| 00.00 Uhr

Bergischer Hc
Letzte Aufgabe: Szilágyi ersetzen

Solingen. Nach der schweren Verletzung des Kapitäns reist der BHC morgen mit einer Rumpftruppe nach Bietigheim. Von Georg Amend

Dem letzten Spiel dieser Saison der Handball-Bundesliga kann der Bergische HC gelassen entgegensehen: Weder für ihn noch den Kontrahenten Bietigheim, wo er morgen (20 Uhr) antritt, geht es noch um etwas, der Gegner ist als Tabellenletzter bereits abgestiegen, der BHC hat den Klassenerhalt seit zwei Wochen in der Tasche. Dementsprechend ist Sebastian Hinze entspannt, obwohl er aufgrund der Ausfälle (siehe Info-Kasten) mit einer regelrechten Rumpftruppe nach Baden-Württemberg fährt. "Das ist nicht so dramatisch", sagt der BHC-Trainer und ergänzt: "Sicher wäre es schöner, wenn es nicht so wäre, dass auch Viktor und Max ausfallen, aber das ist dann eben unsere Aufgabe, die Situation zu lösen."

Die beiden Angesprochenen sind die letzten beiden Ausfälle: Max Weiß hatte sich gegen Melsungen eine mehrere Zentimeter breite Platzwunde über dem linken Auge zugezogen, die während der Partie geklebt wurde - das reichte aber nicht für die morgige Partie: "Er hatte Mittwochmorgen noch eine Kontrolle. Die Wunde ist noch nicht zugewachsen und wird es bis dahin auch nicht. Es war ja doch ein ziemlich großer Riss", sagt Hinze. Weiß selbst nimmt das Ganze gewohnt locker, grinst trotz der deutlichen Wunde und den schillernden Farbtönen aus rot, gelb und blau um sein Auge herum wie eh und je.

Der zweite Ausfall ist indes bitterer: Viktor Szilágyi droht sogar den Start in die nächste Saison zu verpassen. Der Riss der Plantarfaszie, einer Sehnenplatte, unter seinem linken Fuß, setzt ihn wohl für mehrere Monate außer Gefecht. "Vier Wochen darf er den Fuß gar nicht belasten, das Bein hängt nur in der Luft", beschreibt Hinze die derzeitige Situation, an die sich eine manuelle Therapie anschließen wird, deren Dauer vom Heilungsprozess abhängt und so eben eine unbestimmbare Zeitspanne dauern wird.

Bei Carsten Walonka ist der BHC-Kapitän dann in guten Händen. Der Physiotherapeut erklärt: "Diese Verletzung ist gar nicht so selten. Ein Fersensporn ist zum Beispiel eine Folge einer Entzündung der Plantarfaszie. Bei Leistungssportlern kommt das natürlich häufiger vor und ist sehr unangenehm." Weil die Sehnenplatte den gesamten Fuß betrifft. Was Walonka ärgert: "Ich kriege Anrufe von Leuten - ich weiß nicht mal, wo die meine Nummer herhaben. Die wollen mir dann erzählen, dass die oder die Einlage da helfen soll - dabei darf Viktor noch nicht mal einen Schuh anziehen."

Trotz der erwartet langen Ausfallzeit, in der Szilágyi in jedem Fall weite Teile der Vorbereitung, die am 8. Juli beginnt, verpassen wird, gibt es keine ernsthaften Anstrengungen, nun einen Ersatz für den Spielmacher zu finden. "Das ist kein Grund, einen Schnellschuss zu machen", betont Hinze. "Gedanken gibt es, aber wir haben nicht angefangen, den Markt zu sondieren. Ich gehe davon aus, dass Alexander Oelze zum Vorbereitungsbeginn wieder dabei ist, und mit Alex Hermann haben wir eine Alternative, die dieses System spielen kann. Er ist zwar kein klassischer Mittelmann, aber er kann Lücken reißen."

Zugang Hermann wird dem BHC aber erst zur neuen Saison helfen können, in Bietigheim muss die Aufgabe, Szilágyi zu ersetzen, anders gelöst werden. Linksaußen Christian Hoße hat immer mal wieder auf der Mitte gespielt, er kann mit seinen schnellen Beinen Lücken reißen. Die Alternative lautet bei Hinze so: "Wir werden jeweils auf der kurzen Seite mit zwei Außen spielen und die übergehen lassen." Heißt: Je nachdem, in welche Richtung der BHC in welcher Halbzeit spielt, wird es entweder auf links oder rechts zwei Außen geben, von denen einer nach einem Auftakt an den Kreis geht, um dort für Lücken zu sorgen oder für Anspiele bereit zu sein.

Des Weiteren muss der BHC in Bietigheim auch einen Vertreter für Torwart Mario Huhnstock, dessen Fußverletzung nicht ausgeheilt ist, finden, um einen zweiten Mann zu Björgvin Gustavsson zu haben. Da Sebastian Büttner nach zwei Einsätzen bei einem dritten in der ersten Mannschaft festgespielt wäre und David Ferne verletzt ist, nimmt Hinze Tobias Joest aus der Reserve mit. Die Zielsetzung für Bietigheim, wo der BHC-Coach trotz der abgeschlagenen Platzierung in der Tabelle "Qualität im Kader" weiß, ist klar: "Es ist das letzte Spiel der Saison, es werden zwei Punkte verteilt, also ist es das Ziel, auf 30 Punkte insgesamt zu kommen", sagt Hinze.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bergischer Hc: Letzte Aufgabe: Szilágyi ersetzen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.