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Bergischer Hc
Die BHC-Fans hatten ein Finale verdient

Die BHC-Fans hatten ein Finale verdient
Solingen. Die Stimmung beim Final Four ist einzigartig - darin sind sich Trainer, Mannschaft und Fans des Bergischen HC einig. Von Thomas Rademacher

Mit dem Betreten der Halle wusste Sebastian Hinze nicht nur, dass der Bergische HC vor einem ganz besonderen Spiel steht. Der Trainer hat es gespürt. "Unser Vorteil heute war, dass wir nicht wussten, was uns erwartet", sagte Hinze. "Als wir dann während des ersten Halbfinals reinkamen und gesehen haben, mit welcher Leidenschaft die Mannschaften kämpften, war schon das eine ganz besondere Situation. Wir wollten uns nicht erdrücken lassen, sondern die Atmosphäre genießen. Ich habe es der Mannschaft vor dem Spiel noch einmal gesagt: ,Alles, was jetzt noch kommt, kommt obendrauf'".

Die Stimmung beim Final Four des nationalen Pokalwettbewerbs ist bekannt für ihre Grandiosität. Das liegt auch daran, dass die Fanlager der vier teilnehmenden Mannschaften jeweils gebündelt in einer Kurve sitzen, um gemeinsam anzufeuern. Die Halbfinalgegner sitzen sich diagonal gegenüber, so dass eine Gänsehautatmosphäre entsteht, die sich in jeder Ecke der Arena wahrnehmen lässt. "Schon als wir reinkamen, wurde uns zugejubelt. Dabei lief ja noch das erste Spiel. Es war gigantisch", fand Linksaußen Christian Hoße. Und Mannschaftskapitän Viktor Szilágyi fügte an: "Unsere Fans hätten es verdient gehabt, ein Finale genießen zu dürfen".

Die BHC-Anhänger mussten es mit den Magdeburgern aufnehmen, die im Pokal bereits einige Erfahrungen gesammelt haben. "Klar können wir dagegenhalten Vielleicht sind wir sogar noch lauter", sagte BHC-Fan Lars Faßbender vor dem Duell. Vielleicht war die "Blaue Wand", wie der BHC seine treuen Zuschauer gerne bezeichnet, nicht ganz so laut, wie die in Überzahl befindlichen Ostdeutschen, doch sie zeigte, was in ihr steckt. Bis zur letzten Sekunde peitschten die mitgereisten Handballfreunde ihre Mannschaft nach vorne.

"Es ist spitze, wie sich die Fangruppen gegenseitig anheizen", sagte Uwe Haas, der in einer Sechser-Clique die Fahrt nach Hamburg angetreten war. "Das sind beim Final Four ganz andere Dimensionen als in Wuppertal und Solingen. Viele haben mir im Vorfeld schon gesagt, dass es ein unwahrscheinlich tolles Event sein soll." Der 48-Jährige wurde nicht enttäuscht. Während Haas zum ersten Mal dabei war, war es für Dieter Strempel bereits die zweite Reise zu den finalen Pokalspielen. "Wir übertragen die Stimmung aus der Unihalle hierher", war sich der Solinger sicher. Und Friederike Büngeler betonte: "Wir sind hier der Underdog. Da wollen alle noch ein bisschen mehr einheizen." Die 24-Jährige drückte im Übrigen zwei BHC-Spielern besonders die Daumen: den Zwillingsbrüdern Jan und Nils Artmann. Als Freundin von Jan durfte sie das natürlich ruhigen Gewissens.

Einig waren sich Fans, dass der Bergische HC eine Chance haben würde, den SCM zu schlagen und damit das Finale zu erreichen. Es sollte ganz knapp nicht reichen, doch genau wie die Mannschaft sportlich überzeugten auch die Fans akustisch. So fand auch Kreisläufer Max Weiß nach der Begegnung trotz aller Enttäuschung über die knappe Niederlage lobende Worte: "Ein Riesen-Dank an unsere Fans. Wir haben euch die ganze Zeit gehört. Es war toll."

Quelle: RP
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