| 00.00 Uhr

Volleyball
Die "Meisterprolleys" feiern ganz gesittet

Solingen. Schon vor dem gestrigen 3:0-Sieg waren die Volleys Zweitliga-Meister, genossen aber in Bocholt dennoch den Erfolg. Von Georg Amend

Der Meister versteht es zu feiern: Schon vor dem Anpfiff des Zweitliga-Spiels zwischen dem TuB Bocholt und den Solingen Volleys, die den Titel bereits am Samstagabend durch die 0:3-Niederlage von Bitterfeld in Giesen errungen hatten, wurde angestoßen. Trainer Bernd Werscheck gönnte seinen Mannen bereits vor dem ersten Ballwechsel einen kleinen Tropfen Sekt. Dass das gestern Abend nach dem ungefährdeten 3:0 (27:25, 25:20, 26:24)-Sieg nicht alles blieb, versteht sich von selbst. Allerdings arteten die Feierlichkeiten auch nicht aus. "Heute wird nicht mehr so viel passieren, weil montags ist ja bekanntlich nicht frei für jeden", erklärte Kapitän Oliver Gies, der aber mit Blick auf das letzte Saisonspiel am 2. April in Aligse ankündigte, es danach "richtig krachen" zu lassen. Das ist ja auch ein Samstag.

Die Volleys waren aber auch gestern gut vorbereitet gewesen, schon beim Einschlagen trugen sie spezielle schwarze T-Shirts mit dem golden geschriebenen Hashtag "meisterprolleys" auf der Brust. Den etwas gewöhnungsbedürftigen Titel erklärte Gies so: "Das haben Daniel (Wernitz, Anm. d. Red.) und ich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion beschlossen, und da unsere WhatsApp-Gruppe die Solingen Prolleys heißt, haben wir dann das daraus gemacht."

Volleys machen ihr Meisterstück

In dieser Nachrichtendienst-Gruppe war natürlich auch am Abend vorher einiges los gewesen, als die Volleys die 0:3-Niederlage von Bitterfeld im Live-Ticker im Internet verfolgt hatten. "Wir waren ja alle zu Hause", berichtete Trainer Bernd Werscheck. "Wir haben natürlich ge-Whats-apped ohne Ende, da war ganz viel Verkehr, alle haben total viel Spaß gehabt, und alle haben, glaube ich, in Ruhe noch ein Glas Sekt getrunken."

Werscheck ergänzte: "Es war gestern Abend schon ein tolles Gefühl, aber heute nach dem Sieg gegen Bocholt ist es noch schöner. Ich habe gerade schon dem Team gesagt: Jetzt sind wir richtig Meister." Der Trainer hatte ebenfalls festgestellt: "Es war schon so ein mulmiges Gefühl, man war vorher durch, die Spannung war raus." Das war dann auch auf dem Spielfeld zu sehen, denn die einzelnen Sätze waren knapper als nötig. Bezeichnend, dass Routinier Huib den Boer, der allerdings auch wochenlang mit einer Fußverletzung ausgefallen war, den allerersten Aufschlag direkt ins Netz setzte.

Meisterjubel in Bocholt: Die Volleys und Trainer Bernd Werscheck (rechts) feiern den Titel. FOTO: Michael Linder

Der Zweitliga-Meister konnte das aber verkraften. Nachdem er nach wenigen Minuten bereits mit 3:7 hinten lag, nahm Werscheck eine Auszeit und brachte seinen Sohn Tom-Julius, den alle nur "TJ" nennen, für den Boer. Über 5:10 und 10:10 drehten die Gäste in Bocholt hernach das Spiel und holten sich den ersten Satz in der Verlängerung. Diese benötigten sie für den zweiten nicht, hier stand auch die Defensive wesentlich besser. Vor allem Toni Mester zeigte immer wieder, dass er nicht nur einen harten Angriffsschlag und beim Klatschen vermutlich die lautesten Hände der Liga hat, sondern auch im Blockspiel nur ganz schwer zu bezwingen ist. So war der zweite Durchgang eine klare Sache, während die Volleys im dritten Satz das Ende ein wenig hinauszögerten: Nach einer schnellen 12:7-Führung ließen sie Bocholt auf 17:17 ausgleichen, in der Folge blieb es eng, bis Thomas Güßgen den Matchball zum 26:24 verwandelte.

Das war ebenfalls bezeichnend gestern, denn auch die Akteure, die sonst nicht so zum Zuge gekommen waren, überzeugten voll. So sollte Güßgen eigentlich in dieser Saison nur noch als Physiotherapeut zur Verfügung stehen und nicht mehr auf dem Feld, nun versenkte er den Matchball. Auch Svante Renzelmann und Maximilian Ströbl lieferten eine blitzsaubere Leistung ab. Bernd Werscheck fand: "Alle haben das ganz toll gemacht." Bei den leichten Feierlichkeiten sowieso. Zu denen km dann Christian Gosmann dazu, der dafür eigens seine nach einer Operation notwendige Armschlinge ablegte. Gemeinsam genossen die Volleys den Erfolg.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Volleyball: Die "Meisterprolleys" feiern ganz gesittet


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.