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Bergischer Hc
Der BHC sagt tschüss

So verabschiedet sich der BHC
So verabschiedet sich der BHC FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Die 28:29-Niederlage gegen Melsungen im letzten Heimspiel dieser Saison rückt beim BHC schnell in den Hintergrund. Von Georg Amend

Das letzte Heimspiel dieser Saison in der Handball-Bundesliga zeigt beim Bergischen HC noch einmal die ganze Palette an Emotionen: In der Partie gegen MT Melsungen, die in den letzten Sekunden mit 28:29 (16:14) verloren geht, sind es die gegnerischen Müller-Zwillinge Philipp und Michael, die für Härte und damit für Ärger auf den Rängen sorgen. Nach dem Abpfiff tanzen die Melsunger im Kreis und zeigen ihre Freude - in der Klingenhalle gibt es ein Pfeifkonzert. Kurz darauf wird es aber versöhnlich, als die zweijährige Diana ihrem Vater, BHC-Rechtsaußen Arnor Gunnarsson, zeigt, wie er gegen Melsungens Torhüter Mikael Appelgren hätte werfen müssen - die kleine Rechtshänderin versenkt einen Ball nach dem anderen. Der schwedische Keeper, der Gunnarsson unter anderem vom All-Star-Game gut kennt, hat sichtlich Spaß.

Und dann beginnt das, was an diesem Nachmittag im Mittelpunkt steht: die Verabschiedung der scheidenden Akteure. Während sich Kreisläufer Benjamin Meschke, der zum Aufsteiger SC DHfK Leipzig wechselt, und Torwart Mario Huhnstock, der zum Absteiger Erlangen geht, darauf bestens vorbereiten konnten, wird der dritte im Bunde von seinen Gefühlen überwältigt: Sebastian Aschenbroich, der sich zur neuen Saison nicht mehr um die Herrichtung der Halle bei den Heimspielen kümmern wird, bricht ein ums andere Mal in Tränen aus, vor allem, als das "Team hinter dem Team" mit einem Plakat "Wir werden dich vermissen" auf das Spielfeld kommt. Gänsehautmomente.

Davon hatte Huhnstock mindestens zwei: "Der schwerste Moment war vor dem Spiel - da hatte ich schon zu kämpfen mit den Tränen", gab der Torwart unumwunden zu und ergänzte: "So auch, als es mit Bennis Verabschiedung zu Ende ging und ich wusste, als nächstes bin ich an der Reihe. Das war schon hart. Aber jetzt kann ich das Positive genießen und mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen."

Die Verabschiedung von Meschke hatte Alexander Oelze übernommen: "Benni ist ein unglaublicher Materialspieler", begann der Spielmacher und präsentierte das erste Geschenk: 15 Rollen Tape, eine Thermohose und ein Eisbeutel. Das war aber noch nicht alles: "Der Benni trägt auch unglaublich gerne Schals", eröffnete Oelze dem Publikum und holte unter dessen Gelächter ein besonders schönes Exemplar hervor: "Wir dachten, dass du ein orange-rosarotes Halstuch brauchen kannst." Und zu guter Letzt: "Benni ist auch mit einem unglaublichen Fußballtalent gesegnet. Unglaublich heißt in dem Fall, dass man es wirklich nicht glauben kann", verkündete Oelze und ergänzte in Anlehnung an Barcelonas Fußballstar Lionel Messi: "Er sieht sich so als Lionel Meschke. Deswegen haben wir gedacht, du könntest ein blau-rotes Trikot brauchen. Du glaubst jetzt, das ist von Barcelona, aber: Es ist ein schönes WSV-Trikot, das steht dir bestimmt auch ganz gut."

Die Verabschiedung Huhnstocks übernahm Jan Artmann, der dem "Kulturbeauftragten" der Mannschaft einen Kulturführer für die Region Erlangen und ein Stoff-Huhn überreichte, denn: "Mario ist im Besitz des Busses vom A-Team. Wir wollten ihm einen Fuchsschwanz schenken, den er sich an den Spiegel hängen kann, haben aber keinen gekriegt. Also gibt es ein Huhn für Huhni, das du dranhängen musst", erklärte Artmann.

Dann bedankte sich Meschke via Hallen-Mikrofon bei allen, die er beim BHC kennengelernt hat, insbesondere bei Physiotherapeut Carsten Walonka, und schloss mit Blick auf seine Zeit in Leipzig: "Es wird schwer für uns, hier zu gewinnen, aber wir werden es versuchen." Danach gab er das Mikro an Huhnstock weiter, der begann: "Eigentlich wollte ich mich davor drücken - danke Benni. . ." Der Keeper lobte Fans und Mannschaft und schloss: "Wer mich kennt, weiß, dass ich mit ehemaligen Spielern nicht viel zu tun habe. Aber das wird hier definitiv anders sein. Ich bin für jeden dankbar, der mir schreibt oder mich anruft. Ein größeres Lob kann ich nicht geben."

Trainer Sebastian Hinze sagte: "Es ist immer schade, wenn Spieler gehen. Mit Mario verbindet mich ein bisschen mehr - vor allem Zeit." Immerhin war der 28-Jährige acht Jahre beim BHC. "Und Benni wird den nächsten Schritt gehen, wenn er die Chance nutzt", schloss Hinze.

Quelle: RP
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