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Bergischer HC
Ein unvergesslicher Abend für den BHC

Bergischer HC: Ein unvergesslicher Abend für den BHC
In Erwartung der "Humba" für den in Lübbecke siegreichen BHC: Die Spieler Nils Artmann, Fabian Gutbrod, Arnor Gunnarsson, der das Geschehen im Handy-Video festhält, Kristian Nippes (verdeckt), Moritz Preuss, Ace Jonovski, Christian Hoße, Alexander und Maximilian Hermann sowie Christopher Rudeck. FOTO: Georg Amend
Solingen. Erster Sieg beim TuS Nettelstedt-Lübbecke vor Fans und Freundinnen - und eine gebrochene Fußgelenksbandage. Von Georg Amend

Schlusspfiff - die Spieler des Bergischen HC stürmen zu einer Jubeltraube zusammen, Trainer Sebastian Hinze ballt die Faust, brüllt ein "Ja!" in Richtung der rund 150 mitgereisten Fans, schüttelt Pressesprecher Thorsten Hesse anschließend vor Freude durch. Es ist nicht nur der erste Sieg beim TuS Nettelstedt-Lübbecke überhaupt, das 27:26 ist zugleich ein riesiger Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga.

Die Spieler folgen ihrem Trainer zunächst in die Kabine, doch dann kommen sie wieder heraus, zollen den Fans, die unter den 1779 Zuschauern für den Löwenanteil der Stimmung gesorgt haben, ihren Respekt. Zuerst klatschend von unten, dann machen sie sich auf den Weg auf die Tribüne, klettern über die Absperrungen und genießen das Bad in der Menge. Anschließend geht es wieder aufs Parkett, Spielmacher Alexander Oelze sorgt per Megafon von oben für die "Humba" - ein unvergesslicher Abend.

Gunnarsson (links oben), filmt mit seinem Handy auch den Marsch der BHC-Spieler durch die Fans, Beirat Jörg Föste schaut von unten gebannt zu.

Was die Bedeutung der Partie ebenfalls unterstreicht: Viele Spielerfreundinnen sind mit nach Lübbecke gekommen, auch die des überragenden Alexander Hermann, mit sieben Treffern bester Torschütze. Seine Leistung kann der Österreicher nicht mit einem speziellen morgendlichen Kraftfutter erklären: "Ich hatte nur ein Joghurt", und überhaupt mag er sich nicht in den Vordergrund stellen: "2016 läuft erfreulich. Das Selbstvertrauen im Team ist da, im Angriff ist es flüssig. Vieles geht einfach leichter." Klar, mit der richtigen Frau an der Seite. "Stimmt", sagt Hermann mit Blick auf Christina grinsend.

Gute Laune ist an diesem Abend auf BHC-Seite Programm. "Wir sind unheimlich glücklich über die zwei Punkte", sagt ein inzwischen wieder gewohnt gefasster Hinze, der neben Hermann noch Torwart Christopher Rudeck und Oelze lobt, die in der zweiten Halbzeit wichtige Impulse gebracht haben. "Ich bin extrem einverstanden mit der Leistung der Mannschaft. Phänomenal. Das ist eine Extremsituation hier gewesen, und die Mannschaft, die das gewinnt, hat es besser gemacht."

Jan Artmann hört Alexander Oelze zu, Gutbrod und Szilágyi (v.l.) sehen es.

Das nimmt Goran Perkovac so hin, der TuS-Trainer ergänzt: "Dass es ein knappes Spiel werden würde, wussten wir schon vor zwei Monaten. Der BHC hat es etwas cleverer gemacht - das ist aber auch kein Wunder, wenn man einen Viktor Szilágyi hat." Der Kapitän war einmal mehr Dreh- und Angelpunkt der Gäste-Offensive und selbst fünf Mal erfolgreich gewesen, nach seinen zwei schweren Verletzungen ist er nun wieder voll da.

Genau wie der BHC an sich. "Es ist eine harte Saison", sagt Hinze, erstickt aber eventuell verfrühten Jubel über eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt gleich im Keim: "Wir werden keine Glückwünsche annehmen, bevor wir es nicht rechnerisch geschafft haben. Die Ausgangslage ist sehr gut - da haben wir aber auch hart für gearbeitet. Wir zehren nun von der Vorbereitung. Auch wenn die Jungs mich zwischendurch gehasst haben - wir sehen, dass es zielführend ist." Seine Arbeit mit den Spielern hört eigentlich nie auf. "Es gibt viel, was wir morgen besprechen müssen", sagt Hinze an diesem Abend. "Aber heute lasse ich die Jungs in Ruhe."

Oelze sorgt mit dem Megafon für die "Humba".

Wenig Ruhe hatte er selbst aufgrund einer Kuriosität in der Partie: "Oelze ist bei seiner dritten Aktion die Fußgelenksbandage gebrochen", berichtet Hinze und mit Blick auf Hermann und Fabian Gutbrod: "Da mussten wir zwei Bandagen zwischen drei Leuten wechseln. Das hieß da: ,Schuh aus, du kommst rein', und dann war die Aktion vorbei. Das war schon Arbeit."

Zu guter Letzt des Trainers Dank an die Fans: "Das war überragend. Schon beim Warmmachen und beim Einlaufen. Vielleicht hat uns Hamburg wieder ganz stark zusammengeschweißt. Das war ein hervorragender Auftritt von Mannschaft und Fans." Unvergesslich.

Quelle: RP
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