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Schach
Die SG hat eine Hand am Schach-Titel

Schach: Die SG hat eine Hand am Schach-Titel
Markus Ragger wird wohl die beiden finalen Bundesliga-Partien in Solingen bestreiten. FOTO: Kempner, Martin
Solingen. Am letzten Doppelspieltag der Bundesliga kann das Team in der heimischen Sparkasse Deutscher Meister werden. Von Thomas Rademacher

Die SG Solingen hat es selbst in der Hand. Gewinnt die Schachgesellschaft morgen gegen den SV Hockenheim und am Sonntag gegen den SV Griesheim, ist sie zum zwölften Mal in ihrer Vereinshistorie Deutscher Meister und würde den Champion der vergangenen zehn Jahre, die OSG Baden-Baden, ablösen. "Jetzt zählt's", weiß Teamchef Herbert Scheidt, dem der Titel viel bedeuten würde. "Es wäre das erste Mal seit 1997. Wir haben eine blendende Saison gespielt. Das wird bleiben, auch wenn wir es nicht schaffen sollten. Aber es wäre schon großartig, wenn wir uns die Krone aufsetzen."

Der Weg zur Meisterschaft ist allerdings steinig. Denn einen Patzer darf sich die SG in den beiden Heimwettkämpfen in der Solinger Sparkasse nicht erlauben. Der SV Hockenheim muss genauso geschlagen werden wie der SV Griesheim. "Selbstläufer sind das nicht, und wir sind ja leider auch leicht geschwächt", erläutert Scheidt. Gleich zwei Solinger Akteure bestreiten in Norwegen ein großes Einladungsturnier, bei dem sogar der Letzte noch 15.000 Euro Prämie erhält: Anish Giri und Pentala Harikrishna sind dort dabei. Während die SG auf Giri während der gesamten Saison verzichten musste, war Harikrishna am Spitzenbrett gigantisch stark. Mit ihm würde sich die Mannschaft am Wochenende wohl sicherer fühlen. "Aber wir müssen akzeptieren, dass das Turnier in Norwegen wichtiger ist und es eben ohne die beiden richten", weiß Scheidt.

Abgesehen von den beiden Topspielern werden die Solinger alles aufbieten, was ihr Kader hergibt. Die genau Aufstellung wird traditionell nicht verraten, doch zu rechnen ist mit Auftritten von Richard Rapport, Markus Ragger, Erwin L'Ami oder Robin van Kampen. Scheidt: "Jeder will jetzt unbedingt die Deutsche Meisterschaft. Ich glaube, dass uns dieser Kampfgeist hilft, unser großes Ziel zu erreichen." Mit Hockenheim wartet morgen zunächst der nominell stärkere Gegner. Der Tabellenfünfte ist zuletzt aber nicht mehr ganz so stark angetreten, so dass Scheidt auch am finalen Wochenende auf einen durchschnittlich besetzten Kontrahenten hofft.

Sollten die Solinger den ersten Brocken beiseiteräumen, wartet am Sonntag der vermeintlich harmlose SV Griesheim. Das Problem: Der Gegner benötigt jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg und hat zuletzt sehr stark agiert. "Das wird keine Formsache für uns", ist sich der Mannschaftführer sicher. "Auch da müssen wir ganz konzentriert bleiben." Nicht im Traum denkt Scheidt darüber nach, bereits am Samstagabend die erste Flasche Sekt zu öffnen, sollte Hockenheim geschlagen werden.

Einen Matchpunkt liegt die SG vor der OSG Baden-Baden. Dass die sich noch einen Patzer erlaubt und Punkte lässt, ist unwahrscheinlich. Wobei die Mannschaft morgen gegen den SV Mülheim-Nord antritt. "Ein Gegner, mit dem wir uns sehr schwer getan haben. Unmöglich ist nichts", meint Scheidt. Am Sonntag geht es für die OSG gegen den SC Hansa Dortmund, was dann nur noch Routine für den Serienmeister sein sollte. Eine weitere Mannschaft kann übrigens auch noch theoretisch den Titel gewinnen: Werder Bremen liegt drei Matchpunkte hinter den Klingenstädtern. Damit der Coup aber gelingen kann, müssten sowohl Solingen als auch Baden-Baden je einen rabenschwarzen Tag erwischen.

Bei aller Aufregung um die mögliche Meisterschaft denkt Scheidt auch schon ein wenig an die Zukunft: "Wie es genau weitergeht, steht noch nicht fest, aber wir werden uns wahrscheinlich mit zwei weiteren Spielern verstärken. Denn wir brauchen Akteure, die uns auch regelmäßig zur Verfügung stehen." Der Verbleib des überragenden Harikrishna sei wünschenswert, aber noch nicht in trockenen Tüchern.

Quelle: RP
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