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Bergischer Hc
Der Bergische HC erlebt seine Hölle Süd

Bergischer Hc: Der Bergische HC erlebt seine Hölle Süd
Fassungslose BHC-Spieler (von links): Christian Hoße (verdeckt), Fabian Gutbrod, Arnor Gunnarsson, Ace Jonovski, Björgvin Gustavsson (verdeckt), Moritz Preuss und Christopher Rudeck. FOTO: Imago:
Solingen. Bei Frisch Auf Göppingen kam der Handball-Bundesligist in der zweiten Hälfte gewaltig unter die Räder und verlor 19:31. Von Thomas Rademacher

Ein gutes Gefühl habe Sebastian Hinze vor der Partie seines Bergischen HC bei Frisch Auf Göppingen gehabt. In der ersten Halbzeit der Bundesliga-Partie in der sogenannten Hölle Süd sah sich der Trainer bestätigt. Nicht, dass die Löwen überragend agiert hätten, doch sie spielten ihre Angriffe diszipliniert herunter und feierten hier und da Erfolge. Zum Bespiel , als die Mannschaft einen 0:3-Fehlstart trotz zahlreicher Fehler wegsteckte und durch Jan Artmann, Max Hermann (2) und Max Weiß in ein 4:4 verwandelte. Oder als Moritz Preuss in beeindruckender Manier vom Kreis traf und Hermann nach einer Parade von Torhüter Björgvin Gustavsson zum 7:6, der zweiten Führung der Partie, versenkte.

Beide Mannschaften bekamen von den Unparteiischen viel Zeit, um ihre Angriffe auszuspielen, so dass die Begegnung eher einen schleppenden Verlauf nahm. Das kam den Gästen noch entgegen, aber die Zeitstrafen wurmten doch etwas. Vor allem die zweite Hinausstellung gegen Max Hermann kurz vor der Pause kostete den BHC. In den letzten Sekunden der ersten Halbzeit traf Anton Halén zum 13:11. Nach Wiederanpfiff hatte erneut Göppingen den Ball und brachte ihn durch Zarko Sesum im Netz unter. Es war der erste Drei-Tore-Rückstand für die Bergischen seit dem 0:3.

Frust hoch zwei: Die Zwillinge Maximilian (links) und Alexander Hermann erzielten zusammen elf Treffer des BHC, doch das reichte nicht. FOTO: Imago

In der Folge verlor die Mannschaft ihr Konzept völlig. Hatte der BHC in der ersten Hälfte noch akzeptabel gegen die offensive Deckung der Hausherren ausgesehen, gewann er nun keinen Zweikampf mehr. Es ergaben sich kaum vernünftige Wurfgelegenheiten, dazu machte sich die Einwechslung von Christopher Rudeck zwischen die Pfosten nicht bezahlt. Was auch daran lag, dass sich die Göppinger von der BHC-Abwehr kaum noch stören ließen.

Die Gäste lagen bereits 14:19 hinten, als Max Hermann seine dritte Zeitstrafe kassierte und damit per Regel disqualifiziert wurde. Eine harte Entscheidung des Schiedsrichtergespanns Nils Blümel und Jörg Loppaschewski, die den BHC seinen letzten Linkshänder im Rückraum kostete. Von nun an fehlte dem Team jeder Lösungsansatz, um an Frisch Auf vorbeizukommen. Immer wieder waren die Abschlüsse leichte Beute für FAG-Keeper Bastian Rutschmann. Einziger Lichtblick in der Schlussphase war Alexander Hermann, der seine Dynamik nutze und es immerhin noch auf sechs Treffer brachte. Acht Tore der gesamten Mannschaft in der zweiten Hälfte glichen allerdings einem spielerischen Offenbarungseid.

Frust hoch zwei: Die Zwillinge Maximilian (links) und Alexander Hermann erzielten zusammen elf Treffer des BHC, doch das reichte nicht. FOTO: Imago

Göppingen nahm die zahnlosen "Löwen" nun nach allen Regeln der Kunst auseinander und schraubte den Vorsprung auf zwölf Tore hinauf. Der Bergische HC erlebte seine ganz persönliche Hölle Süd.

"Das war natürlich nicht gut von uns", beschrieb Hinze die zweite Hälfte. "Wir haben kaum noch Zweikämpfe gewonnen und dadurch viele Gegenstöße kassiert. Andere Lösungen sind uns nicht mehr eingefallen." Der Trainer empfand die Zwölf-Tore-Niederlage deshalb als folgerichtig. "Dass ich schockiert war, möchte ich nicht sagen, aber das war keine schöne Halbzeit. So viel ist sicher." Das Vertrauen sei in allen Mannschaftsteilen spätestens nach der Roten Karte gegen Max Hermann weggebrochen.

Die harte Entscheidung gegen den Linkshänder diskutierten die Beteiligten nicht offen, doch BHC-Finanzchef Jörg Föste erwähnte das Zeitstrafenverhältnis von fünf für den BHC und nur einer für die Gastgeber mit kritischem Unterton. "Die Rote Karte war nicht mehr kompensierbar", fügte Föste hinzu. Bei einer 19:31-Pleite mochte allerdings niemand ernsthaft über die Unparteiischen diskutieren. Zu deutlich war der Unterschied.

Quelle: RP
 
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