt ebenso das Lemgo-Spiel mit der anstehenden Pokalpartie: "Samstag waren alle euphorisiert und von unglaublicher Begeisterung getragen. In der Schlussphase war es binnen Sekunden ein Wellental der Emotionen, dass da auf alle eingeprasselt ist. Das erwarten wir auch Mittwoch, weil man keinem Sportler sagen muss, was für eine Chance er da bekommt. Es passiert uns als BHC ja nicht so häufig, dass man es zum Final Four schaffen kann. Das ist eines der großen Highlights im deutschen Sportkalender. Da kann man etwas erreichen mit einem einzigen Spiel, das im Rückblick auf jede Karriere ein Höhepunkt sein wird." Artmann ergänzt: "Es ist eine Riesenchance, aber auch eine Riesen-Herausforderung. Das Final Four ist für jeden Spieler eine Riesen-Sache, aber vor diesem Erlebnis steht dieses Spiel. Das, was dahinter kommt, müssen wir uns erst erarbeiten."

Er selber hat derzeit die ganz persönliche Chance, sich zu zeigen, da Arnor Gunnarsson mit einer Schulterverletzung länger für die Rechtsaußen-Position ausfällt. Doch Artmann sieht das ganz nüchtern: "Meine Aufgabe in diesem Verein ist es, Arnor zu entlasten oder zu vertreten. Das wird von mir erwartet. Ich hoffe wie jeder andere auch, dass Arnor so schnell wie möglich wieder zurückkommt. Er ist eine der wesentlichen Säulen in der Mannschaft." Die der 24-Jährige bislang gut vertreten hat. "Klar ist die Anspannung vor einem Spiel noch einmal größer, wenn man weiß, dass man startet", gibt Artmann zu. "Aber ich versuche, trotzdem mein Spiel nicht großartig zu verändern."

Der Rechtsaußen war bislang noch nicht einmal als Gast beim Finalturnier, ebensowenig sein Trainer, der mit einem Grinsen anfügt: "Ich kann also gar nicht einschätzen, wie toll das ist." Er weiß aber natürlich schon, dass das Ticket nach Hamburg durchaus lohnenswert ist, und dass die Teilnahme am Final Four neben dem Renommee, das Spieler und Verein erhalten würden, zusätzliches Geld in die Kasse spülen würde, dessen Summe sich "im sechsstelligen Bereich bewegen dürfte", wie Föste erklärt.

Quelle: RP
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