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Bergischer Hc
Zur Not spielt Weiß auch 60 Minuten

Bergischer Hc: Zur Not spielt Weiß auch 60 Minuten
So wie in der Vorsaison wird Max Weiß (mitte) gegen Wetzlar wieder Schwerstarbeit verrichten müssen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Gegen die HSG Wetzlar will der Bergische HC die wichtigen Punkte holen, die in Lemgo auf der Strecke geblieben sind. Von Thomas Rademacher

Die Auswärtspartie beim TBV Lemgo hat Sebastian Hinze mit seiner Mannschaft ausführlich analysiert. "Im Wesentlichen waren es die Fehlwürfe, die uns das Genick gebrochen haben", erläutert der Trainer des Bergischen HC. Acht vergebene Versuche aus sechs Metern sprechen für sich. "Der Abschluss ist eigentlich gar nicht unser Problem, aber das kann natürlich auch mit der hohen Belastung zusammengehangen haben."

Inzwischen haben Mannschaft und Trainer die vergebene komfortable Führung von acht Punkten auf einen Abstiegsrang abgehakt, um sich voll auf das Bundesliga-Heimspiel gegen die HSG Wetzlar (morgen, 19 Uhr, Unihalle Wuppertal) zu konzentrieren. "Wir haben schon oft bewiesen, dass wir mit Misserfolgen umgehen können", sagt der Trainer vorausblickend. "Und eigentlich ist es ein Luxusproblem", ergänzt Max Weiß. "Denn unsere Ausgangssituation ist mit 25 Punkten nach wie vor gut. Wir haben in dieser Saison noch nie unter dem Strich gestanden und haben es selbst in der Hand, dass es so bleibt." Zwei Siege aus den letzten sechs Spielen sollten den Löwen reichen, um in der Liga zu bleiben.

Die Chance gegen die HSG Wetzlar ist groß. Hinze will zwar nichts davon wissen, dass es für die Wetzlarer im Mittelfeld der Tabelle nicht mehr um so viel geht und die Mannschaft deshalb nicht mit hundertprozentiger Überzeugung im Bergischen auftreten könnte, doch er weiß, dass seine Mannschaft mit einer optimalen Leistung gewinnen kann: "Wir müssen immer am Maximum spielen. Dann haben wir unsere Chance. Das wird auch diesmal so sein".

Die Gäste profitieren offensiv vor allem vom genialen Ivano Balic, dem es gelingt, seinen treffsicheren Mitspielern die nötigen Räume zu verschaffen. Defensiv baut die Truppe voraussichtlich eine massive 6:0-Deckung. "Wir konnten uns jetzt eine Woche nur auf dieses eine Spiel vorbereiten. Das tut uns gut." Hinze ist sich sicher, dass seine Mannschaft eine gute Leistung abrufen wird. "Mit dem, was uns zur Verfügung steht."

Damit spielt der Coach auf die Personalsituation an. Neben Milos Dragas (Schambeinentzündung), Jan Artmann (Schulterverletzung) und Benjamin Meschke (Handbruch) droht auch Moritz Preuss auszufallen. Der Kreisläufer hat sich wohl eine Zerrung zugezogen. "Ich hoffe, dass es dabei bleibt. Wir müssen noch die Untersuchungsergebnisse abwarten", sagt der Trainer. "Noch habe ich Hoffnung, dass er am Samstag spielen kann, aber wir müssen abwarten."

Sollte Preuss tatsächlich passen müssen, würde dies Max Weiß im Speziellen betreffen. Der war vor einer Woche auch noch mit einer Nebenhöhlenentzündung angeschlagen. "Ich fühle mich aber wieder gut. Wenn es darauf ankommt, kann ich auch 60 Minuten durchspielen", sagt der 26-Jährige. Wobei dies angesichts der vielen Zeitstrafen, die Weiß während der Saison kassiert hat, nicht selbstverständlich ist. Mit 34 Hinausstellungen steht der Kreisläufer an der Spitze der gesamten Bundesliga. "Wenn man ein Mal oben steht, ist es schwer wieder herunterzukommen", meint Weiß im Hinblick auf die Schiedsrichter, die natürlich auch über diesen Umstand Bescheid wissen. "Ich bin aber langsam in dem Alter, dass ich mich darauf einstellen kann und muss." In Anbetracht der Tatsache, dass kein anderer BHC-Spieler in der Top 20 bei den Strafzeiten steht, ist Max Weiß sicher auch so etwas wie der Sündenbock für die aggressive Deckung der Löwen.

Quelle: RP
 
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