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Handball
Geschenk bringt dem HSV viel Arbeit

Handball: Geschenk bringt dem HSV viel Arbeit
Lena Beckers (links) bleibt beim HSV, Lisa Klinnert hat beim TV Beyeröhde zugesagt, Friederike Buengeler hatte ihren Abschied vom Klub ebenso angekündigt wie Julia Schumacher, die zum 1. FC Köln geht (von links). FOTO: Stephan Köhlen (Archiv)
Solingen. Die Gräfratherinnen bleiben nun doch in der 3. Handball-Liga, brauchen jetzt aber eine konkurrenzfähige Mannschaft. Von Georg Amend

Diese Nachricht kam zum bestmöglichen Zeitpunkt. Die HSG Osterode/Harz zog sich aus der Dritten Handball-Liga der Frauen zurück, bevor sie zusätzliche Gebühren zahlen muss, was bei einem Rückzug nach dem Datum 31. Mai der Fall gewesen wäre. Und exakt an diesem Tag feierte Elmar Müller seinen 51. Geburtstag. "Das war für mich ein passendes Geschenk", sagt der Manager des HSV Gräfrath, der dadurch in der Spielklasse bleibt. Ebenso darf nun die zweite Mannschaft weiterhin in der Oberliga starten, die bei einem Abstieg der "Ersten", die in der regulären Saison Tabellenvorletzter gewesen war und die auch zwei Siege in Relegationsspielen nicht retten konnten, hätte zwangsabsteigen müssen.

So gut die Nachricht für die Gräfrather auch ist, sie bedeutet nun auch viel Arbeit. Denn Stand jetzt steht nur eine Rumpftruppe zur Verfügung, aus dem Drittliga-Kader hatten bislang nur Lena Beckers, Lisa Klanz, Nicole Muench und Shiona Pauly ihren Verbleib zugesichert. Durch die neue Situation könnten aber auch andere Spielerinnen bleiben, unter anderem Regisseurin Kira Bohlmann, die auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, dass man "in Gesprächen" sei.

Davon gibt es derzeit reichlich. Nach den ersten Telefonaten am Dienstagabend setzten sich gestern alle Beteiligten zusammen. Eines der "ganz vielen Themen", wie es Stefan Bögel, Geschäftsführer der neuen Spielbetriebs-GmbH, nennt, dürfte auch die Trainerfrage sein. Zuletzt hatte Ernie Meyer diesen Posten inne, als Nachfolger war ursprünglich Jörg Hermes auserkoren worden, nach dem Abstieg hieß es aber, er wolle sich dann doch "nur" um die Jugend kümmern. "Er ist bei uns ja jetzt schon in der Jugend aktiv", sagt Bögel. "Er hat sich mit der B-Jugend für die Nordrheinliga qualifiziert. Wie es weitergeht, müssen wir besprechen. Man kann in 24 Stunden nicht alles klären."

Er hatte am Dienstag die Mail des Deutschen Handball-Bundes (DHB) erhalten, die eine Eingliederung des HSV in die West-Staffel der dritten Liga aufgrund des Rückzugs der HSG Osterode/Harz mitteilte. Diese hatte als Tabellenneunter die Spielklasse zwar regulär gehalten, gab aber nun auf. Bis zum 31. Mai müssen die Vereine eine Bankbürgschaft beim DHB einreichen, auch die Gräfratherinnen, die eine dauerhafte besitzen, hatten das bereits getan. "Wir haben vorgearbeitet für den Fall der Fälle", erläutert Bögel.

Damit ist es natürlich noch nicht getan. "So ein Spielbetrieb ist nicht mal eben so in fünf Minuten gemacht", weiß der Geschäftsführer. "Alles, was wir sonst vor vier bis sechs Wochen angefangen hätten, müssen wir jetzt machen. Das ist schon eine ganz neue Situation." Auch für den bislang nur rudimentär vorhandenen Kader. "Wir werden alles versuchen, um eine Mannschaft hinzustellen, die nicht Kanonenfutter ist, die nicht noch mal absteigt." Aus der Reserve, deren Oberliga-Verbleib Bögel freut, weil sie die Klasse auch sportlich gehalten hatte, gäbe es "welche, die das Niveau haben, höher zu spielen".

Gefragt ist nun Manager Müller. "Wir sind am Rödeln", sagt der. "Es ist relativ spät, aber wir sind ambitioniert. Dramatisch wäre, wenn wir für alle uninteressant wären. Aber ich bin zuversichtlich, denn wir sind wieder eine Option, die wir als Oberligist vielleicht nicht waren. Und dass die Aufgabe hier nicht einfach werden würde, war mir klar, als ich den Posten übernommen habe."

Quelle: RP
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