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Bergischer HC
Hinze hört ein Huh !

Bergischer HC: Hinze hört ein Huh !
Der erste "Huh-Jubel" der Saison: Nach dem 22:20-Sieg in Wetzlar feierten hier (von links): Alexander Oelze, Christopher Rudeck, Tomás Babák, Uros Vilovski (verdeckt), Jan Artmann, Maciej Majdzinski, Fabian Gutbrod, Nils Artmann, Alexander Hermann (verdeckt), Christian Hoße und Ace Jonovski. FOTO: Imago
Solingen. Der Aufschwung des Bergischen HC in der Handball-Bundesliga ist ein Verdienst des gesamten Teams: über den Trainer, die Spieler und den Sportlichen Leiter. So wurde die Verletztenmisere ausgeblendet und es gab die ersten beiden Siege. Von Georg Amend

Im Animationsfilm "Horton hört ein Hu!" aus dem Jahr 2008 rettet der Elefant Horton die mikroskopisch kleine Welt, die sich auf einem Staubkorn befindet. Das ist dem Trainer des Bergischen HC, Sebastian Hinze, dem Vernehmen nach noch nicht gelungen, doch trotzdem gibt es Parallelen: Drei Mal in Folge hat er den vergleichsweise kleinen Klub vor dem Abstieg aus der Handball-Bundesliga gerettet, und in dieser Saison hört Hinze ein Hu(h) - den neuen von den isländischen Fußballfans entlehnten Jubel nach Siegen. Zuletzt gab es dieses per Trommel von Torwart Björgvin Gustavsson rhythmisch angestimmte und von Spielern und Fans mit Klatschen und eben einem gebrüllten "Huh!" erwiderte Ritual zwei Mal in Folge: nach dem 22:20-Sieg in Wetzlar und dem 27:25-Erfolg gegen Minden in der Klingenhalle. Damit sprang der BHC nach dem verkorksten Saisonstart mit vier Niederlagen von den Abstiegsrängen. Gründe des Aufschwungs.

Zusammenhalt Das schier unglaubliche Verletzungspech zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison, mit dem bis zu fünf Spieler gleichzeitig ausfielen, hat das Team gut verkraftet. Es kann - so ist auch Hinzes Hoffnung - dadurch sogar noch mehr zusammengeschweißt werden. Der Zusammenhalt in der Truppe ist aber jetzt schon riesig, jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Ob das Rechtsaußen Arnor Gunnarsson ist, der mangels Alternativen im rechten Rückraum aushilft, oder Torwart Gustavsson, der klaglos seinem Konkurrenten Christopher Rudeck Platz macht und dann plötzlich umso stärker zurückkommt - so läuft es im Team.

Konzept In Wetzlar lieferte Hinze eine taktische Meisterleistung ab. Mit nur drei etatmäßigen Mittelmännern für den gesamten Rückraum entführte er beide Punkte. In der Abwehr fand er die richtigen Mittel, den Gegner trotz eines körperlich unterlegenen Kaders in engen Schranken zu halten, und im Angriff setzte er auf Tempoverschleppung. Das gefiel dem Kontrahenten zwar nicht, Wetzlars Trainer Kai Wandschneider sprach von Handball "der 70er, 80er Jahre", aber er hatte kein Mittel dagegen parat. Und auch auf Rückschläge während der Partie reagierte Hinze treffend, setzte früh auf den siebten Feldspieler, und auch darauf hatte sein Gegenüber keine Antwort. So gab es das erste "Huh" der Saison.

Systemtreue Hinze steht nicht gern im Mittelpunkt. Lob für seine taktische Leistung in Wetzlar lehnte er mit den Worten ab: "Es muss aber auch alles passen." Der beste Plan funktioniert nicht, wenn die Spieler sich nicht daran halten. Gegen Wetzlar und noch mehr gegen Minden taten sie es und es gab Siege. "Wir müssen systemtreu spielen, und das haben Ali und Tomás sehr, sehr gut gemacht", fand der Coach lobende Worte für die Spielmacher Alexander Oelze und Tomás Babák.

Entwicklung Der letztgenannte Akteur hat sich am auffälligsten in den vergangenen Wochen entwickelt. Der 22-jährige Tscheche wird von Woche zu Woche torgefährlicher und sicherer in der Spiellenkung - und das in seiner ersten Saison in der "stärksten Liga der Welt".

Sportliche Leitung Er ist ligaweit der einzige auf seinem Posten, der das kann: Viktor Szilágyi wechselte aufgrund der Verletztenmisere von seiner Position hinter dem Schreibtisch wieder als Spielmacher auf das Feld - und warf in Wetzlar gleich sieben Tore. Außerdem verpflichtete der Sportliche Leiter Bogdan Cricitoiu und Max-Leon Bettin für den Rückraum nach. Das Paket stimmt.

Quelle: RP
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