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Bergischer Hc
Berliner Füchse vernaschen den BHC

Solingen. Bei der 28:34-Auswärtsniederlage war das Kellerkind der Handball-Bundesliga vor allem in der ersten Halbzeit chancenlos. Von Thomas Rademacher

Die Auswärtsbilanz des Bergischen HC in der Handball-Bundesliga ist desaströs. Gestern jährte sich der letzte Punkt in fremder Halle - und die Chance, die Serie zu stoppen ließ die Mannschaft ungenutzt. "Die Bilanz ist so schlecht, dass man sich nur schwarz ärgern kann", sagte Jörg Föste im Anschluss an die 28:34 (12:19)-Pleite bei den Füchsen Berlin. Den Grund für die Niederlage hatte der BHC-Beirat auch schnell gefunden: "In der ersten Halbzeit waren es so viele technische Fehler, und die Gegentore fielen in der Summe viel zu leicht. Wir waren nicht konkurrenzfähig, das muss man so klar sagen."

Föste spielte damit auf einige zumindest unglückliche Abwehraktionen des BHC an. Torhüter Christopher Rudeck hielt ordentlich, doch die Gäste wirkten bei den Abprallern nicht auf der Höhe. Der Höhepunkt war erreicht, als Alex Hermann einen erbeuteten Ball direkt zurück in die Hände von Mattias Zachrisson passte. Der wusste gar nicht wie ihm geschah und musste aus sechs Metern nur noch versenken. "Da waren sechs oder sieben Abpraller, die wir nicht zum Gegenstoß genutzt haben", meinte Torhüter Björgvin Gustavsson. "Stattdessen machte jeweils Berlin das Tor. Hätten wir das besser gemacht, wäre das Spiel ganz anders gelaufen, denn die Deckung stand gut."

Auch Trainer Sebastian Hinze thematisierte die Abpraller-Problematik, bemängelte dazu aber viele Fehlwürfe und technische Fehler. Nach 30 Minuten konnten sich die Berliner schon fast des Sieges sicher sein. Die Füchse führten mit 19:12, weil sie selbst überaus konsequent agierten.

Dass die Bergischen in der zweiten Hälfte nicht komplett untergingen, lag an verschiedenen Faktoren. "Wir haben in der Deckung mehr Ballgewinne generiert und Björgvin kam dann auch gut ins Spiel. Als wir auf vier Tore ran waren, hatte ich wieder etwas Hoffnung, dass wir doch noch punkten können", meinte Hinze.

Klar lag der Trainer damit nicht falsch, doch die Füchse ließen gleichzeitig auch merklich nach. Sie spielten die Partie nicht so konsequent zu Ende, wie sich das zum Beispiel Manager Bob Hanning gewünscht hätte. "Genau das ist derzeit unser Problem. Das war mir etwas zu viel Schonkost und ein bisschen zu wenig Ausstrahlung", gab der Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes zu Protokoll. Alex Hermann und Viktor Szilágyi machten in der Offensive noch eine starke Partie mit sieben beziehungsweise sechs Treffern, doch auf mehr als vier Tore kam die Mannschaft eben nicht mehr heran, so dass es nicht mehr kribbelig wurde in der Max-Schmeling-Halle.

Immerhin: "Gut war, dass wir eine sehr gute Torhüterleistung von beiden Schlussleuten gesehen haben", fand Föste. Und er lobte auch, dass in der zweiten Hälfte mehr Anspannung und Wille bei der Mannschaft zu sehen gewesen wäre. Ein bemerkenswerter Ausspruch. Denn dies bedeutet gleichzeitig, dass Anspannung und Wille in den ersten 30 Minuten eher weniger vorhanden waren. Keine Frage, die Stimmung wird nicht besser beim Bergischen HC. Ein Jahr ohne Punkt in fremder Halle hinterlässt seine Spuren. Dazu wird die Luft im Abstiegskampf von Woche zu Woche dünner. So klangen Föstes Eingangsworte fast wie eine Durchhalteparole. "Optimistisch und positiv sind wir immer", sagte das Beiratsmitglied auf die Frage nach der Situation im Abstiegskampf angesichts des schweren Rest-Spielplans.

Quelle: RP
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