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Bergischer HC
Oh wie war das schön!

Bergischer HC: Oh wie war das schön!
Einer der raren Glücksmomente in dieser Saison: Max Weiß (rechts) hat in der Schlusssekunde den 31:30-Sieg über Lemgo perfekt gemacht. FOTO: Mak (Archiv)
Solingen. Der BHC tritt am Sonntag (15 Uhr) beim TBV Lemgo an - gegen den gab es den letzten Sieg in der Handball-Bundesliga. Von Georg Amend

Mit 30:29 führt der Bergische HC in der Schlussminute gegen den TBV Lemgo, dessen Trainer Florian Kehrmann nimmt eine Auszeit und versucht, mit einem zusätzlichen Feldspieler statt eines Torhüters noch ein Unentschieden zu ergattern. Als Arne Niemeyer vier Sekunden vor dem Ende zum 30:30 trifft, scheint der Plan aufgegangen zu sein - doch zwei Spieler der Hausherren in der vollbesetzten Klingenhalle reagieren überragend schnell: Torhüter Björgvin Gustavsson holt den Ball gedankenschnell aus dem Netz und wirft ihn an den Mittelkreis, wo bereits Max Weiß steht, die Kugel annimmt und von dort direkt ins verwaiste Lemgoer Tor wirft - der Kreisläufer entscheidet die Partie, der Rest ist Party.

Seitdem hatte der BHC keinen Grund mehr, in der Handball-Bundesliga zu feiern. Was seinerzeit wie eine Befreiung nach neun sieglosen Spielen, davon acht Niederlagen, gewirkt hatte, hat sich als Strohfeuer entpuppt. Die folgenden sechs Liga-Partien seit der irren Schlussphase gegen Lemgo hat das Team verloren, es steht weiterhin auf dem ersten Abstiegsplatz. Zwar ist das rettende Ufer weiterhin nur einen Zähler entfernt, aber inzwischen droht auch von hinten Ungemach: Der TuS Nettelstedt-Lübbecke punktet inzwischen relativ konstant, was man vom BHC nicht behaupten kann. Bringt nun die Partie am Sonntag eine echte Trendwende?

Zwar haben die Bergischen seit mehr als einem Jahr auswärts nicht mehr gewonnen, aber immerhin geht es nach Lemgo, das Team, das man zuletzt in der Liga besiegen konnte. Und der TBV weist eine ähnlich schwache Bilanz aus, hat sieben der letzten acht Partien verloren. Allerdings: In der Lipperlandhallle gab es bislang für den BHC noch keinen Punkt. "Meine zwei Erinnerungen aus den letzten beiden Jahren sind, dass wir in Lemgo sehr gut angefangen, es aber leider nicht bis zum Ende durchgezogen haben", berichtet Trainer Sebastian Hinze. "Einmal war das sehr extrem, da haben wir mit fünf Toren geführt und noch verloren."

Dann doch lieber etwas weniger weit in der Erinnerung zurückgehen - zum Hinspiel zum Beispiel. "Das war natürlich ein absolut positives Erlebnis vom allem in Verbindung mit Gummersbach", sagt Hinze mit Blick auf die damals vorangegangene 21:34-Klatsche beim VfL. Der Trainer ergänzt im Anklang an die knappe 22:23-Niederlage gegen Gummersbach vom vergangenen Samstag: "Man muss zwar ehrlich sagen, dass wir im Hinspiel gegen Lemgo nicht gut gespielt haben, aber da haben wir ein Ergebnis geholt. Jetzt haben wir gegen Gummersbach ein gutes Spiel gemacht, aber kein Ergebnis geholt. Fakt ist, wir brauchen Ergebnisse."

Auch mit Blick auf Nettelstedt, das am Mittwoch ebenso Unentschieden gegen Göppingen spielte wie ein anderer Abstiegskampf-Konkurrent, HBW Balingen, gegen Magdeburg. "Man nimmt das zur Kenntnis", sagt Hinze. "Natürlich wäre es mir lieber, Göppingen oder Magdeburg hätten gewonnen. Aber da wir auf einem Abstiegsplatz stehen, richtet sich unser Blick eh nach oben. Wenn wir auf einem Nichtabstiegsplatz stehen würden, wäre das anders, aber jetzt ist es logisch, nach oben zu gucken." Die Situation im Tabellenkeller sei "für uns alle hart, aber wir müssen das wegstecken".

Vielleicht helfen die Erfahrungen aus dem Hinspiel gegen Lemgo ja dabei. "Dieses Spiel ruft bei uns allen positive Erinnerungen wach, weil wir es damals in einer ähnlichen Situation geschafft haben, das vielleicht emotionalste Spiel in den letzten Jahren in Solingen zu gewinnen", meint Hinze.

Und was antwortet der Hinspiel-Held auf die Frage, ob er nicht gute Erinnerungen an Lemgo habe? "Natürlich", sagt Max Weiß, und schiebt nach: "In der Klingenhalle." Oh, wie war das schön! Wiederholung erwünscht, gerne auswärts.

Das Spiel des BHC in Lemgo wird am Sonntag ab 15 Uhr auf Sport 1 live im Free-TV zu sehen sein.

Quelle: RP
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