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Bergischer Hc
Oelze führt BHC ins Pokal-Achtelfinale

Solingen. Der Mittelmann geht mit elf Toren beim hart erarbeiteten 26:21-Sieg im Pokal-Turnier-Finale über Drittligist TV Hüttenberg voran. Von Georg Amend

Es läuft die 50. Minute im Finale des Erstrunden-Turniers im DHB-Pokal zwischen dem ausrichtenden Handball-Bundesligisten Bergischer HC und dem Drittligisten TV Hüttenberg. Alexander Oelze, Mittelmann des hohen Favoriten, schraubt sich vor der Abwehr des Gegners hoch und erzielt das 20:19. Ein durchdringender Blick und ein paar nette Worte wirft er Torwart Fabian Schomburg seinem Ball noch hinterher, denn der hatte kurz zuvor beim Stand von 19:19 sowohl den Siebenmeter als auch den Nachwurf von Oelze pariert. Dann holt der 31-Jährige sein Tor eben nach - es ist sein zehntes in dieser Partie und gleichzeitig das, das die Entscheidung einläutet. Nach hartem Kampf gewinnt der BHC schlussendlich mit 26:21 (11:11) und steht so im Achtelfinale des nationalen Pokalwettbewerbs.

Bis zum 19:19 - einmal mehr durch Oelze, der es am Ende auf elf Treffer bringt - hat Hüttenberg sehr gut mitgehalten, den Favoriten auch in die eine oder andere Verlegenheit gestürzt. Freilich auch, weil der BHC es zuließ. "Dass Vieles, was wir gesehen haben, Stückwerk war, ist mit der einen Besetzung über zwei Tage zu verzeihen", sagt Trainer Sebastian Hinze im Anschluss an die Partie, bei der auf seiner Einwechselbank weniger Spieler saßen, als verletzt daneben. Viktor Szilágyi, Maximilian Hermann, Milos Dragas, Christian Hoße und Kristian Nippes (Hinze: Nippi hat versucht zu spielen, aber es hat sich noch nicht richtig angefühlt. Deshalb habe ich ihn vorsichtshalber rausgenommen.") konnten nur zuschauen, vier Akteure hätten von der Bank kommen können.

Und da das Spiel derart eng war, verzichtete Hinze darauf, etwa Brian Gipperich als Linkshänder für den rechten Rückraum zu bringen, da der 18-Jährige noch viel lernen muss. Stattdessen agierte der Trainer meist mit Alexander Hermann auf der rechten Seite, der so seinen Zwillingsbruder Maximilian und Nippes positionstechnisch vertrat. In Hälfte zwei ging in Arnor Gunnarsson sogar ein Rechtsaußen auf halbrechts - der Isländer sollte mit seinen schnellen Beinen die offensive Abwehr der Hüttenberger in Bewegung bringen und verwandelte zudem den letzten Wurf der Partie aus dem Rückraum in den Winkel.

Dennoch sind diese Variationen natürlich nur Notlösungen. "Wir haben es geschafft, das zu kompensieren, weil wir es am Ende geschafft haben, in der Abwehr besser zu stehen", betonte Hinze, der mit den ersten 18 Minuten überhaupt nicht zufrieden gewesen war: "Wir sind ganz schwer in das Spiel reingekommen. Die ersten zwei, drei Angriffe haben uns die trügerische Sicherheit gegeben, dass es funktionieren würde im Angriff. Und in der Abwehr hatten wir nicht die Intensität wie im ersten Spiel. Das haben wir zwar nachher in den Griff bekommen, aber da hatten wir die Leichtigkeit im Angriff schon verloren."

Derjenige, der relativ unbekümmert davon blieb und immer wieder Lösungen - sei es Anspiele oder eben erfolgreiche Abschlüsse - fand, war Oelze. Schon tags zuvor gegen den TV Neuhausen (28:17) war er mit acht Treffern bester Werfer des BHC gewesen, überhaupt hat der gebürtige Magdeburger in nahezu alleiniger Vertretung von Kapitän Szilágyi eine glänzende Vorbereitung gespielt. "Die eine Woche, wo ich wegen dem Magen-Darm-Infekt Antibiotika nehmen musste, war ein bisschen blöd, aber ansonsten lief es ganz gut", fasste Oelze zusammen und ergänzte nach seiner Elf-Tore-Gala gegen Hüttenberg ebenso bescheiden: "Es wird immer besser: Die persönliche Form und das Zusammenspiel mit allen. Und von mir sind ja dann auch ein paar Bälle reingefallen."

Er wusste aber ebenfalls, dass das Pokalfinale nicht das rundum beste Spiel des BHC in der jüngeren Vergangenheit gewesen war: "Wir haben am Anfang unsere Chancen nicht genutzt, vor allem bei den freien Würfen von neun Metern. Ich habe da eben eine Zahl gehört - zwölf oder 13 Freie sind ein bisschen viel. Wenn wir die Hälfte davon reinmachen, wird das Spiel vorher klar." Die personellen Probleme im rechten Rückraum bewertete Oelze so: "Alex Hermann macht das voll gut auf rechts, er geht auf die Lücken. Aber natürlich ist das mit ihm oder Arnor schon etwas anderes als wenn Maxi Hermann oder Nippi da sind."

Gegen Hüttenberg konnte er das mit seiner Gala noch kompensieren. Am Sonntag beim Bundesliga-Auftakt beim SC Magdeburg wartet allerdings ein ganz anderes Kaliber auf den BHC. Hinze hofft aber, dass dann "die rechte Angriffsseite" wieder dabei ist".

Quelle: RP
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