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Handball
Final-Abbruch überschattet das Masters

Handball: Final-Abbruch überschattet das Masters
Die Szene, die zum Abbruch des Finales führte: Die Akteure des Bergischen HC II (blaue Trikots) und des TSV Aufderhöhe gehen aufeinander los. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Nach einem Foul von BHC-II-Handballer Hindrichs an TSV-Spieler Hadamek eskaliert die Situation. Von Lars Hepp

Nichts war so wie in den Vorjahren. Die vierten Solinger-Handball-Stadtmeisterschaften, ausgerichtet von der OTV-Handball-Offensive ("OHO"), standen von Anfang an unter keinem guten Stern. Kurzfristig wurde die Ohligser Sporthalle geschlossen und es erfolgte der spontane Umzug in die August-Dicke-Schule, dazu hatten die Organisatoren um Guido Zimmermann mit dem Wetter zu kämpfen. "Wir wollten schon einige Sachen draußen machen, das ist leider buchstäblich ins Wasser gefallen", berichtete Zimmermann. Und auch sportlich klemmte es gehörig, denn das Finale zwischen den beiden Oberligisten Bergischer HC II und TSV Aufderhöhe wurde beim Stand von 8:8 nach gut einer Viertelstunde wegen Spielertumulten abgebrochen. "Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir eigentlich mit dem sportlichen Verlauf sehr zufrieden. Im Übrigen auch alle Teilnehmer. Die Resonanz war bis dahin super", stellte Zimmermann klar.

Im Endspiel ging es zwischen den beiden Ligakonkurrenten aber gleich gehörig zur Sache. Auf beiden Seiten wurde körperlich robust gearbeitet, die Stufe der Foulspiele stieg konstant an. Als dann Aufderhöhes Rückraumspieler Florian Hadamek bei einem Durchbruchversuch von Christopher Hindrichs rüde gefoult wurde, eskalierte es auf dem Feld. TSV-Routinier Mirko Bernau, der früher auch schon in der Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen war, ging sofort auf Hindrichs los. Folge daraus war eine Spielertraube aus über 20 Personen, die nur mit viel Mühe wieder voneinander getrennt werden konnte. "Wir haben uns mit den Schiedsrichtern sowie den Mannschaftskapitänen besprochen und entschieden das Spiel abzubrechen", sagte Zimmermann. Durch den Abbruch wurden die Finalteilnehmer auf den letzten Platz zurückgestuft. Damit darf sich die Reserve des TSV Aufderhöhe erstmals über den Gewinn der Stadtmeisterschaft freuen.

"Eine rote Karte wäre in dieser Situation absolut berechtigt gewesen", sagte BHC-II-Trainer Patrick Luig, der die Szene, die zu den Tumulten führte, als überflüssig einstufte. Allerdings seien danach von beiden Seiten die Emotionen übergekocht, was nachher alle Beteiligten absolut bedauerten. "Das ist schon sehr schade für den Solinger Handball, und in erster Linie tut es mir für die Ohligser Veranstalter sehr leid", betonte Aufderhöhes Trainer Max Ramota, der aber gleich viel lieber die positiven Seiten herausstreichen wollte. So überraschten aus seiner Sicht die Landesligisten TSV Aufderhöhe II und der Solinger TB mit guten Leistungen, was Hoffnungen für eine gute Spielzeit auch zwei Klassen tiefer mache.

Fest steht nur eines nach diesem Wochenende: Für mehr Gesprächsstoff hätten beide Mannschaften nicht sorgen können. Das am 17. Oktober stattfindende Oberliga-Derby im Aufderhöher Börkhaus-Siebels zieht bereits jetzt viel Interesse auf sich.

Quelle: RP
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