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Ehrung Solinger Sport 2015/16
Der Macher und das Sprachrohr der Volleys

Ehrung Solinger Sport 2015/16: Der Macher und das Sprachrohr der Volleys
Voll konzentriert in Erwartung des Balles: Oliver Gies war in der vergangenen Saison Kapitän, Co-Trainer und Leistungsträger der Volleys. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Nach dem Aufstieg in die Erste Liga arbeitet der Kapitän auch am Kader für die neue Saison mit. Von Sonja Bick

Telefonieren, Mails schreiben, persönliche Treffen. Oliver Gies hat momentan alle Hände voll zu tun. Auch wenn sich die Solingen Volleys gerade in der Sommerpause befinden und viele Spieler auf Beach-Turnieren unterwegs sind, arbeitet der Kapitän am Kader für die kommende Hallensaison. "Seit Ende März, als feststand, dass sich die Herausforderung erste Bundesliga doch realisieren lässt, sondiere ich den Spielermarkt, spreche mit den aktuellen Spielern und potenziellen Zugängen", sagt Gies, der am Dienstag seinen 31. Geburtstag gefeiert hat. Dabei geht es nicht nur darum, wer aus der Meister-Mannschaft bleibt und wer das Team verstärkt, sondern vor allem um die Trainerfrage, die laut Gies Priorität eins hat. "Das Projekt Erste Liga macht natürlich Spaß, vor allem, wenn man es mitgestalten und eigene Visionen umsetzen kann."

Als Helmut Weissenbach seinen Wunschspieler im Juli 2014 verpflichtete, sagte er: "Uns war wichtig, einen Macher nach Solingen zu holen." Der damals 29-Jährige, der in Duisburg wohnt und in Wuppertal Mathe, Deutsch und Geografie auf Lehramt studiert, um Grundschullehrer zu werden, ließ den Worten des Volleys-Managers beeindruckende Taten folgen. Auf dem Feld war der Außenangreifer, der für Moers, Rottenburg, Eltmann und Wuppertal sieben Jahre lang in der Ersten Liga spielte, direkt ein absoluter Leistungsträger. Nach Platz drei in der ersten Saison wurde für die kommende Spielzeit der Aufstieg als Ziel ausgegeben. "Wir haben uns unter Druck gesetzt, und diesem bravourös standgehalten", sagt Gies stolz zurückblickend. Nur eine Partie wurde in der Saison verloren. "Das war weltklasse. Daran wird sich jeder von uns gerne erinnern", sagt der 31-Jährige. "Wir waren die mit Abstand beste Mannschaft, zudem extrem nervenstark und konnten Ausfälle mit unserer Bank bestens kompensieren. Außerdem sind die Spieler tolle Typen, wir sind Freunde - das gibt es nicht so oft auf diesem Niveau."

Gies bezeichnet sich selbst als Sprachrohr zwischen Trainer, Spielern und Management. Als Kapitän und dank seiner Erfahrung hält er das Team zusammen und wird von allen akzeptiert - darunter auch von Meistercoach Bernd Werscheck, der über seinen Co-Trainer sagt: "Der Volleyball braucht solche Typen, und ich möchte mich für die tolle Zusammenarbeit bedanken. Vielleicht spielt er noch ein, zwei Jahre, übernimmt dann das Traineramt in Solingen und ich werde sein Co-Trainer."

So oder so ähnlich könnte es laufen. Dass Gies, der sich seit seinem fünften Lebensjahr dem Volleyball-Sport verschrieben hat und lange von Papa Freddy in seinem Heimatverein Rumelner TV trainiert wurde, ins Traineramt wechseln will, steht fest. Der Zeitpunkt ist hingegen offen. Zunächst möchte er noch schmerzfrei Volleyball spielen - und das ist bei ihm keine Selbstverständlichkeit. "Nach meiner Erstligazeit hab ich dauerhaft unter Schmerzen gespielt." Mit Mannschaftsarzt Dr. Robert Weindl erarbeitete er im vergangenen Sommer ein Konzept, um die Knieprobleme, die ihn immer wieder zu Pausen zwangen, in den Griff zu bekommen. Die Kombination aus medizinischen Behandlungen, wie etwa Stoßwellentherapie, und einer Gewichtsreduktion war erfolgreich. "Sport hat endlich wieder richtig Spaß gemacht."

Das soll auch ab Oktober so bleiben, wenn die Volleys in die Erste Liga starten. Was das Sportliche betrifft, müsse man aber realistisch sein, sagt Gies: "Wir werden von Spieltag eins an gegen den Abstieg spielen und auch erstmal verlieren. Ich denke aber, dass wir uns mit einigen Mannschaften auf Augenhöhe befinden, und auch ein Überraschungscoup ist keinesfalls unmöglich. Wichtiger ist aber, dass wir für den Solinger Sport das Maximum herausholen und uns langfristig dort etablieren." Dafür wird er alles geben - auf und neben dem Feld.

Quelle: RP
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