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BHC hält mit, scheitert aber an Wolff

Lokalsport: BHC hält mit, scheitert aber an Wolff
Hier war der Ball mal drin, aber mit 17 Paraden verhinderte Kiels Torwart Andreas Wolff am Ende eine mögliche Sensation des BHC. FOTO: Imago
Solingen. Der Nationaltorwart ist der Garant für den 24:20-Sieg des THW Kiel gegen keineswegs enttäuschende Gäste. Von Georg Amend

Vor der Partie der Handball-Bundesliga zwischen dem THW Kiel und dem Schlusslicht Bergischer HC gab es beim Deutschen Rekordmeister bereits großen Applaus für einen Torhüter: Niklas Landin verkündete per Videobotschaft, dass er seinen Vertrag in Kiel bis 2021 verlängert hat. Der Jubel war riesig, in der Partie spielte sich aber der zweite Weltklasse-Keeper des THW in den Vordergrund: Nationaltorwart Andreas Wolff zeigte etliche große Paraden und war so am Ende der Garant für den hart erarbeiteten 24:20 (13:11)-Sieg des haushohen Favoriten.

Die Gäste hatten im hohen Norden zwar die elfte Niederlage in Folge kassiert, waren aber noch nie so nah an Zählbarem in Kiel gewesen wie an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag. Bis eine Viertelstunde vor Schluss war die Partie beim Stand von 16:18 aus Sicht des BHC noch offen, obwohl Kiel naturgemäß optisch klar überlegen war. Der THW ließ es allerdings zeitweise etwas arg gemächlich angehen, was auch das anspruchsvolle Publikum in der Pause bemängelte. Hätte nicht Wolff einen eben überragenden Tag erwischt - allein in Halbzeit eins waren es zehn Paraden, am Ende 17 -, wäre vielleicht eine Sensation drin gewesen.

Der Kieler Matchwinner meinte nach der Partie trocken: "Heute hatte ich auch eine sehr gute Abwehr vor mir. Das ist ein Spiel, das man gewinnen muss. Bei uns war noch ein bisschen Verärgerung über die Heimniederlage zuletzt im Bauch, entsprechend engagiert sind wir auch aufgetreten, vor allem in der Abwehr. Auch wenn es das Ergebnis nicht so aussagt, war es ein gutes Spiel von uns." Sein Trainer, Alfred Gislason, hob die Leistung des Nationaltorwarts etwas deutlicher hervor: "Entscheidend war die gute Abwehrleistung mit einem sehr guten Wolff dahinter. Das hat uns die Punkte gebracht." Bei den 17 Paraden waren einige gegen ganz freie Würfe des BHC gewesen, unter anderem Rechtsaußen Arnor Gunnarsson scheiterte zwei Mal völlig blank. Trainer Sebastian Hinze stellte sich aber schützend vor seine Spieler: "Dass man gegen Wolff mal freie Bälle liegenlässt, ist normal. Das passiert glaube ich jeder Mannschaft." Und THW-Kreisläufer Patrick Wiencek wusste: "Wir haben das beste Torhütergespann der Bundesliga. Der Gegner achtet schon darauf, wer da im Kasten steht. Und wenn da so ein Zwei-Meter-Koloss wie Andy drin ist, wird es schwieriger, den Ball an ihm vorbei ins Tor zu werfen."

Wolff - und offensiv Kiels Kapitän Domagoj Duvnjak, der sieben Mal traf - verhinderten also, dass dem BHC eine Sensation gelang, die durchaus möglich war. Denn der Rekordmeister spielte längst nicht so übermächtig wie gewohnt. "Wir haben elf technische Fehler, was zu viel ist. Die führten zu einfachen Gegentoren", ärgerte sich Gislason. Auf der anderen Seite schlug der BHC sich zwar achtbar, aber dann auch nicht genug Kapital aus diesen Fehlern. Zwar nutzte er seine Gegenstöße größtenteils konsequent, zum Ausgleich reichte es nach dem 2:2 aus der fünften Spielminute aber nie mehr. Am Ende brach sich eben die Qualität der Hausherren immer wieder Bahn.

Dennoch durfte Hinze "insgesamt zufrieden" sein. "Wir haben das sehr diszipliniert gemacht. Auch in Phasen in der ersten Halbzeit, wo Kiel davonzuziehen drohte, haben wir uns über Abwehr-Disziplin wieder zurückgekämpft." So etwa nach dem 6:11-Zwischenstand (22.) mit vier Toren in Folge zum 10:11 (26.). Doch dann kam entweder Wolff oder - in Hälfte zwei - ein wenig überzeugender Angriff. Hinze: "Da haben wir es verpasst, mit ein bisschen mehr Geduld und einer besseren Schussauswahl dranzubleiben. Es fehlten ein paar Prozent, um die Partie bis zum Ende eng zu halten."

Die Schlussworte des BHC in diesem Jahr gehörten Viktor Szilágyi: "Ich bin sehr, sehr froh, dass dieses Halbjahr jetzt zu Ende ist", sagte der reaktivierte Sportliche Leiter. "Wir haben im Dezember viele gute Spiele gemacht, haben uns aber nicht belohnt. Uns ist klar, dass es ergebnisorientiert ist, das ist unser Beruf. Unsere Aufgabe ist jetzt, dieses Halbjahr gnadenlos zu analysieren an Stellschrauben zu drehen und eine vernünftige Vorbereitung zu absolvieren, damit wir im zweiten Halbjahr wieder punkten." Der Abstand zum rettenden Ufer ist bereits bedenklich groß.

Quelle: RP
 
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