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Bergischer Hc
Kommunikator Weiß will ruhiger werden

Bergischer Hc: Kommunikator Weiß will ruhiger werden
Kommunikation ist alles: Die BHC-Abwehr-Asse Max Weiß (links) und Ace Jonovski sprechen direkt, wenn etwas nicht nach Plan gelaufen ist. FOTO: Imago
Solingen. Kommunikation ist Max Weiß wichtig. Das mussten in der vergangenen Saison auch etliche Schiedsrichter der Handball-Bundesliga eher leidvoll erfahren, denn der Kreisläufer des Bergischen HC machte seinem Unmut über vermeintlich unberechtigte Pfiffe gerne Luft. Unter anderem trug das dazu bei, dass der gebürtige Freiberger in der abgelaufenen Spielzeit ziemlich einsam an der Spitze der Zeitstrafen-Statistik der Liga landete. Von Georg Amend

Das soll nun anders werden, und nach den ersten fünf Spieltagen - am morgigen sechsten empfängt der BHC um 20.15 Uhr den ungeschlagenen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen (siehe Info-Box) in der Unihalle - sieht es auch so aus: Weiß hat in den vier Partien, in denen er mitmischen konnte, keine einzige Strafe kassiert. "Das ist natürlich schön, dass ich jetzt mehr spiele, als dass ich zuschauen muss", sagt der 26-Jährige grinsend. Ernst fügt er hinzu: "In der vergangenen Saison waren ja auch ein paar Zwei-Minuten-Strafen dabei, die ich selber verschuldet habe. Das ist etwas, das ich lernen musste. Ich hoffe, dass das jetzt besser klappt, wo auch zur neuen Saison bei den Schiris der Reset-Knopf gedrückt wurde und ich nicht mehr ganz oben auf der Sünderliste stehe. Ich versuche auch, weniger Druck auf die Schiris auszuüben, ruhiger zu werden und mir lieber einmal mehr auf die Lippen zu beißen, als rumzublaffen."

Unbeherrschtheit war aber mitnichten der einzige Grund, warum Weiß in der Vorsaison die "Sünderliste" anführte. Eine Umstellung in der Abwehr erleichtert ihm nun auch die Arbeit. "Unser neues System ist darauf ausgelegt, dass ich nicht mehr so große Räume decken muss, wo man schnell blöd aussehen kann", erläutert der 1,96-Meter-Mann, der den Rang des Führenden in der internen Strafenliste an seinen Abwehr-Kollegen Ace Jonovski verloren hat: Der Mazedonier, der ausschließlich in der Deckung eingesetzt wird, hat in fünf Partie acht Zeitstrafen erhalten. Ein "Bad Boy" ist der 34-Jährige deswegen allerdings noch lange nicht, und Weiß lobt ihn: "Mit Ace ist es ein sehr, sehr angenehmer Part. Er hat sich sehr gut eingefügt, auch von der Kommunikation her. Das braucht normalerweise mehrere Saisons, bis sich das eingespielt hat und man sich blind vertraut. Bei ihm ist das anders. Wir können schnell reden und Lösungen finden, wenn etwas mal nicht so klappt. Ich kann nur Positives über ihn berichten."

Gesprächsbedarf hat Weiß, der hofft, seine Bachelor-Arbeit in Politikwissenschaften nun beginnen und 2017 sein Studium in Düsseldorf abschließen zu können ("Wenn es mit den Kursen passt - der Trainingsplan hat Priorität gegenüber dem Stundenplan."), aber nicht nur mit Jonovski, sondern auch mit seinem Verein: "Ich habe Vertrag bis 2016, und wir sind in Gesprächen. Ich spreche nur mit dem BHC", erklärt Weiß, der gerne bleiben würde. "Wenn nicht, wären die Gespräche ja auch schon beendet", ergänzt sein Trainer Sebastian Hinze trocken. Wäre doch gelacht, wenn Kommunikator Weiß die nicht zu einem vernünftigen Ende führen könnte.

Quelle: RP
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