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Volleyball
Die Volleys gehen ihren Weg

Volleyball: Die Volleys gehen ihren Weg
Ungewöhnliche Kleidung beim Beachvolleyball, aber auf Norderney war es für Benny Nibbrig (links) und Daniel Wernitz kühl. FOTO: privat/Henning Angerer
Solingen. Die Volleyball-Abteilung spaltet sich für die Bundesliga von der TSG Solingen ab, die nun auf andere Schwerpunkte setzt. Von Georg Amend

Heute gründet sich der reine Volleyball-Verein, dessen Flaggschiff in der Bundesliga spielen wird: Auf der Gründungsversammlung werden die neue Satzung des Klubs Solingen Volleys verabschiedet und der neue Vorstand gewählt. Designierter erster Vorsitzender ist Andreas Seidensticker, bislang Abteilungsleiter der TSG Solingen, aus dem die Volleyballer mit ihren 260 Mitgliedern nun austreten.

Dieser Schritt wurde möglich, nachdem die Mitglieder der TSG auf der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend eindeutig für dieses Konstrukt votiert hatten: Bei 141 Stimmen gab es acht Enthaltung, eine Gegenstimme und 132 Befürworter. "Es war erfreulicherweise eine sehr harmonische und konstruktive Jahreshauptversammlung", berichtet Helmut Weissenbach. Der Vorsitzende der TSG und Manager der Volleys in Personalunion freut sich, dass der Hauptvorstand wieder komplett ist, nachdem er zuletzt mit drei Personen auskommen musste. Nun wurde Rosemarie Müller (Abteilung Turnen) als stellvertretende Vorsitzende ebenso bestätigt wie der bisher nur kommissarisch tätige Schatzmeister Christian Feit (Tennis), Sabine Ernst (Turnen) ist zudem die neue zweite stellvertretende Vorsitzende.

Da der Mehrspartenverein nun ohne Volleyballer dasteht, "setzen wir auf andere Schwerpunkte bei der TSG", erklärt Weissenbach. Zum Einen das "Schmuckstück Infrastruktur" der Tennisanlage mit ihren sieben Außen- und vier Hallenplätzen. Für letztere wird ein neuer Boden benötigt. "Wir wissen, dass wir da investieren müssen", sagt Weissenbach. "Wir werden das zeitnah angehen. Ob wir das in diesem Jahr noch realisieren können, müssen wir sehen, aber für nächstes Jahr steht das ganz oben auf der Liste."

Von dem Weggang der Volleyballer sollen zudem die Basketballer profitieren. "Wir werden Basketball als führende Ballsportart präsentieren", berichtet Weissenbach. Eine gute Nachricht für Ken Pfüller, den Abteilungsleiter der Korbjäger. "Ken hat ja die Basketballer des WMTV absorbiert", erinnert Weissenbach. "Wir müssen sehen, wie wir die hohe Anzahl an Mannschaften gestemmt bekommen. Die Weichen auf Wachstum sind gestellt, wir werden uns stark auf den Bereich Jugend konzentrieren, aber auch im Erwachsenenbereich tut sich etwas. Wir werden dem Zuwachs, dieser Explosion, im Mitgliederbereich Rechnung tragen, aber die Basketball-Abteilung muss wie jede andere auch ihre sportliche und finanzielle Vorstellung präsentieren."

Weissenbach betont: "Die TSG befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Aus der finanziellen Situation heraus haben wir uns auch für die Abspaltung ausgesprochen." Wie berichtet hatte Sponsor Michael Kölker sein großzügiges Investment an die Bedingung geknüpft, dass es einen reinen Volleyball-Verein gebe, der unabhängig von anderen Abteilungen entscheiden könne. Dieser Schritt ist nun erfolgt, nach der heutigen Gründungsversammlung geht es zum Notar, um den Verein eintragen zu lassen, in vier bis sechs Wochen soll alles über die Bühne gebracht sein.

Bleibt das Sportliche. "Parallel arbeiten wir an der Struktur für den Leuchtturm Bundesliga", nennt Weissenbach das. Insbesondere die Trainerfrage um Bernd Werscheck steht im Fokus. Der Meistercoach hatte sich in einer ersten Reaktion auf den Aufstiegsverzicht - die Volleys konnten erst nach Kölkers Engagement den erforderlichen Etat für die Bundesliga und erst danach einen Antrag auf den freien Liga-Platz stellen - gefragt, ob er und auch die Spieler in Solingen bleiben sollten, wenn man keine Perspektive auf das Volleyball-Oberhaus habe. Das war bei Weissenbach wenig gut angekommen. Der Manager sagt nun: "Wir haben mit Bernd die Absprache getroffen, dass wir unsere Konzepte noch einmal abgleichen. Ich bin gespannt, ob wir da zusammenkommen." Bis Mitte der nächsten Woche rechnet er mit einer Entscheidung.

Die ist auch nötig, da die Trainerfrage Einfluss hat - schließlich wollen sowohl aktuelle Akteure als auch Zugänge wissen, wer sie betreut. Bei einer Personalie gibt es wohl Klarheit: Alexander Walkenhorst wird nicht mehr für die Volleys auflaufen, meint Weissenbach: "Er wird den Aufwand nicht gehen, das volle Programm Bundesliga und Beachvolleyball nicht absolvieren. Er wird sich neu orientieren. Wir planen nicht mit ihm, dafür war das auch zu heterogen. Das Team, das Meister geworden ist, soll Bundesliga spielen." Und zwar unter demselben Namen, aber als neuer Verein.

Quelle: RP
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