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Bergischer Hc
Jetzt fehlt auch noch Oelze dem BHC

Bergischer Hc: Jetzt fehlt auch noch Oelze dem BHC
Bei einem Sprung gegen Mindens Abwehr knickte Alexander Oelze mit dem rechten Fuß um. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Der Mittelmann hat sich die Kapsel am rechten Fuß verletzt und fällt für die Spiele in Göppingen und gegen Kiel aus. Von Georg Amend

Die Szene hatte schon schlimm ausgesehen, doch Alexander Oelze hatte nach der Partie gegen GWD Minden vorsichtig Entwarnung gegeben, dass er sich an seinem umgeknickten rechten Fuß nicht schwerer verletzt habe. Gestern sagte sein Trainer Sebastian Hinze: "Es gab bei der Kernspintomografie eigentlich einen positiven Befund, aber er wird definitiv Samstag und Mittwoch ausfallen." Was der Coach des Bergischen HC mit Blick auf die beiden anstehenden Partien - morgen bei Frisch Auf Göppingen und Mittwoch in Köln gegen den THW Kiel (beide 20.15 Uhr) - in der Handball-Bundesliga meint: Oelze wird mit einer Kapselverletzung im rechten Sprunggelenk wohl "nur" diese beiden Spiele verpassen, beim BHC ist man in dieser Saison ja weit Schlimmeres gewohnt (siehe Info-Box).

Ohne Oelze wird natürlich wieder Viktor Szilágyi im Rückraum aushelfen, was der Sportliche Leiter ja auch nach seinem Karriereende noch bestens beherrscht, wie bereits bei den Siegen in Wetzlar und gegen Minden zu begutachten war. "Er wird zumindest im Kader stehen, damit die Rückraum-links-Problematik gelöst ist bis Kiel", sagt Hinze, der zudem auf Zugang Maximilian-Leon Bettin hofft: Der Halblinke mit Doppelspielrecht ist heute Abend mit seinem "Erstverein" Bayer Dormagen gegen Eintracht Hagen in der Dritten Liga im Einsatz und soll morgen Früh mit dem Zug nach Göppingen nachreisen. "Ich telefoniere aber noch mal mit seinem Dormagener Trainer Alexander Koke. Immerhin ist das ein wichtiges Spiel, und wenn er da viel spielen sollte, wird es vielleicht etwas viel für ihn. Das Zugticket ist zumindest gebucht", berichtet Hinze.

Wenn Bettin nachkommt, stellt der Trainer ihm in Aussicht, dass er "sicher eine Rolle bekommen" werde. Immerhin war er die ganze Woche beim BHC im Training, hat keine Einheit verpasst. Außerdem ist die Problematik im linken Rückraum, wo die beiden etatmäßigen Angreifer fehlen, durch Oelzes Ausfall, der dort ebenfalls Gefahr entwickeln kann, größer geworden: "Für das Spiel in Göppingen macht es mir schon Sorgen, dass wir ohne Rückraum-links antreten, und jetzt auch noch ohne Ali", gibt Hinze zu. Der Grund: "Wir werden ein gutes Angriffsspiel brauchen, um Konter von Göppingen zu vermeiden. Unvorbereitete Abschlüsse und technische Fehler werden sofort bestraft. Darauf liegt unser Hauptaugenmerk, wie wir das lösen."

Beruhigend mutet da an, dass der BHC beim 27:25-Sieg gegen Minden mit 64 Prozent "die beste Wurfquote der Saison" hatte, wie Hinze nachgehalten hat. "Wenn die Konsequenz am Ende noch dagewesen wäre, wäre der Sieg sicher höher ausgefallen. Aber es gibt nicht viel zu meckern, denn wir haben unser Spielsystem beibehalten trotz der Fehlwürfe." Am Anfang der Saison hatten solche Situationen noch zu Hektik und so zu noch mehr Fehlern geführt. Inzwischen sieht das besser aus. "Jetzt bleiben wir im taktischen Plan", betont Hinze. "Um erfolgreich zu sein, muss jeder seine Aufgabe zu 100 Prozent erfüllen. Und wir müssen uns bewusst sein, dass wir immer an 100 Prozent kommen müssen, was kämpferischen Einsatz und Leidenschaft angeht."

All das wird gegen das top-besetzte Team von Göppingen mit etwa Lars Kaufmann, Adrian Pfahl, Tim Kneule, Zarko Sesum oder Jens Schöngarth vonnöten sein. "Das ist immer noch ein Europacup-Sieger, das darf man nicht vergessen", mahnt Hinze. "Wir können auswärts dieses Spiel nur gewinnen, wenn wir sie bei rund 20 Toren halten." Das klappte zuletzt beim 22:20 in Wetzlar, aber der BHC-Coach erwartet "ein anderes Spiel und eine andere Situation, auch wenn wir aus Wetzlar ein paar Sachen mitnehmen können, wie wir es geschafft haben". Die Ausfälle im Rückraum wirken sich naturgemäß auch auf die Abwehr aus, weil "vier Innenblock-Spieler weggebrochen sind". Gelöst hat Hinze das zuletzt mit verschoben vorgezogenen Abwehrspielern, vor allem mit Tomás Babák und Christian Hoße. "Das ist für mich immer noch überraschend, dass es so gut klappt", gibt der Trainer zu. "Das ist ja eigentlich unsere Not-Abwehr, aber jetzt ist sie Standard, weil uns die Innenblock-Spieler fehlen." Der BHC macht aber derzeit aus der Not das Beste.

Quelle: RP
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