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Bergischer Hc
Der BHC weckt die Leidenschaft zu spät

Solingen. Die Partie im Spielfilm: Nach einer schwachen ersten Hälfte scheint das Handball-Wunder gegen Kiel möglich, wird aber verpasst. Von Thomas Rademacher

4. Minute Ace Jonovski muss beim Spielstand von 0:2 für zwei Minuten vom Feld. Es sieht nicht gut aus für den Bergischen HC. Zwar hat Björgvin Gustavssson bereits einen Tempogegenstoß und einen Siebenmeter gehalten, doch vorne finden die Gastgeber keine Mittel gegen die Abwehr des THW Kiel. Ausgerechnet in Unterzahl platzt der Knoten. Fabian Gutbrod trifft zum 1:2. Ein Kieler Stürmerfoul später ist es erneut der Rückraum-Hüne, der mit ein wenig Glück ausgleicht. Zum Ende der BHC-Unterzahl bekommen die Kieler noch einen Siebenmeter, den Niclas Ekberg zum 3:2 verwertet.

8. Minute Alexander Oelze war bislang bei seinen Versuchen glücklos geblieben. Den Wurf zum möglichen 3:3 fängt Niklas Landin einfach und leitet schnell den Gegenstoß ein. Gustavsson ist gegen Ekberg erneut Sieger, doch Oelze wird kurz darauf für Viktor Szilágyi ausgetauscht. Zwar verwirft Arnor Gunnarsson einen Siebenmeter, doch Kapitän Szilágyi gleicht das zerfahrene Match einige Minuten später persönlich aus.

17. Minute Die Freude über das 3:3 hält bei den Zuschauern nicht lange an. Dragos Oprea trifft von Linksaußen zum 4:3. Kristian Nippes und Inal Aflitulin werfen in den Block, den Gegenstoß verwandelt Ekberg jeweils. Mit Christian Dissingers 7:3 für die Kieler gleitet den Hausherren die Partie bereits aus der Hand.

19. Minute Oprea muss für zwei Minuten runter. Doch auch in Überzahl fehlt dem BHC das richtige Rezept. Christian Hoße scheitert bei einem Strafwurf. Davor und danach sind jeweils die Kieler erfolgreich.

22. Minute BHC-Trainer Sebastian Hinze nimmt seine erste Auszeit. In der Folge läuft es etwass besser für die Gastgeber. Aflitulin spielt hinter seinem Rücken Christian Hoße an, der die Chance zum 6:11 nutzt. Kurz darauf nutzt Aflitulin selbst eine Gelegenheit zum Tor. Dramatisch wird es in der ersten Halbzeit allerdings nicht mehr, weil der THW seinen Fünf-Tore-Vorsprung geschickt verwaltet.

34. Minute Moritz Preuss wird bei seinem Versuch, vom Kreis abzuschließen, übel gefoult. Das Publikum in der Lanxess Arena kann es kaum glauben, als die Unparteiischen es bei einer Gelben Karte gegen die Kieler belassen. Immerhin den Siebenmeter nutzt der BHC an diesem Abend zum ersten Mal. Gunnarsson schraubt die Kugel in die Maschen.

36. Minute Die Partie muss kurz unterbrochen werden, weil sich René Toft Hansen bei einer Angriffsaktion so ernsthaft verletzt, dass er nicht mehr aufstehen kann. Er muss von Sanitätern vom Feld getragen werden. Die Kieler bleiben davon sportlich unbeeindruckt und erhöhen durch Christian Dissinger auf 19:14.

42. Minute Es geht munter hin und her zwischen dem BHC und den Kielern. Doch eine Wende liegt nicht annähernd in der Luft, weil die Gäste die Bergischen stets auf Distanz halten. Als Gustavsson hält, wirft er den Gegenstoß-Pass in die Hände der Kieler Abwehr. So bleibt die Begegnung einseitig.

45. Minute Die Hausherren gewinnen den Ball in der Abwehr, Christian Hoße trifft zum 21:25. 13.380 Zuschauer bejubeln nicht nur die frisch aufkeimende Hoffnung, sondern auch ihre eigene numerische Überzahl, die Hallensprecher Jens Scheffler während der Kieler Auszeit bekannt gibt. Es folgt das 22:25 durch Gunnarsson, und die Leidenschaft des Publikums ist geweckt. In den Jubel hinein hält Gustavsson, und Szilágyi stellt auf 23:25. Ist das Handball-Wunder doch möglich?

49. Minute Gunnarsson kann per Strafwurf verkürzen, scheitert aber an Landin. Auf der anderen Seite macht es Ekberg besser und überwindet Gustavsson zum 27:23. Die Hoffnung auf ein Wunder keimt wieder ab.

54. Minute Dissinger muss bei den Kielern runter und beschert damit den Hausherren eine weitere Chance, zurück ins Spiel zu finden. Gunnarsson, der zuvor zwei Mal in Folge erfolgreich war, vergibt aus guter Position. Im Gegenzug stellt Marko Vujin auf 29:25 für die Gäste. Die Partie ist damit endgültig entschieden - daran ändern auch zwei weitere schöne Szilágyi-Tore nichts mehr. Am Ende wird der BHC viel Lob für seinen beherzten Auftritt nach der Pause erhalten, aber auf einem Abstiegsplatz überwintern.

Quelle: RP
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