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Bergischer HC
BHC muss sich Balingen beugen

Bergischer HC: BHC muss sich Balingen beugen
Doch, der Arm in der Mitte gehört zu Martin Strobel - Fabian Gutbrod kann sich hier gegen den Balinger nicht entscheidend durchsetzen. FOTO: Michael Heuberger
Solingen. Zwölf Sekunden vor dem Ende trifft Vasilakis zum 25:24 (13:13)-Sieg der Hausherren. Gutbrod ist die tragische Figur. Von Georg Amend

Die letzte Minute des Spiels in der Handball-Bundesliga zwischen HBW Balingen-Weilstetten und dem Bergischen HC ist bezeichnend für das Fazit, das Sebastian Hinze später ziehen wird: "Am Ende entscheiden ein paar Fehler so knappe Spiele, und davon haben wir ein paar mehr gemacht", wird der BHC-Trainer im Anschluss an die 24:25 (13:13)-Niederlage in der schwäbischen Alb sagen.

Dazu die letzte Minute der Spiels: Balingen ist im Angriff und versucht einmal mehr, die Zeit so weit wie möglich herunterlaufen zu lassen. Die Schiedsrichter Fabian Baumgart und Sascha Wild, die in einer hitzigen Partie eine größtenteils gute Leistung abgeliefert haben, heben die Hand und zeigen so Zeitspiel an, die Gastgeber müssen nun eine Aktion starten.

Es übernimmt Mittelmann Martin Strobel, der ins Eins-gegen-Eins geht, und da gibt es den einen kleinen Fehler: Fabian Gutbrod, der an alter Wirkungsstätte ein gutes Spiel gemacht hat, steht einen Tick falsch und kann Strobel nur noch mit einem Griff ins Trikot zu Boden bringen. Die Zeitstrafe dafür ist berechtigt, aber ganz bitter: Denn so ist der BHC nicht nur die letzten 30 Sekunden in Unterzahl, sondern das Zeitspiel wird auch noch aufgehoben, Balingen kann nun den Angriff neu aufbauen und die Uhr herunterspielen.

Und das nutzen die Gastgeber und setzen Alexandros Vasilakis, der sich nach seinem vierten Tor in der 32. Minute kaum noch offensiv hatte einbringen können, in Szene - der Grieche trifft zwölf Sekunden vor dem Ende zum 25:24. Über die Schnelle Mitte wollen die Bergischen dann wenigstens noch einen Zähler mitnehmen, aber Wolfgang Strobel stoppt Maximilian Hermann kurz hinter der Mittellinie robust und nimmt die Zeitstrafe dafür gerne in Kauf, denn so stehen nur noch vier Sekunden auf der Uhr. Der letzte Versuch des BHC mit Viktor Szilágyi als zusätzlichem Feldspieler verpufft. Vasilakis und Co. feiern. "Das ist ganz bitter, nach so einem Spielverlauf ohne Punkte dazustehen", sagt Linksaußen Christian Hoße. "Am Ende war Balingen ein Stückweit cleverer."

Das Finale hat alle Bergischen geärgert, Torhüter Mario Huhnstock, der eine ganz starke erste Hälfte abgeliefert hatte, brauchte nach der Partie ein paar Minuten, bis er sich beruhigt hat. Auch während des Duells war der 27-Jährige ein Mal in Rage geraten, als ein Foul an Szilágyi weder geahndet noch das Spiel unterbrochen wurde, als der BHC-Kapitän am Boden lag. Es war einer der ganz wenigen Momente, in denen die Unparteiischen patzten, und er sorgte dafür, dass Huhnstock wegen Reklamierens eine Zeitstrafe bekam.

"Ich habe nichts Schlimmes gesagt", erklärte der Torwart nach der Partie und beschrieb treffend: "Ob Foul oder nicht - Viktor bleibt liegen, und der Ball ist hinter dem Tor, so dass man nicht warten muss, um das Spiel zu unterbrechen. Es war ja kein direkter Gegenstoß - das hat bestimmt zehn Sekunden gedauert, bis die den Ball geholt und nach vorne gebracht haben. Und da wir eh schon in Unterzahl waren, gibst du der Mannschaft einen Riesenvorteil, mit Sechs gegen Vier das Tor zu machen." Dass man sich da als Gegner aufregt, ist verständlich.

Huhnstock wusste aber auch: "Wir haben die Deckung nicht bis zum Ende hinbekommen. Es gab da Phasen, wo Balingen jedes Mal spielen durfte. Du gewinnst hier nur, wenn du die ganze Zeit perfekt hinten stehst. Das ist nicht gelungen."

Der Torwart meinte damit nicht vorrangig die Szene, in der Gutbrod zur tragischen Figur wurde, sondern mehrere Angriffe des Gegners, die nicht erfolgreich verteidigt wurden. Die sprach auch Hinze an: "Es gibt ein paar Sachen, die wir uns ankreiden müssen. Wir haben ein paar Tore zu einfach kassiert. Es ist ärgerlich, dass wir zwei Mal quasi dasselbe Tor kriegen, wo der Rechtsaußen einläuft, wir hinten falsch wechseln und so Sascha Illitsch zwei Mal trifft." Das war zwischen der 49. und 53. Minute, also noch weit vor Gutbrods Griff in Martin Strobels Trikot, der in der Endabrechnung nur einer von mehreren kleinen Fehlern war, die das Spiel zugunsten der Gastgeber entschieden.

Unterm Strich bleibt trotz der Niederlage, dass es ein sehr reifer und überzeugender Auftritt des BHC war. "Wir müssen vielleicht an der ein oder anderen Kleinigkeit feilen, aber wir haben nicht schlecht gespielt. Das sollten wir als Positives mitnehmen", sagte Hoße. Hinze sah es genauso: "Wir müssen die guten Dinge mitnehmen und an den nicht so guten arbeiten."

Quelle: RP
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