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Tanzsport
Drittes WM-Bronze in neun Jahren Discofox

Discofox-WM 2011 in Solingen
Discofox-WM 2011 in Solingen FOTO: Kempner, Martin
Tanzsport. Es hätte nur noch ein Schrei der Erleichterung gefehlt. Klaus Lustig reicht seiner auf dem Boden liegenden Tanzpartnerin Juliane Gloßner die Hand, um ihr wieder auf die Beine zu helfen. Von Guido Radtke

Noch bevor sich der Lokalmatador der Discofox-Weltmeisterschaft vor den 720 Zuschauern im ausverkauften Konzertsaal verbeugt, ballt er beide Fäuste wie ein Tennisspieler, der gerade seinen Matchball verwandelt hat. Das Publikum feiert Klaus Lustig und Juliane Gloßner mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen für eine perfekte Kür.

Auf den nationalen Titelkämpfen vor wenigen Wochen hatten die Solinger "Das Boot" zum ersten Mal präsentiert. Nach Patzern bei der Premiere ihrer Show war ihnen in der Gesamtwertung nur der dritte Platz geblieben. Viele Trainingseinheiten und einige Auftritte später lief es im WM-Finale zur Erleichterung von Juliane Gloßner rund: "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so gut drauf sein würden." Die Doppelbelastung des Wettkampfs und der Organisation der Weltmeisterschaften im Discofox und Bachata sowie Europameisterschaft im Salsa hatte keine Auswirkungen auf die tänzerische Leistung.

Vor zwei Jahren war Klaus Lustig im Rahmen eines Wettkampfs in der Türkei angesprochen worden, ob er sich vorstellen könne, die Weltmeisterschaft in Solingen auszurichten. In seiner lockeren Art habe er damals Supervisor Harry Hagen die Zusage geben – "ohne wirklich zu wissen, welche Arbeit auf uns zukommt". Für das Ausmaß der Organisation ist Klaus Lustig allerdings ganz alleine verantwortlich, da er sich zum Ziel gesetzt hatte, etwas Neues zu bieten.

Eine Eröffnung wie im Solinger Konzertsaal hat es bei einer Discofox-Weltmeisterschaft noch nicht geben. Der Einmarsch der 64 Teilnehmer in den drei Wettbewerben war eingebettet in eine stimmungsvolle Zeremonie. Die ruhigen Klänge von "Forrest Gump", gespielt von Juliane Gloßner auf dem Klavier, waren der Anfang eines Spannungsbogens, der endete mit dem Beginn der Moderation von Joachim Llambi. Der stets kritische Juror der Fernsehshow "Let's Dance" war mit einer Mönchskutte bekleidet im dichten Nebel zu "Spiel mir das Lied vom Tod" auf die Showfläche gekommen. Süffisant, locker und souverän führte der ehemalige Profitänzer durch die knapp fünfstündige Abendveranstaltung.

Kunterbunte Notengebung

Ihr gutes Gefühl nach der Kür behalten Klaus Lustig und Juliane Gloßner auch bei der offenen Wertung. Die sieben Juroren aus sieben Nationen halten für die Bronzemedaillen-Gewinner des Vorjahres insgesamt drei Mal die Tafel mit der Bestnote "Eins" in die Höhe, auch mehrere Zweien sind bei der Beurteilung der Pflichtelemente "Slow" und "Quick" (langsam beziehungsweise schnell getanzter Discofox) und der Kür dabei. Angesichts der skunterbunten Notengebung ist zu diesem Zeitpunkt nur zu erfassen, dass Stanislav Fursov und Ekaterina Simonova (Russland) ihren Titel verteidigt haben. Die weiteren Platzierungen werden zum komplizierten Rechenspiel.

Bei der Siegerehrung ballt Klaus Lustig ein weiteres Mal beide Fäuste. Als Joachim Llambi die Schweizer Daniele und Barbara Di Domizio für den vierten Platz aufruft, ist der erhoffte Treppchenplatz sicher. Hinter den Deutschen Meistern Stephanie und Hans-Peter Reinhardt gewinnen Lustig/Gloßner das dritte WM-Bronze in ihrer neunjährigen Discofox-Karriere.

 

(RP/jco)
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