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Bergischer Hc
Szilágyi fehlte an allen Ecken und Enden

Bergischer Hc: Szilágyi fehlte an allen Ecken und Enden
Mit vereinten Kräften stoppen hier Fabian Gutbrod (links) und Moritz Preuss Balingens Lars Friedrich, doch am Ende hatte der Bergische HC beim Tabellennachbarn das Nachsehen und rutschte auf einen Abstiegsplatz ab. FOTO: Sebastian Single/Speedklick
Solingen. Der Bergische HC verliert bei HBW Balingen-Weilstetten aufgrund einer schwachen Angriffsleistung mit 23:27. Von Thomas Rademacher

Es ist eine gute Nachricht aus Sicht des Bergischen HC, dass die Verletztenmisere vorbei ist. Fabian Gutbrod, Alexander Hermann, Christian Hoße und Alexander Oelze standen im Spiel bei HBW Balingen-Weilstetten wieder für den Handball-Bundesligisten auf der Platte. Das bedeutete aber auch, dass Viktor Szilágyi nicht mehr spielte. Und der Sportliche Leiter des Klubs hätte der Mannschaft gerade in diesem so wichtigen Duell im Kampf um den Klassenerhalt sehr geholfen. Mit einer offensiv ausgerichteten 5:1-Deckung zogen die Balinger dem BHC in der ersten Halbzeit den Zahn, weil im Angriff zu wenige Lösungen gefunden wurden.

Das sah auch der Sportliche Leiter so. "Wir hatten Probleme im Angriff und haben uns stressen lassen", meinte Szilágyi. "Vor allem haben wir nicht punktgenau gespielt." Tim Nothdurft agierte für HBW auf der vorgezogenen Deckungsposition und hielt stets den Mittelspieler der Bergischen in Schach. Die Gäste rieben sich auf, kamen nur selten zu guten Abschlüssen und lagen folgerichtig in der 21. Minute mit 6:9 hinten.

Ein Viktor Szilágyi hätte dem Spiel in dieser Phase gut getan. Mit all seiner Erfahrung und spielerischen Kreativität hätte er wohl für die nötigen Akzente gesorgt, um die Partie zu kippen. Denn in der Deckung lieferte der BHC eine ordentliche Vorstellung ab und ebnete damit den Weg zu einem möglichen Erfolg. Doch der Österreicher hatte sich nach vier Aushilfseinsätzen in Folge diesmal nicht umgezogen. Er saß zwar auf der Bank, jedoch als Offizieller neben Trainer Sebastian Hinze, Physiotherapeut Carsten Walonka und Betreuer Siegfried Knapik.

"Wir müssen es realistisch sehen", erläuterte Szilágyi, warum er diesmal keine Option war. "Wir sind alle froh, dass es in den Spielen vorher gutgegangen ist. Aber es hatte Gründe, im Sommer die Entscheidung zu treffen, nicht mehr zu spielen. Wir wollen den nächsten Schritt gehen." Das heißt, die Mannschaft muss sich auch ohne den Weltklasse-Handballer zu helfen wissen. Ein logischer Gedanke, schließlich hatte der Österreicher vor Saisonbeginn eigentlich ausgeschlossen, überhaupt wieder das Trikot anzuziehen. Die vier jüngsten Abweichungen von diesem Vorsatz haben neue Erwartungen, oder vielmehr die Hoffnung auf weitere Comebacks, geweckt. Doch es muss auch ohne den großen Szilágyi gehen, obwohl sogar der zugibt: "Vielleicht ist das nicht ideal in so einem Spiel."

Denn Balingen ist ohne Zweifel ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. Durch den 27:23-Sieg zog die Mannschaft am Bergischen HC vorbei und verwies diesen auf den 16. Platz, den ersten Abstiegsrang. Hinze drehte zwar an einigen Schrauben, um die Niederlage abzuwenden, doch die erwünschten Resultate lieferte die Mannschaft offensiv nur selten. Beim 6:9 in der ersten Halbzeit nahm der Coach eine Auszeit und beorderte Björgvin Gustavsson während der Angriffe aus seinem Kasten, um ihn durch einen siebten Feldspieler zu ersetzen. Per Siebenmeter traf Arnor Gunnarsson zum 7:9, und Hoße markierte kurz darauf das Anschlusstor. Doch danach bestraften die Balinger zwei leichte BHC-Fehler gnadenlos. Alexander Hermanns Wurf war leichte Beute für den mehr und mehr glänzend agierenden Tomas Mrkva im HBW-Gehäuse. Der Gegenstoß landete durch Lars Friedrich im leeren Gehäuse. Im nächsten Angriff war Yves Kunkel wachsam, fing den Pass von Tomás Babák ab und stellte die Partie gar auf 12:8.

Der Angriffsmotor stotterte auch nach Wiederanpfiff, so dass der BHC fast zu keinem Zeitpunkt mehr für einen Sieg infrage kam. Die genialen Aktionen, sie fehlten. Rückkehrer wie Fabian Gutbrod oder Alexander Hermann zeigten, warum man sie in den vergangenen Wochen vermisst hatte, doch die Belastung einer so intensiven Partie ging an ihnen auch nicht spurlos vorüber. "Es war mein erstes Saisonspiel", meinte Gutbrod. "In einem Spiel mit so vielen Zweikämpfen ist das nicht ungewöhnlich. Aber ich habe mich gefreut, endlich wieder zu spielen, hätte das Comeback aber lieber mit einem Sieg hier gefeiert."

Quelle: RP
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