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Bergischer HC
Nervöser Spitzenreiter mit hoher Fehlerquote

Bergischer HC: Nervöser Spitzenreiter mit hoher Fehlerquote
Der BHC drehte einen Rückstand noch in einen Sieg. FOTO: Kempner, Martin
Solingen. Nach einem 23:25-Rückstand rettet sich Handball-Zweitligist Bergischer HC gegen den EHV Aue mit einer Trefferserie zum neunten Sieg. Von Martin Auer

Von der Tabelle her schien der Bergische HC eine eher einfache Aufgabe zu haben. Gegen den EHV Aue stand der Zweitliga-Spitzenreiter indes so dicht vor Niederlage wie bislang noch nie in dieser Saison. Bis zur 53. Minute lagen Kristian Nippes & Co. mit zwei Toren hinten, fanden kein Rezept gegen ebenso starke wie disziplinierte Gäste aus Sachsen. Dann gelang doch noch die Wende zum Vier-Tore-Sieg mit 31:27, der 1603 zwischenzeitlich recht ruhige Zuschauer in der Unihalle feiern ließ.

Der geballte Ehrgeiz des BHC-Teams war in den ersten Spielminuten geradezu greifbar. Mit enormem Tempo sollte den Gästen aus der unteren Tabellenhälfte gleich der Schneid abgekauft werden. Vier Minuten lang schien diese Taktik auch aufzugehen. Zwei konzentrierte Abschlüsse aus dem Rückraum, ein verwandelter Siebenmeter von Arnor Gunnarsson und ein Gegenstoß-Treffer von Max Darj - schon war die 4:1-Führung für die Löwen perfekt.

Aber im Gegensatz zum letzten Heimgegner HG Saarlouis zeigte sich das Team Solingens Partnerstadt völlig unbeeindruckt - vor allem in Person von Rückraum-Ass Marc Pechstein und Kreisläufer Philipp Jungemann. Die beiden avancierten schnell zu den auffälligsten Spielern in der Unihalle und brachten Aue quasi im Alleingang wieder heran. Bereits nach zwölf Minuten stand es wieder 7:7. Pechstein und Jungemann erzielten acht der ersten zehn Treffer ihres Teams und küssten damit auch ihre Mitspieler wach, die in Abwehr und Angriff merklich zulegten.

Die zunächst plan- und druckvoll gestartete BHC-Offensive geriet ins Stocken, wirkte gegen die 6:0-Abwehr von Aue zunehmend ideenlos. Abzulesen war das an chancenlosen Notwürfen aus dem Rückraum etwa von Linus Arnesson oder Maciej Majdzinski. Und in der Deckung bekamen die Löwen die Achse Pechstein/Jungemann einfach nicht in den Griff.

Als ein durch Überzahl erzielter nochmaliger 14:11-Vorsprung wieder auf 14:13 schmolz, griff BHC-Coach Sebastian Hinze nach 21 Minuten zur Auszeit-Karte. Tomas Babak kam etwas später als Spielmacher für Arnesson - besser wurde es bis zur Pause aber nicht mehr. Aue ging sogar zweimal in Führung, der BHC musste froh sein, dass Arnor Gunnarsson zum Wechsel wenigstens noch das 16:16 gelang.

Eine stabilere Abwehr war sicher das Ziel in der Halbzeitbesprechung der Löwen. Christopher Rudeck, nun im BHC-Tor für Bastian Rutschmann, trug auch seinen Teil dazu bei. Aber hinten blieben die Lücken und vorne offenbarten ob des Widerstands nervöse Spitzenreiter eine völlig ungewohnte Fehlerquote. Nach 36 Minuten stand es 19:20 gegen den BHC, nach 43 Minuten 20:21. Aues Keeper Robert Wetzel bejubelte eine Serie von Paraden.

Auch der vorher mit einfachen Toren helfende Fabian Gutbrod traf nun nicht mehr, immerhin hielten die Routiniers Kristian Nippes und Arnor Gunnarsson die Löwen mit ihren Treffern einigermaßen im Spiel. Dennoch lag der BHC knapp acht Minuten vor Spielende erstmals sogar mit zwei Toren hinten. Das 23:25 zwang Sebastian Hinze zur nächsten Auszeit.

Diesmal allerdings zu einer durchschlagend erfolgreichen. Fabian Gutbrod traf aus dem Rückraum zum 24:25, dann ließen die plötzlich hellwachen Löwen vier Gegenstoß-Tore in weniger als zwei Minuten folgen. Zweimal Gunnarsson und zweimal Kotrc kippten das Spiel fast wie aus heiterem Himmel zum 28:25. Von diesen Schlägen erholte sich Aue nicht mehr. Mit dem 31:27 waren kurz darauf der neunte Saisonsieg und der nunmehr alleinige Zweitliga-Startrekord von 18:0 Punkten perfekt.

Quelle: RP
 
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