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BHC muss Frust gegen Lübbecke abbauen

Lokalsport: BHC muss Frust gegen Lübbecke abbauen
Duell der Spielmacher: Alexander Oelze packt sich seinen Kollegen von den Rhein-Neckar Löwen, Andy Schmid. FOTO: Imago
Solingen. Die unnötige 21:24-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen muss morgen (19 Uhr, Klingenhalle) kompensiert werden. Von Georg Amend und Thomas Rademacher

Das Gute an Englischen Wochen ist: Man kann sich nicht lange mit Niederlagen aufhalten. Schon morgen (19 Uhr, Klingenhalle) kann Handball-Bundesligist Bergischer HC im Heimspiel gegen den punktlosen Tabellenletzten TuS Nettelstedt-Lübbecke seinen ganzen Frust über die unnötige 21:24 (11:10)-Niederlage am Mittwochabend gegen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen abbauen. Und von diesem Frust gab es nach der Partie in der Wuppertaler Unihalle ziemlich viel.

Auf der einen Seite war da die versteckte, aber nicht minder unverhohlene Kritik an den Schiedsrichtern Martin Thöne und Marijo Zupanovic aus Berlin. "Es gibt Sachen, die kann man nicht beeinflussen", sagte BHC-Trainer Sebastian Hinze, ohne das konkret auf die Unparteiischen gemünzt zu haben. Und sein Mittelmann Alexander Oelze sagte ins Hallenmikrofon: "Ich kann nicht sagen, was ich gerne sagen würde. Darum: Ja, es lag an der individuellen Qualität der Rhein-Neckar Löwen, dass wir verloren haben." Was die Gemüter aller, die es mit dem BHC halten, an diesem Abend erhitzt hatte, war, dass das Schiedsrichterduo in der entscheidenden Phase, als das Spiel leicht zugunsten der Gäste kippte, diesen Wandel noch ein wenig verstärkte, indem es strittige Situationen gegen die Hausherren entschied. Das war dann irgendwie auch dem Bonus des Tabellenführers geschuldet.

Unter anderem hatten die Unparteiischen in dieser entscheidenden Phase zwei Stürmerfouls gegen den BHC gepfiffen. Das sind im Handball immer wieder diskussionswürdige Entscheidungen. Dass aber die jeweiligen Übeltäter, Oelze und Fabian Gutbrod, sich im Anschluss Zeitstrafen wegen Meckerns einfingen, mussten sie nicht den Schiedsrichtern, sondern nur sich selbst anlasten. Und genau das tat Oelze auch mit wohltuender Selbstkritik: "Ich kann die Entscheidung nicht verstehen. Trotzdem darf ich da dann nicht so emotional reagieren - das war doof von mir." Dass sein Team so erneut in Unterzahl geriet schmerzte den gebürtigen Magdeburger mehr als die Strafe, die er wegen Meckerns in die Mannschaftskasse zahlen muss. "Ich hoffe nur, es war das erste Mal in dieser Saison, weil sich die Strafe jedes Mal verdoppelt", meinte Oelze.

Mit Ausnahme dieser Szene hatte der 31-Jährige eine starke Partie abgeliefert, die auch den gegnerischen Trainer Nikolaj Jacobsen beeindruckt hatte: "Der Bergische HC liegt uns nicht gut. Sie spielen clever und lange vorne, mit vielen Pässen, und sie haben mit Oelze einen cleveren Mittelmann." Allerdings hatten auch die Gäste einen solchen, Andy Schmid machte am Ende nicht nur wegen seiner acht Tore den Unterschied: "Er hat uns vorne zum Sieg geführt", urteilte Jacobsen. BHC-Beirat Jörg Föste fand: "Unsere Mannschaft hat eine tolle kämpferische Leistung gezeigt und auch den überragenden Spieler Andy Schmid an seine Leistungsgrenze gebracht."

Von den lobenden Worten kann sich der BHC indes genauso wenig kaufen wie von dem Fakt, dass er das Topteam 57 Minuten am Rande einer Niederlage hatte. Den Frust darüber gilt es am besten bereits morgen gegen Lübbecke abzubauen. Diese Aufgabe müssen die Bergischen indes wohl ohne Abwehrchef Ace Jonovski - der eine tolle Leistung gezeigt hatte - angehen: Der Mazedonier war gestürzt und musste mit einer Knie-Prellung ausscheiden. Zudem hatte Linksaußen Christian Hoße nach dem Aufwärmen signalisiert, dass er wegen Problemen in der Leiste nicht spielen könne. Ob er morgen wieder dabei sein kann, ist deshalb fraglich.

Den Einsatz von Viktor Szilágyi möchte Sebastian Hinze aber nicht vollständig ausschließen. "Da warte ich noch die beiden Trainingstage ab und entscheide dann", erläutert der Coach. "Wenn ich denke, dass er bereit ist, wieder Handball zu spielen, wird er dabei sein." Seine Fußverletzung hat der Österreicher inzwischen überwunden und befindet sich seither wieder im Mannschaftstraining. Ob mit oder ohne den Kapitän, der TuS N-Lübbecke sollte nach der guten Leistung gegen die Rhein-Neckar Löwen schlagbar sein. "Ich sehe große Chancen, wenn wir so spielen wie am Mittwoch", meint Hinze.

Ein Selbstläufer wird die Partie freilich nicht. Der TuS steht zwar ohne Punkte am Tabellenende, hatte an den ersten Spieltagen aber etwas Pech. In Eisenach und gegen Magdeburg verlor die Truppe jeweils nur mit einem Tor. "Ich denke nicht, dass sie eines der schwächsten Teams der Liga sind", mahnt Hinze. "Sie haben sechs neue Spieler und sind deshalb vielleicht noch nicht so eingespielt. Klar dürfte die Verunsicherung bei 0:10-Punkten da sein." Ein Umstand, der den Löwen zu Gute kommen könnte.

"Wir haben am Mittwoch gesehen, dass wir unsere Situation richtig einschätzen können. Wir haben zwar fünf von sechs Spielen verloren, was ein bisschen auf den Kopf drückt, aber diesen Trend wollen wir umdrehen." Hinze betont, wie gut die Mannschaft daran arbeite.

Quelle: RP
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