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Bergischer HC
Final Four! Hoße ist der Held des BHC

Bergischer HC: Final Four! Hoße ist der Held des BHC
Begraben von den Kollegen: Christian Hoße (rechts) freut sich mit Max Weiß, Christopher Rudeck und Inal Aflitulin. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Linksaußen erzielt vier Sekunden vor dem Ende den 24:23-Siegtreffer gegen Zweitligist GWD Minden. Von Georg Amend

Eine Niederlage steckte Handball-Bundesligist Bergischer HC gestern Abend vor dem Beginn des Pokalviertelfinales im DHB-Pokal gegen Zweitligist GWD Minden ein: Die Hausherren verloren die Seitenwahl und mussten so von der anderen Seite starten. Das blieb aber die einzige Niederlage, denn dank des 24:23 (13:14) zieht der BHC erstmals in seiner Vereinshistorie in das Finalturnier nach Hamburg ein. Linksaußen Christian Hoße war der umjubelte Held, der vier Sekunden vor Ende traf.

Hinaus mit der Freude: Torwart Björgvin Gustavsson schreit am Ende vor Glück, das T-Shirt "Hurra, hurra, der BHC ist da!", sitzt. FOTO: Martin Kempner / Bik

Das Spiel war die erwartet enge Angelegenheit. Der Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga machte es dem Erstliga-Kellerkind von Anfang an richtig schwer. Aus einer massiven 6:0-Abwehr mit einem starken Gerrie Eijlers im Tor fuhren die Gäste durchdachte Angriffe über ihren Mittelmann Dalibor Doder, der auch selbst äußerst torgefährlich war. Die Hausherren hatten arge Probleme in ihrer 3:3-Deckung und mussten diese nach neun Minuten umsortieren, da Abwehrchef Ace Jonovski da schon seine zweite Zeitstrafe gesehen hatte. Also nahm ihn BHC-Trainer Sebastian Hinze vom Feld, da eine dritte Zeitstrafe die Rote Karte bedeutet hätte. Der Abwehr tat das nur bedingt gut, zumal dahinter Torwart Björgvin Gustavsson anfangs einen schwachen Tag erwischt hatte: Der Isländer hielt zwar mit seiner ersten Ballberührung einen Siebenmeter von Aleksandar Svitlica, insgesamt kam er in den ersten 20 Minuten aber nur auf zwei Paraden.

Damit reihte sich der Keeper in einen schwachen Auftritt seiner Vorderleute ein: Denn nicht nur die Abwehr, auch der Angriff der Hausherren kam nicht ansatzweise an die Leistung heran, mit der der BHC noch am Samstag beim 31:30 gegen Lemgo seinen Negativlauf in der Bundesliga beendet hatte. Spielmacher Alexander Oelze, seit Wochen in starker Form, fand zunächst nicht ins Spiel und wurde nach knapp 15 Minuten gegen Inal Aflitulin ausgetauscht. Am Mittelmann lag es aber nicht alleine, auch seine Nebenleute zeigten Nerven. Beispielhaft dafür die erste Überzahl, in der erst Alexander Hermann bei einem freien Wurf an Eijlers scheiterte und auch den nächsten Angriff liegenließ, da ihm ein Fehlpass auf Christian Hoße unterlief. So blieb es in dieser Phase trotz der numerischen Überlegenheit beim 7:9-Rückstand.

Als dieser auf 8:11 angewachsen war (20. Minute), nahm Hinze seine erste Auszeit. Es brachte insofern etwas, dass sich immerhin Gustavsson steigerte und nun bis zur Halbzeit noch vier Paraden, darunter bei einem Strafwurf, zeigte. In die Pause ging es indes immer noch mit einem Rückstand, da Minden den letzten Angriff cool auf Svitlica ausspielte.

Nach dem Seitenwechsel gab es den etwas glücklichen Ausgleich: Oelze scheiterte beim Siebenmeter an Eijlers, aber das Schiedsrichtergespann Hanspeter Brodbeck/Simon Reich ließ den Strafwurf wiederholen, weil es einen Fußfehler der Mindener gesehen hatte. Hoße ließ sich diese unverhoffte Chance nicht entgehen und erzielte das 14:14 - und ab da war sein Team voll da: Doder traf zwar noch zum 15:14 (33.), doch Hoße über das falsche Bein aus dem Rückraum, Oelze und erneut Hoße stellten auf 17:15 (37.).

Es blieb aber eng, beim 18:18 (44.), 21:21 (52.) und 21:22 (55.) jeweils durch Charlie Sjöstrand. Nun hatte sich Gustavsson gesteigert, doch seine Vorderleute nutzten das nicht konsequent und gestatten so Minden, den Traum vom Finaleinzug weiter zu hegen. Leben darf ihn aber der BHC, weil Oelze noch einmal aufkam, Sjöstrand beim 23:23 einen Siebenmeter über das Tor warf und Hoße den Siegtreffer erzielte.

Die Auslosung zum Final Four findet am Dienstag, 9. Februar statt. Pro Klub stehen 1000 Tickets zur Verfügung.

Quelle: RP
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