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Bergischer HC
Und am Ende jubeln die anderen

Bergischer HC: Und am Ende jubeln die anderen
Stummer Beobachter: BHC-Rechtsaußen Arnor Gunnarsson muss den jubelnden Leipzigern zuschauen. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Gegen den SC DHfK Leipzig verliert der BHC in Wuppertal mit 28:31. Eine unnötige Pleite in der Handball-Bundesliga. Von Georg Amend

Moritz Preuss braucht ein wenig Zeit zum Durchatmen. Der Kreisläufer des Bergischen HC hat in der Heimpartie in der Wuppertaler Unihalle gegen den SC DHfK Leipzig kurz zuvor beim Stand von 28:29 in Unterzahl - Positionskollege Max Weiß hatte eine Zeitstrafe erhalten - die große Chance gehabt, den erneuten Ausgleich zu besorgen. Doch den starken Pass seines Kapitäns Viktor Szilágyi veredelte der 20-Jährige nicht, er scheitert an SC-Torwart Jens Vortmann. Damit ist Preuss in bester Gesellschaft, denn auch seine Mitspieler sind ein ums andere Mal an dem Keeper verzweifelt, der es am Ende auf überragende 19 Paraden bringt und so maßgeblichen Anteil daran hat, dass Leipzig einen 31:28 (17:14)-Sieg feiert. Eine unnötige Pleite des BHC. "Wir hätten das Spiel nicht abgeben müssen. Wenn wir nur die Hälfte unserer freien Chancen nutzen und die Abwehr besser steht, behalten wir die Punkte", sagt Mittelmann Alexander Oelze sehr zu Recht.

Moritz Preuss hat inzwischen durchgeatmet und versucht zu erklären, was es gegen Leipzigs Keeper so schwer gemacht hat: "Vortmann ist ein super Torhüter, das war ein super Transfer von Leipzig", sagt er über den Ex-Hamburger. "Er hat uns vermutlich mit viel Video ausgeguckt." Dann kommt er aber zum eigentlichen Problem: "Wir waren unglaublich schwach im Abschluss, nicht konzentriert genug." Vize-Kapitän Kristian Nippes geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wenn Leipzig die Eins-gegen-Eins-Situationen macht und wir nicht, sind sie besser. Das ist kein Glück oder Pech, das ist Qualität." Beides stimmt bedenklich im Abstiegskampf.

Immerhin war der Einsatz da, vom 19:23-Rückstand (44. Minute) ließ sich der BHC nicht beirren und egalisierte den Spielstand wieder. Allerdings gelang das beim 28:28 (53.) zum letzten Mal. Und so war es nachher wie immer in Ligaspielen in der Wuppertaler Unihalle in dieser Saison: Am Ende jubeln die anderen. Das ärgerte nicht nur Alexander Hermann, der mit acht Treffern bester Schütze beider Mannschaften gewesen war: "Wir kämpfen immer so gut, aber am Ende reicht es nicht. Wir haben so viele freie Würfe nicht reingemacht - so gewinnst du halt kein Spiel."

Wie Oelze schon hatte anklingen lassen, war aber nicht nur die Offensive nicht auf der Höhe. "In der Abwehr war es in der ersten Halbzeit nicht gut, wir haben dem Kreis zu viel Platz gelassen", analysierte Preuss treffend. "In der zweiten Halbzeit war das besser, dafür haben wir die Kreuzbewegung auf der Mitte, was eigentlich unser Spielzug ist, nicht gelöst bekommen. So konnten die Leipziger immer frei werfen. Das war nicht gut."

Sein Trainer Sebastian Hinze legte ebenfalls den Fokus auf die Defensive, in der ohne Maximilian Hermann (Brüche im Gesicht) der offensive Abwehrchef fehlte: "Der Sieg von Leipzig war verdient, weil wir nicht in unser Spiel gekommen sind. Das, was uns auszeichnet, eine Abwehr stellen und daraus das Tempo zu bestimmen, haben wir nicht geschafft. Leipzig hat das Tempo bestimmt." Und weiter: "Wir kommen in der zweiten Halbzeit in das Spiel, können selber einfache Tore machen und die Emotionen mitnehmen. Dann kriegen wir bei 27:27 eine Zeitstrafe, wo wir vorher schon nicht gut verteidigen." Natürlich war Hinze auch die eklatant schwache Chancenverwertung aufgefallen, er meinte aber: "Klar haben wir zu viele freie Würfe nicht genutzt, aber das war nicht der entscheidende Faktor, sondern dass wir es selber nicht geschafft haben, über die Abwehr das Tempo zu bestimmen."

Quelle: RP
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