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Bergischer Hc
BHC macht es Flensburg zu leicht

Solingen. Die 41:27-Niederlage ist am Ende nebensächlich, Tabellenplatz zwölf ist die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Von Guido Radtke

Viktor Szilágyi plaudert nach Spielende in den Katakomben der Flens-Arena mit vielen alten Bekannten. Wie jedes Mal nach einem Auswärtsspiel mit dem Bergischen HC an alter Wirkungsstätte. Die 27:41-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt und das Spiel selbst sind diesmal aber kein Thema. Oft wird er darauf angesprochen, ob er wehmütig sei, dass mit dieser Partie nun seine Karriere als Handballprofi zu Ende gehen würde. Der Österreicher schüttelt mit dem Kopf und lässt nichts davon erkennen, dass ihm diese Situation auch nur ansatzweise zu schaffen macht oder ihn irgendwie beschäftigt.

"Es ist eigentlich nur wie jedes Mal am Ende einer Saison, die mental sehr anstrengend gewesen ist - man freut sich auf den Sommer", sagt Szilágyi. Dass in Zukunft etwas anders sein werde, werde er vermutlich erst merken, wenn die Vorbereitung auf die neue Spielzeit beginnt. Während sich die meisten seiner Teamkollegen mit der gestrigen Rückkehr aus dem hohen Norden direkt in den Urlaub verabschiedet haben, warten auf den Österreicher jetzt noch zwei Länderspiele mit der Nationalmannschaft.

Eine Magnumflasche des weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Getränks aus der Plopp-Flasche gab es vor dem Anpfiff von seinem ehemaligen Verein als Geschenk zum Karriereende. Langanhaltende Sprechchöre mit seinem Namen von den Flensburger Fans aus der berüchtigten Stehtribüne obendrauf. Mehr an Präsenten gab es für Viktor Szilágyi und den Tabellenzwölften allerdings nicht. Die SG Flensburg-Handewitt drückte 60 Minuten lang aufs Tempo und ließ auch dann nicht nach, als die Begegnung bei einem Sieben-Tore-Vorsprung Mitte der zweiten Halbzeit (44. / 30:23) schon längst entschieden war.

"Für unseren Anspruch ist die Niederlage um ein paar Tore zu hoch ausgefallen", bilanzierte BHC-Trainer Sebastian Hinze nach der 27:41 (16:21)-Niederlage beim Deutschen Vize-Meister. Die erste Dreiviertelstunde sei zwar schon nicht optimal verlaufen, "aber in dieser personellen Besetzung war es ein ordentliches Ergebnis". Weil beispielsweise Fabian Gutbrod angeschlagen war, praktizierte der BHC-Coach eine doppelten Abwehr-Angriff-Wechsel, was die Flensburger immer wieder konsequent über die Schnelle Mitte ausnutzten. "In der Endphase kam dann alles zusammen", sagte Hinze. Die Kräfte ließen nach, die Zahl der Fehler wurde höher, die der Flensburger Tempogegenstöße damit genauso. Getragen von der Stimmung in der ausverkauften Halle schalteten die Norddeutschen zudem noch einen weiteren Gang hoch und schraubten das Ergebnis immer weiter nach oben. "Es muss der nächste Schritt sein, das in Zukunft mit Gegenwehr zu verhindern, um erhobenen Hauptes die Halle verlassen zu können", sagte Hinze.

Bei den Bergischen trauerte man vor allem einem besseren Start in die Begegnung hinterher, der vielleicht nicht die ständige Aufholjagd bedeutet hätte. "Am Anfang hatten wir vier gute Chancen, tun sie aber nicht rein und bekommen stattdessen die Tempogegenstöße", sagte Jan Artmann. Zudem bemängelte der Linksaußen, dass zu viele Bälle weggeworfen wurden. "Dann wird es schwer - ganz besonders hier in Flensburg."

Im Gegensatz zu den bisherigen hohen Niederlagen, die der BHC jedes Mal an der Förde kassiert hat, wird das 27:41 kein Kopfzerbrechen bereiten. Mit Tabellenplatz zwölf ist die beste Erstliga-Platzierung der Vereinsgeschichte erreicht, und mit dem Start der Vorbereitung am 13. Juli geht alles wieder bei Null los. Nur ohne Viktor Szilágyi.

Quelle: RP
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