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Bergischer Hc
Darauf achtet der BHC-Keeper beim Siebenmeter

Wie Deutschlands Nummer eins, Andreas Wolff (HSG Wetzlar) hat Björgvin Gustavsson in dieser Saison der Handball-Bundesliga bereits 17 Siebenmeter entschärft, nur Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach, 28) und Niklas Landin (THW Kiel, 21) waren hier besser. Worauf achtet der Torwart des Bergischen HC beim Duell vom Punkt, der eigentlich eine Linie ist?

Die Antwort klingt zunächst ganz einfach: "Auf die Hand, auf den Ball", sagt der Isländer. Es ist aber viel komplexer. "Es geht auch um Erfahrung, was für ein Typ der Schütze ist. Dafür gucke ich Video, um zu sehen, was er in der Vergangenheit gemacht hat und was er in Zukunft machen kann. Er darf nicht unberechenbar sein. Das wird zwar immer schwieriger, aber kriegt man in den Griff." Wie zuletzt beim Gastspiel bei Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen (20:28) gezeigt, als Gustavsson gleich drei Siebenmeter parierte: Uwe Gensheimer, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, scheiterte ebenso am BHC-Keeper wie Mads Mensah Larsen und Andy Schmid. "Ich habe gegen alle drei öfter gespielt", sagt Gustavsson fast schon lakonisch. Dann präzisiert er: "Gegen Gensheimer war es ein Gefühl aus meinen Erfahrungen mit ihm früher. Das hat gut geklappt. Bei Mensah war es nicht sein bester Wurf, das war einfach eine Reaktion. Ich bin schnell. Und bei Andy wollte ich etwas anderes machen, aus meinem Kopf rausgehen. Es ist das wichtigste, dass du selber unberechenbar bist."

Denn neben allen angeborenen und antrainierten Reflexen und Beobachtungen ist Vieles eben Kopfsache. "Das Wichtigste ist nicht das Wurfbild, sondern was kann der Schütze mit seiner Hand machen? Hat er das Handgelenk beim Wurf gerade oder knickt es ab?", erläutert Gustavsson. "Die Tendenz ist im Spiel eine andere - da hat der Spieler weniger Zeit. Beim Siebenmeter-Wurf kann er sich etwas vornehmen, im Spiel weniger. Beim Siebenmeter ist es deshalb ein Kopfspiel, ein mentales Spiel. Ich muss durchgehen, was für ein Typ er ist und was für Varianten er hat. Gensheimer hat zwölf, 13 Varianten, das musst du reduzieren auf sechs - dann ist es ein Kopfspiel. Dafür gucke ich Video."

Das reicht aber wie erwähnt nicht. "Es spielen immer ganz viele Sachen eine Rolle", betont Gustavsson. "Wenn du nur Video guckst, und die Lieblingsecke des Schützen zumachst, sieht er das. Die Spieler in der Bundesliga haben schon viel Qualität. Wenn du eine Ecke anbietest, wird er wahrscheinlich treffen. Wenn du zu früh reagierst, ist es einfach für den Siebenmeter-Schützen." Das Rezept des BHC-Keepers: "Du darfst dir nicht zu viel vornehmen. Ich habe die Wurfbilder und Handgelenke der Spieler im Kopf, aber es geht vor allem um das Mentale vor einem Siebenmeter. Damit machst du die Leute kaputt. Wenn du sie nachdenken lässt, hast du gewonnen."

(ame)
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