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Bergischer Hc
BHC bringt Leipzig zurück ins Spiel

Solingen. Die Gäste haben den Aufsteiger in die Handball-Bundesliga am Rande einer Niederlage und verlieren selber noch 28:31. Von Georg Amend

Es läuft die 50. Minute, als sich alles zugunsten des Bergischen HC zu wenden scheint. In der Partie der Handball-Bundesliga sind die Gäste beim SC DHfK Leipzig mit 25:23 in Führung gegangen, und die Hausherren kassieren eine Zeitstrafe. Benjamin Meschke, bis vor dieser Saison noch im Trikot des BHC am Ball, wird hinausgestellt, die Bergischen haben den Ball und können auf 26:23 davonziehen. Doch den Pass von Alexander Hermann an den Kreis kann Maximilian Weiß nicht kontrollieren, und den Gegenstoß verwandelt Lukas Binder zum Anschlusstreffer. Alles nicht so wild, noch immer führt der Tabellenvorletzte ja. Doch als Hermann dann im nächsten Angriff ein Schrittfehler unterläuft, und die Gastgeber in Person von Aivis Jurdzs zum 25:25 ausgleichen, dreht sich die Partie - und eben nicht zugunsten des BHC. Satte neun Minuten wird es dauern, bis Fabian Gutbrod mal wieder ein Treffer für die Gäste gelingt - es ist der zum 26:29, als die Schlussminute läuft. Am Ende sinken die Bergischen enttäuscht zu Boden, die Leipziger feiern dagegen ihren 31:28 (14:13)-Sieg.

Unabhängig von einigen seltsamen Entscheidungen der Unparteiischen Martin Thöne und Marijo Zupanovic aus Berlin (siehe weiteren Bericht "Seltsame Entscheidungen und eine schlechte Überzahl") war es eine Niederlage, die sich der BHC selbst zuschreiben muss. Das sahen dessen Akteure nach dem Schlusspfiff unisono ebenso: "Wir spielen eine sehr gute erste Halbzeit, aber verteilen zu viele Geschenke", ärgerte sich etwa Weiß. "Wir hätten mit 13:10 in die Pause gehen können, stattdessen wird es minus eins." Zu den Schiedsrichtern, die in engen Situationen eher Entscheidungen zugunsten der Hausherren trafen, meinte der Kreisläufer realistisch: "Du spielst halt auswärts. Die Schiris haben keinen schlechten Job gemacht. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen."

Alexander Oelze war tief enttäuscht und meinte: "Es war doof von uns, dass wir zwei Bälle wegschmeißen. Dazu gab es aber auch merkwürdige Entscheidungen - das Strafenverhältnis fand ich nicht angemessen. Nur, weil die die Beine nach vorne und den Kopf nach hinten werfen, fliegen wir runter." Der BHC-Spielmacher wusste aber auch: "Letzten Endes sind wir selber Schuld. Wir haben zwei Mal die Chance, das Tor zu machen, werfen zwei Mal die Bälle weg und machen ein Mal Schritte. So lassen wir Leipzig ins Spiel kommen und so verlierst du dieses Spiel eben noch."

Auch der verletzte Kapitän Viktor Szilágyi (Teilabriss der Achillessehne) meinte: "Am Ende war es die besagte Überzahl, wo wir leichte Fehler machen und die Leipzig 2:0 gewinnt. Das war der Knackpunkt. Sie kriegen die zweite Luft und wir tun uns dann schwer."

Trainer Sebastian Hinze hätte über einige Entscheidungen gegen sein Team klagen können, machte das aber nicht, sondern legte den Fokus auf die Leistung des BHC: "Wir haben leider nicht zu einhundert Prozent umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, sonst hätte es heute wohl gereicht. In Überzahl machen wir zwei technische Fehler. Das ist ärgerlich. Ich bin sehr, sehr enttäuscht über die Niederlage."

Sein Gegenüber, Christian Prokop, meinte: "Klar, dass bei so einem wichtigen Spiel Nervosität dabei war. Auch wenn es von der Tabelle her nicht so aussieht, war es ein sehr wichtiges Spiel für uns. Mit einer Niederlage, die durchaus drin gewesen wäre, hätten wir einen anderen Sieg negativ kompensiert." Der Leipziger hatte die Schlussphase naturgemäß anders erlebt: "Da wurden wir auf die Probe gestellt, ob wir mental da sind und weiter kämpfen. Das hat mir heute imponiert, diese Aufholjagd in Unterzahl und das Zusammenspiel mit dem Leipziger Publikum. Ich bin glücklich über zwei wichtige Punkte."

Prokop nutzte den Moment, um neben dem siebenfachen Torschützen Philipp Weber auch den Ex-BHC-Akteur zu loben: "Ich bin vor allem mit dem Wechsel zu Benjamin Meschke zufrieden, der uns nach dem Seitenwechsel mit seiner Körperlichkeit zurückgebracht hat." Der Gelobte war gestern Nachmittag mehr als nur zufrieden: "Es war für mich ein besonderes Spiel, und ich habe versucht, alles reinzuwerfen. Ich hatte zwei tolle Jahre beim BHC, und die werde ich nicht vergessen und möchte sie nicht missen. Aber heute ging es 60 Minuten lang um Leipzig, und wir haben gewonnen, und ich habe meinen Teil dazu beigetragen, und es fühlt sich unglaublich gut an", freute sich Meschke, der ergänzte: "Wir haben jetzt zehn Punkte Vorsprung auf den BHC. Das ist eine Menge Holz." Auch, weil seine Zeitstrafe in der 50. Minute die Partie nicht mehr zugunsten des BHC kippen ließ, sondern Leipzig die zweite Luft gab.

Quelle: RP
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