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Baseball
Die Hamburger Bilanz täuscht Alligators nicht

Solingen. Morgen (13 und 15.30 Uhr) empfängt der Deutsche Baseball-Meister am Weyersberg die Stealers, die sich mächtig verstärkt haben. Von Thomas Rademacher

Ein Blick auf die Tabelle der Bundesliga-Nord lässt die beiden morgigen Partien der Solingen Alligators gegen die Hamburg Stealers wie eine Formsache erscheinen. Tatsächlich aber wartet wohl die bisher größte Herausforderung auf die hiesigen Baseballer. Die Alligators haben bislang alle Spiele gewonnen, die Stealers ausschließlich verloren. Doch Norman Eberhardt weiß, dass die Hamburger Bilanz trügerisch ist: "Die Ergebnisse reflektieren nicht die Leistung, die die Stealers zeigen können". Tatsächlich stapelt der Alligators-Trainer nicht einfach tief. Die Hanseaten haben sich vor den Duellen in der Klingenstadt erheblich verstärkt und dürften nun wieder eindeutiger Kandidat im Rennen um die Play-off-Plätze sein.

Zur Erinnerung: In der vergangenen Spielzeit haben die Stealers ebenfalls nicht grandios angefangen, zum Ende aber mächtig aufgedreht und sogar die Alligators zwei Mal in Folge besiegt. Es war die einzige Doppelniederlage, die Eberhardt mit seiner Mannschaft in der regulären Saison jemals kassiert hat - und er bestreitet immerhin seine vierte Saison als Coach. Der Respekt ist also ohnehin groß, obwohl die Hamburger mit vier bösen Schlappen in die Spielzeit 2015 gestartet sind. In Bonn setzte es zwei vernichtende 0:10-Niederlagen, und bei den schwächer eingeschätzten Dortmund Wanderers verlor die Truppe doch etwas überraschend.

Weil die Ansprüche höher sind, verpflichtete der Klub drei Spieler nach. In Greg Hendrix, Connar O'Gorman und Charlie Calamia holte Trainer Jens Hawlitzky drei EU-Ausländer. Hendrix wird voraussichtlich in der ersten Partie gegen die Alligators als Pitcher auf dem Wurfhügel stehen. Wie stark er ist, wissen die Solinger, denn er war bereits Teil des Hamburger Erfolgs in der Vorsaison. O'Gorman besetzt die Schlüsselposition des Catchers, ist in Deutschland aber noch unbekannt. Calamia stand zuletzt für die Heidenheim Heideköpfe als Short Stop auf dem Feld und wurde dort Vizemeister. "Damit sind sie nun besser besetzt als 2014", meint Eberhardt. "Wir wissen, dass wir uns unbedingt steigern müssen."

Denn offensiv ließen die Vorstellungen noch arg zu wünschen übrig. "Das Team ist sich bewusst, dass die nächsten zwei Wochen vielleicht ausschlaggebend für den Gewinn der Nordmeisterschaft sind. Bisher haben wir viele Spiele gewonnen, weil der Gegner einfach nicht gut war. Mein Eindruck war, dass nur das Nötigste getan wurde, um zu gewinnen. Da fehlte mir der Hunger - das muss sich ändern."

Um etwas mehr Feuer herauszukitzeln, ist Mehmet Alkan als Co-Trainer zurückgekehrt. "Das ist schon im Training ein gewaltiger Unterschied, hilft mir aber auch an Spieltagen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Er nimmt mir einfach viel Arbeit ab", freut sich Eberhardt. Sascha Brockmeyer musste zuletzt mit Knieproblemen pausieren, so dass ein Einsatz fraglich ist. Der Rest ist dabei. Sascha Steffens ist im Leftfield gesetzt, der schnelle Florian Götze in der Mitte. Offen ist nur die Position im rechten Außenfeld. Ob dort Luka Wolf oder Markus Stryczek antritt, will der Coach kurzfristig entscheiden.

Quelle: RP
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