| 21.41 Uhr

Bergischer HC
Kiel lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Köln. Gegen den deutschen Rekordmeister erlebt der BHC ein Auf und Ab. Wie in Göppingen holt er einen hohen Pausenrückstand auf. Anders als am Samstag bekommt er dafür aber keinen Punkt – am Ende heißt es 25:31 (12:18). Von Georg Amend

Vor 5112 Zuschauern in der Kölner Lanxess-Arena lief der BHC erneut ohne fünf Spieler auf: Zwar war Maximilian Hermann aus dem Krankenstand zurückgekehrt, dafür hatte sich Nils Artmann (Mandelentzündung) wieder dorthin verabschiedet. Ebenfalls weiter nicht einsatzfähig waren Fabian Gutbrod, Maciej Majdzinski, Kristian Nippes und Alexander Oelze. So musste natürlich der Sportliche Leiter Viktor Szilágyi wieder auf der Platte ran.

Von Anfang an stand aber Christopher Rudeck am Mittwochabend im Mittelpunkt. Zunächst wurde bekannt gegeben, dass der BHC-Torwart seinen Vertrag bis zum Jahr 2019 verlängert hat, und dann zeigte der Schlussmann, dass sich der Verein darüber sehr freuen darf. Denn Rudeck "hexte" gegen den THW Kiel von Beginn an im Tor, entschärfte allein in der ersten Halbzeit neun Bälle, darunter einen Siebenmeter von Lukas Nilsson oder einen freien Wurf von Niklas Elberg.

Kurioserweise hatte Rudeck bei den meisten Gegentreffern in der ersten Viertelstunde überhaupt keine Abwehrmöglichkeit. Denn allein vier Mal warfen die Kieler den Ball ins leere Tor, weil die BHC-Angreifer vorne vergaben und Trainer Sebastian Hinze von Anfang an mit sieben Feldspielern agierte, den Torhüter also im eigenen Angriff aus dem Kasten nahm.

Das funktionierte dann gut bis sehr gut, wenn sich seine Spieler an das Konzept hielten, keine halben Chancen zu nehmen und technische Fehler zu vermeiden. Beides unterlief den Gastgebern in der Lanxess-Arena allerdings nach den sehr guten ersten zehn  Minuten, in denen sie auch schon 4:2 und 5:3 geführt hatten, aber zu oft. Solange der BHC es schaffte, mit den sieben Angreifern durchzuspielen und so seine Außen – vor allem Jan Artmann auf links – in Szene zu setzen, war er erfolgreich. Doch dann mehrten sich die Ballverluste und der THW hatte inzwischen reichlich Übung darin, den Ball auf das verwaiste Gehäuse zu werfen. Sieben seiner 18 Treffer bis zur Pause erzielte er so, zwischen dem 12:9 und dem 15:10 gelang es den Gästen drei Mal binnen drei Minuten. Da konnte Rudeck noch so in Top-Form sein – wer nicht im Tor ist, kann auch nicht halten.

So lag der BHC zur Pause mit sechs Treffern hinten – ähnlich wie am Samstag, als er gar mit sieben Toren im Rückstand gelegen hatte. Und ähnlich wie in Göppingen, wo es am Ende noch ein sensationelles 26:26 gegeben hatte, kamen die Gastgeber wie berauscht aus der Kabine. Angetrieben von einem weiterhin bärenstarken Rudeck stellten sie mit einem Sechs-Tore-Lauf den Ausgleich wieder her – die Lanxess-Arena tobte bei Bogdan Criciotoius Treffer zum 18:18. Steffen Weinhold traf erst nach 9:51 Minuten zum ersten Mal für Kiel in Hälfte zwei – ein Verdienst vor allem von Rudeck und einer nun aufmerksameren Abwehr.

Allerdings ist Kiel eben nicht Göppingen, die Norddeutschen schüttelten sich kurz und machten dann wieder souverän weiter. Da half es auch nicht, dass der mit einem Doppelspielrecht vom Drittligisten Bayer Dormagen ausgestattete Max-Leon Bettin zu seinen ersten Bundesligatreffern kam: Vier Mal trat er zum Siebenmeter an, drei Mal verwandelte er, später traf er noch aus dem Spiel heraus. So wurde er tatsächlich gemeinsam mit Jan Artmann bester Torschütze seines Teams. Es bleibt eine Randnotiz, Punkte bekam der BHC auch gestern nicht gegen den deutschen Rekordmeister.

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