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Volleyball
Die Sand-Könige von Sankt Peter-Ording

Solingen. Die Volleys-Akteure Daniel Wernitz und Benny Nibbrig feiern ihren ersten großen Turniersieg im Sand. Von Sonja Bick

"So wird man gerne älter", sagte Daniel Wernitz und dürfte sich auf der Auto-Rückbank zufrieden zurückgelehnt haben. Vor sieben Tagen hatte der Spieler der Solingen Volleys seinen 29. Geburtstag gefeiert, am Sonntag beschenkte er sich mit dem Sieg beim Smart Beach Cup in Sankt Peter-Ording nachträglich selbst. Genauso wie sein vor ihm sitzender Volleys-Teamkollege und Beachpartner Benny Nibbrig: Er war zwölf Tage zuvor 26 Jahre alt geworden. Ganz so entspannt zurücklehnen und dabei ein kühles Bier genießen durfte er allerdings nicht. Denn Nibbrig musste für Wernitz und ihren Beachkollegen Thomas Kaczmarek Chauffeur spielen.

Bereits um 18 Uhr saß das Trio im Auto, um sich von der Nordseeküste aus auf die 630 Kilometer lange Rückfahrt nach Köln beziehungsweise Essen zu machen. Keine zwei Stunden zuvor hatte das Volleys-Duo für eine dicke Überraschung gesorgt. Mit 23:21, 23:21 wurden die an zwei gesetzten Fuchs/Stadie (Berlin) besiegt. Es folgten Interviews auf dem Centercourt und die Siegerehrung samt Sektdusche, Sprung in die Nordsee und zahlreiche Glückwünsche. "Es ist schon ein ziemlich geiles Gefühl, als letzter aufs Podest gerufen zu werden und sich als Könige von Sankt Peter feiern lassen zu dürfen", freute sich Wernitz, der im Beachvolleyball seit Jahren auf hohem Niveau spielt, über den größten Erfolg seiner Karriere. Bislang war die beste Platzierung der dritte Platz beim Super Cup in Hamburg. Auch Nibbrig ordnete den Erfolg vom Wochenende höher ein als Bronze in der Hansestadt: "Ein Turniersieg ist auf jeden Fall noch mal was ganz anderes."

Bis zum ersten Sieg in ihrem ersten Finale auf der Smart Beach Tour war es aber ein langer Weg. Sieben Spiele, davon vier über drei Sätze, mussten absolviert werden. Und dabei gab es in Runde zwei für das an vier gesetzte Duo gegen Betzien/Ehlers (Berlin/KW-Bestensee, 12) eine Pleite in drei Sätzen - allerdings die einzige an dem Wochenende. "Wir haben uns im Verlauf des Turniers ganz gut entwickelt und von Spiel zu Spiel stabilisiert", lautete Wernitz' Bilanz. So gelang im Halbfinale die Revanche für die in Runde zwei erlebte Niederlage. Dieses Mal behielten die Solinger in drei Sätzen die Oberhand. Im Finale konnten sie neben dem Aufschlag, der als ein Grund für den Erfolg genannt werden kann, auch auf die Blockarbeit von Nibbrig setzen, der sich so zusätzlich den MVP-Pokal als bester Spieler des Turniers sicherte.

Die Entwicklung des Duos ist erstaunlich. In der vergangenen Saison war Nibbrig noch mit Volleys-Diagonalangreifer Christian Gosmann im Sand unterwegs. Weil er aufgrund einer Schulterverletzung aber auf die Beachsaison verzichten musste, bildeten Nibbrig und Wernitz, die bereits in der Halle als gefährliche Flügelzange agierten, seit April ein Duo im Sand. Sie gingen die Saison entspannt an, nannten kein konkretes Ziel. Ursprünglich wollte sich Nibbrig nach der Hälfte der Saison auf sein Bauingenieur-Studium konzentrieren. Doch schnell stellten sich erste Erfolge. Die Volleys-Leistungsträger waren nie schlechter als Neunter auf der Smart Beach Tour, einmal Dritter, zuletzt dreimal in Folge Fünfte. In der deutschen Rangliste sind sie mittlerweile auf den fünften Platz geklettert und haben schon lange die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sicher. So musste Nibbrig seine Pläne über den Haufen schmeißen - und wird es vor allem nach den Erlebnissen von Sonntag keine Sekunde bereut haben.

Quelle: RP
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