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Bergischer HC
BHC schnuppert an der Sensation

Bergischer HC: BHC schnuppert an der Sensation
In keiner Phase hat sich der Bergische HC aufgegeben. Moritz Preuss (l. / im Zweikampf mit Alexander Petersson) und seine Teamkollegen lieferten bis zum Schluss eine engagierte Leistung – insbesondere in der Deckung. FOTO: Oliver Zimmermann
Solingen. Der Handball-Erstligist steckt mehrere Schwächephasen weg und verliert bei den Rhein-Neckar Löwen mit 28:31 (15:18). Von Guido Radtke

Ein Pfiff der Schiedsrichter vor Spielbeginn gehört zu den Raritäten in der Handball-Bundesliga. Der Bergische HC jedoch wollte gestern Abend sein Aufwärmprogramm partout nicht beenden und in die Katakomben der SAP-Arena verschwinden. Die Mannschaft versuchte, jeden möglichen Augenblick zum Warm werden zu nutzen, schließlich war sie erst knapp eine Stunde vor Anpfiff in Mannheim eingetroffen.

Mit Spielbeginn jedoch war nichts davon zu erkennen, dass der BHC aufgrund der verspäteten Anreise womöglich mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die "kleinen" Löwen gingen das hohe Tempo der Rhein-Neckar Löwen in der Startphase mit. Tomas Babak, Alexander Hermann und Bogdan Criciotoiu nutzten die Lücken in der Abwehr des Tabellenführers jeweils zu frühen Zeitpunkten im Angriff, um sicher zu einer 3:2-Führung zu vollstrecken (6.).

Die Zielstrebigkeit in der Offensive jedoch sollte nicht lange Bestand haben. Die Gastgeber bereiteten Babak, Hermann und Co. in der Folgezeit große Probleme mit ihrer extrem offensiven 3:2:1-Deckung. Unter Zeitspiel-Gefahr kamen lediglich zwei harmlose Kullerbälle sowie ein erfolgloser Wurfversuch von Alexander Hermann zustande. Auf der Gegenseite nutzten Kim Ekdahl (2) und Andy Schmid ihre Chancen konsequent zur 7:4-Führung (11.).

Wie so oft in den vergangenen Wochen ließen sich die Bergischen trotz dieser kurzen Schwächephase nicht aus dem Konzept bringen. Der Außenseiter kämpfte sich mit drei Treffern in Serie von Christian Hoße (2) und Moritz Preuss zurück (14./6:7). Und er verkraftete in der ersten Halbzeit einen weiteren Durchhänger mit drei katastrophalen Technischen Fehlern, die einen 10:15-Rückstand bedeuteten.

Dieses Mal war es nicht mehr als ein Spielerwechsel, der den benötigten neuen Impuls bedeutete. Pouya Nourouzinezhad sprühte vor Spiellaune und war mit seinen Bewegungen kaum berechenbar. Seine Quote in fünf Minuten: drei Würfe, drei Treffer. Und hätte der ansonsten glänzend aufgelegte Nils Artmann in der Schlussminute seinen Tempogegenstoß unter Bedrängnis erfolgreich abgeschlossen, wäre Alexander Petersson wohl kaum noch einmal so frei zum finalen Wurf gekommen (18:15).

Nahtlos knüpfte der BHC mit Wiederbeginn dort an, wo er vor dem Seitenwechsel aufgehört hatte. Mit einer engagierten Abwehrleistung wurden dem hohen Favoriten bis zur 40. Minute lediglich drei Treffer gestattet. Selbst nutzten Kristian Nippes, Uros Vilovski, Alexander Hermann (Ausnahme: ein Lattentreffer), Nils Artmann und Tomas Babak jede Chance, um nach dem 21:21-Ausgleich wieder dick im Geschäft zu sein.

Was folgte, war ein Duell auf Augenhöhe, in dem die abstiegsbedrohten Löwen sicherlich auch etwas Glück mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen hatten. Zum letzten Mal roch es nach einer Sensation, als Björgvin Gustavsson mit seiner 15. Parade einen Siebenmeter von Andy Schmid abwehrte (54. / 26:27). Der erneute Ausgleich wollte in der einzigen Unterzahl-Situation jedoch nicht mehr gelingen. Die Rhein-Neckar Löwen hingegen spielten ihre ganze Klasse aus und enteilten dem Kontrahenten auf der Zielgeraden zum 31:28-Erfolg.

"Bei der Unterzahl am Schluss spielen wir es eigentlich gut, haben dann aber leider den Fehlwurf", analysierte BHC-Trainer Sebastian Hinze. "Es sind insgesamt vier, fünf Aktionen, ausdenen wir lernen müssen, wenn wir so ein Spiel ganz knapp halten wollen." Die Rhein-Neckar Löwen seien da zu abgezockt.

Quelle: RP
 
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