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Bergischer Hc
Geduldsspiel mit einem guten Ende

Bergischer Hc: Geduldsspiel mit einem guten Ende
Die gut gestaffelte Eintracht-Abwehr um Tilman Pröhl (l.) macht Max Darj und seinen Teamkollegen mehr Mühe, als ihnen lieb war. FOTO: Kempner Martin
Solingen. Die Zweitliga-Partie zwischen dem Bergischen HC und Eintracht Hagen war geprägt von vielen taktischen Kniffen. Am Ende siegte der favorisierte Tabellenführer mit 26:13 (14:13) gegen einen diszipliniert agierenden Kontrahenten. Von Guido Radtke

Dieser Wechsel zwischen den Pfosten war nur schwer zu verstehen. Gerade erst hatte Bastian Rutschmann mit seiner vierten Parade einen sehenswerten Tempogegenstoß eingeleitet. Der Abpraller flog in hohem Bogen in Richtung Neun-Meter-Linie, wo Linus Arnesson im Fallen den Ball aufnahm und sogleich auf Jan Artmann weiterleitete. Der Linksaußen vollendete zur 7:6-Führung - und Rutschmann wurde auf die Bank beordert. "Der Wechsel war eine Gefühlssache", sagte Sebastian Hinze später. Und der Löwen-Coach musste zugeben, das falsche Gefühl gehabt zu haben.

Eine Woche nach seiner überragenden Leistung in der zweiten Hälfte der Auswärtspartie beim Dessau-Roßlauer HV traf den Schlussmann des Bergischen HC die wenigste Schuld, dass der Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga zu diesem Zeitpunkte sechs Gegentreffer kassiert hatte. Rutschmanns Teamkollegen bekamen keinen richtigen Zugriff in der 6:0-Deckung auf die Rückraum-Akteure des VfL Eintracht Hagen. Nahezu unbedrängt markierten Sören Kress, Tilman Pröhl oder Bartosz Konitz ihre Treffer aus der Distanz.

Bastian Rutschmann donnerte verärgert seine Wasserflasche auf den Boden und registrierte danach, dass es sein Spannmann auch nicht besser machte. Christopher Rudeck verzeichnete in den 17 Minuten bis zum Seitenwechsel nur eine Parade und kassierte dabei sieben Gegentreffer. Auch die 5:1-Variante, mit der der BHC zwischenzeitlich versuchte, die Hagener aus dem Rhythmus zu bringen, führte auf Dauer nicht zum gewünschten Erfolg. Genauso wenig die personellen Wechselspiele im Innenblock, mit denen Trainer Sebastian Hinze versuchte, die beste Defensivformation des gestrigen Abends zu ermitteln.

Die Löwen mühten sich in der ersten Hälfte zu einer 14:13-Führung. Weil einige Wurfchancen fahrlässig vergeben wurden. Aber vor allem, weil das Überraschungsteam der Stunde sowohl in Angriff wie Abwehr diszipliniert agierte. Daran änderte sich zunächst auch nach dem Seitenwechsel nichts. Die Zwei-Tore-Führung (15:13) büßte der BHC in Überzahl gleich wieder ein (38. / 16:16).

Das Warten auf die Initialzündung wurde zum Geduldsspiel. Die Anfeuerungsversuche der BHC-Anhänger unter den 2208 Zuschauern in der Klingenhalle wurden von Minute zu Minute lauter, um ihr Team auf dem Weg zum nächsten Saisonsieg zu unterstützen. Maciej Majdzinski legte schließlich zwei erfolgreich Sololäufe in Serie für die gute Stimmung drauf (46. /22:19) und brachte damit Niels Pfannenschmidt in Zugzwang. Der Eintracht-Coach schien zu spüren, dass seiner Mannschaft das Spiel aus den Händen zu gleiten drohte. Keine anderthalb Minuten nach seiner Auszeit legte er auch noch seine dritte Grüne Karte bei den Kampfrichtern ab.

Die vermeintlich schon entscheidende Vier-Tore-Führung (48. / 23:19) des Favoriten schmolz sogleich wieder auf zwei Treffer - und das Geduldspiel ging in eine neue Phase, bei der Maciej Majdzinski (2) und Milan Kotrc mit ihren Treffern den Weg ebneten für einen unspektakulären 26:23-Arbeitssieg.

Viel Zeit, die Begegnung aufzuarbeiten, bleibt nicht. Am Sonntagnachmittag wartet bereits die Auswärtsaufgabe bei TuSEM Essen. "Die Mannschaft ist unberechenbarer als Hagen", warnt Sebastian Hinze und muss sein Team auf ein anderes Defensiv-Verhalten des Gegners einstellen. Der Tabellenelfte, bei dem zuletzt die etatmäßigen Kreisläufer verletzt waren, läuft in der Abwehr weiterhin mit dem langjährigen Solinger Michael Hegemann auf.

Quelle: RP
 
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