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Tennis
Der STC bleibt weiter punktlos

Tennis: Der STC bleibt weiter punktlos
Nico Mertens mit einem seiner liebsten Schläge: der Vorhand. Sein Einzelsieg reichte dem STC allerdings nicht zu einem Erfolg. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die für den Klassenerhalt der 2. Tennis-Bundesliga so wichtige Heimpartie gegen den Club an der Alster geht verloren. Von Georg Amend

Die Heimpartie des Solinger TC gestern startete nicht gut. Die Begegnung gegen den Club an der Alster Hamburg, der STC-Trainer Karsten Saniter vorentscheidende Bedeutung im Kampf um den Klassenerhalt der 2. Tennis-Bundesliga zugesprochen hatte, begann mit einer Niederlage: Till Wegner verlor sein Match gegen Joseph Sirianni glatt in zwei Sätzen. Wie groß der Frust darüber schon während der Partie war, merkte man unter anderem an einem Wortgefecht des Solingers mit dem Schiedsrichter beim Spielball zum 2:4 im zweiten Satz. Nachdem der erfahrene, immerhin bereits 41-jährige Sirianni den Ball des 19-jährigen Wegner mit seinem Schläger als "Aus" markiert hatte, reagierte der Unparteiische auf seinem Stuhl lediglich mit einer Handbewegung. Wegner: "Und jetzt?" Schiedsrichter: "Ich würde den Aus geben." "Dann musst du was sagen." "Ich dachte, du sagst was. "Ich?! Du bist doch der Schiedsrichter. Dafür wirst du bezahlt, dass du da oben sitzt und Aus sagst, wenn es so war." Das war die frustrierte Ouvertüre einer Begegnung, die der STC mit 4:5 (3:3) verlor und so weiter punktlos bleibt. Auch das ist frustrierend.

Parallel zu Wegner waren Gero Kretschmer und Nico Mertens in ihren Einzeln gefordert. Während Ersterer den ersten Satz abgab und anschließend immer wieder mit sich selbst haderte, etwa auf seinen rechten Oberschenkel einhämmerte und "Lauf!" brüllte, war Mertens von Beginn im Spiel: Er holte sich den ersten Satz und pushte sich ständig mit eigenen Anfeuerungen. Auch wenn nicht alles glatt lief - der Solinger kam über seine Emotionen zu einem richtig guten, dynamischen Spiel, das er trotz zweier vergebener Matchbälle am Ende in zwei Sätzen gewann. "Letztes Wochenende habe ich eigentlich noch besser gespielt, auch wenn ich da verloren habe", meinte Mertens. "Jetzt war es aber mental gut, als es eng wurde, habe ich mich zusammengerissen und konnte die engen, knappen Dinger für mich entscheiden." Über sein Spiel ergänzte er: "Ich will viel Vorhand spielen und zäh sein. Ich habe sicher keinen Bomben-Aufschlag, aber dafür will ich den Ball öfter zurückbringen."

Kretschmer wiederum fand nach dem Rückstand im zweiten Satz zwar wieder ins Spiel, glich einen 3:5-Rückstand aus und kam in den Tiebreak - da war aber die Luft raus, der Solinger unterlag mit 0:7. Danach knetete er sich das getapte rechte Handgelenk und sagte mit Blick darauf und die weiteren Probleme Armblessur und Grippe: "Das spielt schon eine große Rolle. Das sind ein paar Prozent, die fehlen, um entscheidende Punkte zu machen, mit denen ich das Spiel vielleicht klar in zwei Sätzen gewinne. Es ist leider so im Profisport, dass das eine große Rolle spielt. Da waren viele Bälle, die ein paar Millimeter im Aus waren. Das ist dann auch Pech." Über seinen Gegner Kim Möllers sagte Kretschmer: "Er hat wahrscheinlich heute auch sein bestes Tennis gespielt, ich habe teilweise wie gegen eine Wand gespielt. Es war alles nicht so leicht, ich habe mich schwer getan."

Das galt auch für Patrick Elias, der nach 1:0-Satzführung den Ausgleich hinnehmen musste und im Champions Tiebreak verlor - weil sein Stop beim Stande von 10:11 ins Aus ging. Dagegen drehte Spitzenspieler Maverick Banes sein Einzel nach Satzrückstand noch in einen Sieg, und da auch Nick van der Meer sehr überzeugend siegte, stand es vor den Doppeln 3:3.

Und in denen startete der STC anders als in die Begegnung insgesamt, denn Banes/Kretschmer siegten in zwei Sätzen. Doch die beiden Schlussdoppel verloren ebenso klar in zwei Durchgängen, was im Gesamtergebnis ein 4:5 aus Sicht der Hausherren bedeutet. Die Luft in der Zweiten Liga wird damit immer dünner.

STC - Club an der Alster 4:5 (3:3). Einzel: Banes - Nagal 3:6; 7:5, 10:5; Kretschmer - Möllers 4:6, 6:7; van der Meer - Raab 6:4, 6:4; Mertens - Hinzmann 6:3, 6:4; Elias - Kolbe 6:2, 2:6, 10:12; T. Wegner - Sirianni 2:6, 2:6. Doppel: Banes/Kretschmer - Möllers/Hinzmann 6:2, 6:3; van der Meer/Mertens - Nagal/Kolbe 3:6, 2:6; T. Wegner/K. Wegner - Raab/Sirianni 3:6, 4:6.

Quelle: RP
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