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Bergischer HC
"Wir werden unseren Weg weitergehen"

Bergischer HC: "Wir werden unseren Weg weitergehen"
Kristian Nippes (rechts) war gegen Stuttgart (hier Dominik Weiß) der offensiv beste BHC-Akteur, doch es reichte nicht zum Sieg. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Halbrechte des Bergischen HC spricht über die Gründe für die schlechte Hinrunde des Handball-Bundesligisten.

Kristian Nippes ist der Stellvertreter von Kapitän Viktor Szilágyi beim Bergischen HC. Seit der erneuten Verletzung des Österreichers führt der 27-Jährige den Handball- Bundesligisten an. Beim bitteren 21:21 im Heimspiel gegen Aufsteiger TVB Stuttgart biss der Linkshänder trotz einer schmerzhaften Beckenprellung auf die Zähne und war der offensiv beste Mann des BHC.

Wie geht es Ihnen?

Nippes Ich merke die Prellung noch, aber es ist besser geworden in den letzten zwei Tagen. Und es sind ja noch drei Tage bis zum Derby beim VfL Gummersbach.

Dann zum BHC: Was läuft in dieser Saison schief?

Nippes Die große Überschrift ist, dass die Ergebnisse nicht stimmen. Wenn man nach so vielen Spielen nur fünf Punkte hat, hat man ein Ergebnisproblem.

Ergebnisse hängen meist mit Leistungen zusammen . . .

Nippes Ja, und wir analysieren das auch. Aber das geht zu sehr ins Detail, als dass man das in einem Satz beantworten könnte.

Wir haben ein paar Zeilen zur Verfügung . . .

Nippes In den ersten zehn Spielen hatten wir Schwächephasen, durch die wir gar nicht erst in die Situation gekommen sind, um Punkte kämpfen zu können. Das haben wir behoben. Wir waren in den letzten fünf Spielen vier Mal in entscheidenden Phasen dran. Die Ausnahme war das Melsungen-Spiel, wo wir zwar zur Halbzeit nur mit einem Tor hinten liegen, es dann aber nach der Pause sehr schnell gegen uns läuft. In den anderen Spielen waren wir dran, geben sie aber in den entscheidenden Phasen aus der Hand. Da muss man differenzieren und intern sehen, woran es liegt. Uns ist bewusst, dass es nicht so läuft, wie wir das wollen, aber es ist schon besser geworden. Wir sind näher dran und müssen es jetzt in entscheidenden Phasen einfach erzwingen. So, wie die letzten Spiele gelaufen sind, ist es natürlich mega-enttäuschend. Wir wissen ja, dass wir es können, und wir müssen daran arbeiten, Punkte zu holen. Das tun wir im Training.

Das Stuttgart-Spiel war der bisherige Tiefpunkt, weil es da erstmals 60 Minuten nach Verunsicherung aussah. Wie ist Ihre Einschätzung?

Nippes Das habe ich während des Spiels nicht so gesehen. Ich glaube nicht, dass eine grundsätzliche Verunsicherung da ist. Das Selbstvertrauen ist sicherlich ein anderes, aber wir sind nicht so verunsichert, dass wir ein 21:18 nicht über die Zeit bringen könnten. Es hat mich ein bisschen an das Balingen-Heimspiel letzte Saison erinnert: Es war ein Abstiegskampf-Spiel. Sicherlich kein gutes Spiel von uns und auch kein Leckerbissen. Man muss den Kampf annehmen, und das haben wir gemacht. Wir hatten es ja auch. Nachher ist es so, dass man sich an den Kopf packt und fragt: Wie konnte das passieren?

Was haben Sie mit Alexander Oelze, der den Siebenmeter zum möglichen 22:20 verworfen hat, und Ace Jonovski, der den finalen Stuttgarter Strafwurf verursacht hat, gemacht?

Nippes Es gab an dem Abend niemanden, der enttäuschter war als Ali und Ace. Keine Frage, dass das persönlich für einen am schlimmsten ist. Es wurde darüber gesprochen, aber sicher nicht als Vorwurf, sondern es wurde darüber gesprochen, wie wir das besser machen können. Das ist bei einem Foul in den Schlusssekunden natürlich einfacher zu beheben als bei einem verworfenen Siebenmeter. Aber gerade in solchen Momenten steht man als Mannschaft zusammen. Wir werden hart daran arbeiten, weiter zu punkten. Wir wissen, dass es eine sehr schlechte Hinrunde von uns ist, aber wir glauben an uns und werden unseren Weg weitergehen.

Den Weg weitergehen heißt auch mit Trainer Sebastian Hinze?

Nippes Definitiv. Selbstverständlich. Das schließt nicht nur die Spieler, sondern auch den Trainer und den Verein mit ein. Wenn wir uns entzweien lassen würden, wäre das ein Armutszeugnis. Wir haben gewachsene Strukturen. Wenn wir zwei Jahre zurückblicken, hatten wir auch einen Negativlauf, aber wir haben an uns gearbeitet, um in Balingen und Berlin die Klasse zu halten. Das haben wir geschafft. Und letzte Saison lief es so gut, dass wir diese Abstiegsgipfel vermeiden konnten.

Inwieweit spielen nun die zahlreichen Verletzungen - auch Sie haben ja länger pausieren müssen - eine Rolle für den aktuellen Negativlauf?

Nippes Das ist sicher ein Punkt, der mit zu der Situation geführt hat, den wir aber nicht ändern können. Wir dürfen das nicht als Entschuldigung nehmen. Es ist ein Punkt, wo eine Mannschaft dran wachsen kann.

Fehlt Ihnen nicht in den eben genannten entscheidenden Phasen ein Viktor Szilágyi, der das Spiel gewinnt?

Nippes Es steht außer Frage, dass Viktor diese Rolle innehat. Aber wir dürfen uns nicht dahinter verstecken, dass wir keine entscheidende Phase gewinnen könnten, weil Viktor fehlt. Dieser Denkansatz ist falsch. Er ist verletzt, und wir müssen uns überlegen, wie wir die entscheidenden Phasen besser gestalten. Das kann vielleicht jetzt keiner alleine, aber wir haben genug Leute, auf deren Schultern wir das verteilen können.

Spielen das Pokal-Viertelfinale gegen Minden am 16. Dezember und das Highlight am 27. Dezember gegen Kiel vor mehr als 10.000 Zuschauern in Köln schon eine Rolle? Leidet darunter die Konzentration auf die Liga?

Nippes Sicher nicht. Wir wissen, dass das Pokalspiel bald ist, und dass es eine super Chance für den Verein, die Zuschauer und Spieler ist. Aber jeder von uns würde das gerne gegen mehr Punkte eintauschen. Wir denken nicht an Minden oder Kiel, sondern an Gummersbach am Samstag und Lemgo in der Woche darauf.

Wollen Sie vor dem Derby gegen Gummersbach noch eine Kampfansage loswerden?

Nippes Eine Kampfansage? Hm . . . Es ist ein wichtiges Bundesligaspiel, und wir fahren dahin, um etwas zu holen. Wir wissen, dass es schwer wird, und dass wir in einer schwierigen Phase sind, aber es ist auch klar, dass wir da etwas holen wollen. Das ist unsere Aufgabe.

GEORG AMEND FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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