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Eiskunstlauf
Eissterne so sicher wie selten zuvor

Eiskunstlauf: Eissterne so sicher wie selten zuvor
Die elfjährige Katharina Ulmann gehörte zu den Jüngsten, die auch alleine eine kurze Kür im Rahmen des diesjährigen Weihnachtszaubers zeigen durften. Auch sie behielt die Nerven und stand ihre Sprünge sicher. FOTO: Fotos (2) Martin Kempner
Solingen. Bei der 35. Auflage des Weihnachtszaubers begeisterten die Eiskunstläuferinnen des Solinger TB 800 Zuschauer. Von Thomas Rademacher

"Romeo und Julia" heißt der finale Akt des Weihnachtszaubers auf dem Eis. In einer dynamischen Formation kommen die Läuferinnen des Solinger Turnerbundes auf das Eis. In ihrer Mitte in rot gekleidet: Julia - dargestellt von Lena Schramm. Die Formation, allesamt mit schwarzen Kostümen, stellen gemeinsam Romeo dar. Der Schlusspunkt ist eine würdige Krönung einer insgesamt gelungenen Veranstaltung. Das i-Tüpfelchen jedoch ist die Schnelligkeit der Schlusspräsentation.

Das Eis ist in lila oder pinke Farben getaucht, während die Tänzerinnen rückwärts in atemberaubender Geschwindigkeit und mit einer bemerkenswerten Synchronität in der Eismitte laufen. Freilich müssen am Ende sowohl Julia als auch Romeo - also die komplette Formation - symbolisch sterben. Es wäre ein bitteres Ende eines schönen Weihnachtszaubers geworden. Doch dafür hat sich der STB etwas Besonderes ausgedacht. Ein weitere Formation junger Eissterne kommt als Engel auf die Fläche und erweckt ihre am Boden liegenden Mitstreiterinnen wieder zum Leben.

Auch die Allerkleinsten des Solinger TB entführten das Publikum auf die Reise nach Italien. FOTO: Kempner, Martin (mak)

"Wir haben viel Lob dafür bekommen", freute sich Stephanie von der Thüsen. Die letzte Nummer lag der Trainerin besonders am Herzen, schließlich hat sie die Choreographie selbst zusammen mit Corinna Müller erarbeitet. So hatte jeder Akt des diesjährigen Weihnachtszaubers für jeweils eine Trainerin einen ganz besonderen Stellenwert. Denn Philippe Carouge, der bislang die Choreographie für den gesamten Eiszauber in Alleinregie gemacht hatte, musste sich bekanntlich in diesem Jahr aus beruflichen Gründen etwas in den Hintergrund zurückziehen.

So hatten sechs Trainerinnen die Verantwortung. "Im Vorfeld waren wir uns ja nicht sicher, ober wir das alles gestemmt bekommen würden", meinte von der Thüsen. "Deshalb sind wir jetzt umso erleichterter, dass alles so reibungslos über die Bühne ging." Tatsächlich lief es so sauber ab wie selten zuvor. Selbst die jüngsten Eiskunstläuferinnen fielen nicht ein Mal auf die Nase. Das hat es noch nie gegeben. "Es gab natürlich den einen oder anderen Wackler", sagte von der Thüsen. "Aber wir sind da auch etwas perfektionistisch veranlagt. Das Publikum dürfte davon nicht viel mitbekommen haben."

Gemeinsam mit Katharina Schotten stand von der Thüsen am meisten in der Verantwortung, wenn es um die Organisation des Ereignisses ging. "Wir waren beide hinterher sehr, sehr glücklich", freute sich die einstige Spitzen-Eiskunstläuferin, die mit 800 Zuschauern zufrieden war - auch wenn sie im Vorfeld die 1000er Marke hatte knacken wollen.

Das Motto der Veranstaltung war diesmal im Übrigen gar nicht eisig. Das Moderationsduo Janine Gérard und Michael Klein entführte das Publikum nach Italien in den Sommerurlaub. So fuhr ein Zug über Neapel, Venedig und Capri bis nach Verona. Die Requisiten hatte der STB teilweise in Handarbeit liebevoll gestaltet. Das Eis zierte eine übergroße Eiswaffel, einen Sonnenstuhl und sogar eine Original-Vespa. Der Zug war auf eine große Pappe gemalt worden und wurde zwischen den Akten stets symbolisch bewegt.

Neben zahlreichen Gruppennummern zeigten nicht nur die etwas älteren Eissterne einige Einzeldarbietungen. Dana König, Carlotta Rudzio und Katharina Ulmann gehörten zu den Jüngsten, die für einige Sekunden jeweils die alleinige Aufmerksamkeit auf sich gerichtet hatten. Nervös sind sie sicher gewesen, doch davon war ihnen zu keinem Zeitpunkt etwas anzumerken. Weitere Höhepunkte waren die Küren von Annika Reetz, die einen Tango tanzte, oder Laura Busch, die zur Filmmusik von "The Tourist" lief. Nach der Pause begeisterten Felicia Richter, Julia Pitschmann, Jasmin Wiertz, Katrin Ebbinghaus und Franziska Dumke mit ihren Pirouetten und Sprüngen.

Ganz kurz hatte nach der Absage von Philippe Carouge im Raum gestanden, den diesjährigen Weihnachtszauber ausfallen zu lassen. "Aber wir waren uns schnell einig, dass wir es trotzdem schaffen wollen", erläuterte von der Thüsen. Die Entscheidung hat das Trainerteam nicht bereut - trotz der stressigen vergangenen Wochen. Doch wie geht es im kommenden Jahr weiter ? "Es ist zu erwarten, dass sich Philippe immer mehr zurückziehen wird. Aber der Weihnachtszauber gehört zum STB und zu Solingen. Deshalb bin ich mir zu 99 Prozent sicher, dass wir weiter machen werden."

Quelle: RP
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