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Bergischer HC
Lösungen für viele Fragezeichen finden

Bergischer HC: Lösungen für viele Fragezeichen finden
BHC-Trainer Sebastian Hinze (vorne) und sein Team müssen morgen Abend die schwere Aufgabe in Nettelstedt lösen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. In Nettelstedt hat der BHC noch nie gewonnen - Zeit, das im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga zu ändern. Von Georg Amend

Auf dem Papier sieht alles recht eindeutig aus: Der Bergische HC tritt morgen (19 Uhr) als Tabellen-15. der Handball-Bundesliga und damit erster potenzieller Nicht-Absteiger beim TuS Nettelstedt-Lübbecke an, der als Vorletzter bereits fünf Punkte Rückstand auf den BHC hat, dessen Vorsprung auf den Tabellen-16. ThSV Eisenach nach dem 28:26-Sieg über den SC Magdeburg vom vergangenen Samstag auf drei Zähler angewachsen ist. Mit einem Sieg in Nettelstedt könnte das Team von Sebastian Hinze nun den nächsten wichtigen Schritt zum Klassenerhalt gehen. Aber so einfach wie in der Tabelle ist es ja nicht. "Wir waren ja auch schon abgestiegen nach den ganzen Rechnereien", sagt der BHC-Trainer mit Verweis darauf, dass es in der Bundesliga selten klare Angelegenheiten gibt.

Zumal die Bergischen sicher nicht als Favorit in Nettelstedt auflaufen - zu dünn ist der Vorsprung, zu eng die Leistungsdichte, zu wenig ausrechenbar der Gegner. "In den letzten Spielen haben sie 3:3 gedeckt, davor immer 6:0", erläutert Hinze die unterschiedlichen Abwehrformationen, auf die er sein Team einstellen muss. "Es ist die Frage, was uns da erwartet - auch vom Personal her. Nettelstedt hat eine hochklassige Besetzung und einen breiten Kader - da müssen wir uns in kurzer Zeit auf viel vorbereiten. Auf einen Gegner mit einer hohen Spielerdichte, der taktisch viel macht." Hinze zitiert seinen Kieler Kollegen Alfred Gislason, um die vorhandene Qualität des Vorletzten zu betonen: ",Wenn man sich Videos von Nettelstedt anguckt, würde man die Tabellensituation nicht vermuten'. So ist es mir auch gegangen."

Zumal der TuS sein letztes Heimspiel gewonnen hat - mit 23:22 gegen den TVB Stuttgart, der direkt vor dem BHC steht. Außerdem weiß Hinze: "In Nettelstedt ist es immer schwierig. Bisher waren wir noch nicht erfolgreich da. Wir hoffen, das jetzt umzudrehen." Das wäre im Kellerduell sicher ein guter Zeitpunkt. "Der Zeitpunkt für Punkte ist immer gut", entgegnet der 37-Jährige mit einem leichten Lächeln.

Mut macht, dass der BHC seine Leistung in diesem Kalenderjahr stabilisiert hat, und inzwischen damit auch die notwendigen Punkte holt: Drei Siege aus den letzten fünf Spielen, plus die erst in der Verlängerung verlorene Partie beim Finalturnier im nationalen Pokal gegen den späteren Titelgewinner Magdeburg, zeigen den guten Trend. "Wir haben Lemgo gehabt, wir haben Hannover gehabt", sagt Hinze mit Blick auf die beiden Liga-Siege und schiebt auf die Niederlage gegen Leipzig und den Sieg gegen Magdeburg bezogen nach: "Das war knapp, aber wir haben viel daraus gelernt, was man jetzt Samstag sehen konnte. Nämlich Disziplin und Konzentration hochzuhalten. Gegen Leipzig haben wir nicht die Ruhe gehabt, haben uns stressen lassen." Der Unterschied nun: "Solche Phasen gab es Samstag auch, aber wir sind daraus viel schneller zurückgekommen, die Körpersprache war da, nicht erdrückend, sondern viel positiver, zielbewusster. Man hat in 60 Minuten immer die Chance, Schwierigkeiten zu lösen. Dafür brauchen wir Werkzeuge, und die haben wir jetzt."

Dazu gehört neben taktischen Dingen, dass der eigene Kader bis auf Maximilian Hermann (Frakturen im Gesicht) wieder bestens gefüllt ist. In Fabian Gutbrod ist ein Mann für "einfache Tore" aus dem Rückraum wieder da, auch wenn er nach vier Monaten Pause noch lange bis zur Optimalform brauchen wird. Christian Hoße hat nach seinen Fußproblemen, die ihn im Magdeburg-Spiel ereilten, inzwischen wieder mittrainiert, hinter seinem Einsatz steht aber noch ein Fragezeichen. Die muss der BHC jedoch in Nettelstedt ohnehin lösen.

Quelle: RP
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