| 21.34 Uhr

Bergischer HC
Vogelwilder BHC verliert gegen Magdeburg

Solingen. Nach fünf Niederlagen in der Handball-Bundesliga in Folge wollte der Bergische HC sein Heimspiel in der Klingenhalle gegen den SC Magdeburg nutzen, um wieder in einen positiven Lauf zu kommen. Daraus wurde bei der 24:31(12:15)-Pleite indes nichts - im Gegenteil. Die Krise des BHC hat dramatische Züge angenommen. Von Georg Amend

Den ersten Angriff der Partie vergaben die Hausherren direkt, im Gegenzug nutzte Robert Weber seine Chance zur Gäste-Führung. Von da an lief der BHC bis zur elften Minute hinterher – bis Magdeburgs Michael Damgaard ihm den Gefallen tat, zwei Mal in Folge einen Wurf über das falsche Bein nicht aufs Tor zu bringen. Den zweiten Fehlwurf des Halblinken nutzte BHC-Torwart Björgvin Gustavsson zum Gegenstoßpass auf seinen Linksaußen Christian Hoße, der mit dem 6:5 die erste Führung der Hausherren erzielen konnte.

Doch ihnen unterliefen in dem insgesamt zerfahrenen Spiel einfach zu viele Fehler. Beispiel: Mittelmann Tomás Babák misslang ein Überkopf-Anspiel auf Uros Vilovski völlig, und der Kreisläufer selber fing in kürzester Zeit zwei Anspiele einfach nicht. Das nutzte der SCM eiskalt aus und zog von 7:8 (15.) auf 14:8 davon (24. Minute). BHC-Trainer Sebastian Hinze hatte zwischendurch in einer Auszeit versucht, sein Team wieder in die Spur zu bringen und unter anderem Vilovski vom Feld genommen. Da in Moritz Preuss der zweite etatmäßige Kreisläufer verletzt fehlte, schickte er Jan Artmann an den Kreis – und der eigentliche Linksaußen fing auch direkt ein Anspiel von Maximilian Hermann, um dann gegen Jannick Green im Magdeburger Kasten zu verwerfen.

Es lief einfach sehr viel gegen den BHC, der auch Pech hatte, dass ein Heber von Hoße am Pfosten landete und auf der Gegenseite ein Abpraller nach Parade von Gustavsson genau in den Händen von Yves Grafenhorst landete, der dann von linksaußen problemlos vollstrecken konnte. Mit Pech alleine ist der zwischenzeitlich hohe Rückstand von sechs Treffern aber bei 18 Fehlangriffen in Hälfte eins nicht zu erklären. Zum Vergleich – Magdeburg hatte in diesen 30 Minuten zehn misslungene Angriffe. Wie das Fehlen von Preuss vorne machte sich zudem hinten das Aussetzen von Abwehrchef Ace Jonovski negativ bemerkbar, die Deckung war teilweise doch arg löchrig.

Dahinter präsentierte sich immerhin Gustavsson in ansprechender Form, sonst wäre der Pausenrückstand wohl höher gewesen als die drei Tore. Und der Isländer sorgte nach dem Seitenwechsel auch für einen Impuls, als er den Ball in Überzahl zum 14:16 ins wegen eines zusätzlichen Feldspielers verwaiste Magdeburger Tor warf. Nach Hoßes Treffer von halbrechts (!) zum 16:17 war der Anschluss wieder hergestellt, ebenso nach seinem schönen Leger von linksaußen zum 17:18 (40.).

Zum Ausgleich reichte es aber nicht, weil sich wieder zu viele Fehler einschlichen. Green hatte im SCM-Tor oft wenig Mühe, die Würfe aus dem Rückraum zu parieren, zudem gab es kleine Ungenauigkeiten, die in der Bundesliga eben bestraft werden. Magdeburg wiederum schlug zwar auch nicht massiv Kapital daraus, blieb aber so ständig vorne. Je länger der BHC im Rückstand lag, umso verzweifelter, fast schon vogelwild, wurden die Angriffsaktionen, Magdeburg konnte so mit viel Schwung relativ einfach erfolgreich sein. So wird es nichts mit dem Klassenerhalt.

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