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Handball
Gräfrather Duo steht vor großer Karriere

Handball: Gräfrather Duo steht vor großer Karriere
Die Schiedsrichterinnen Katharina Ebelnkamp (l.) und Alina Adenau sind durch ihren Aufstieg dem Deutschen Handball-Bund unterstellt. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Die 18-jährigen Handball-Schiedsrichterinnen Alina Adenau und Katharina Ebelnkamp pfeifen bereits Jugend-Bundesliga. Von Lars Hepp

Das vergangene Wochenende war für Alina Adenau und Katharina Ebelnkamp schon ein ganz besonderes. Die beiden 18-jährigen Schülerinnen leiteten ihre ersten Jugend-Bundesligapartien als Schiedsrichter. Am Samstag war das Duo in Leverkusen aktiv, am Sonntag ging es ins Oberbergische Nümbrecht. "Das waren schon tolle Erfahrungen, und wir freuen uns auf weitere Einsätze", berichten die talentierten Nachwuchs-Schiris aus dem Bergischen Handballkreis.

Vor drei Jahren begann die Karriere. Angesprochen vom Kreis-Schiedsrichterwart Knut Kolk begannen Alina und Katharina mit Jugendspielen auf Kreisebene. "Das war schon eine tolle Sache, so konnte man mit Spaß an der Sache sein Taschengeld aufbessern", erinnert sich Adenau. Doch ihr Talent blieb nicht verborgen, es folgte ein stetiger Aufstieg. Im zweiten und dritten Jahr wurde schon bis auf Verbandsebene gepfiffen, seit dieser Saison zählen die Solingerinnen zum weiblichen Jugend-Bundesliga-Kader. "Das ist für die beiden schon eine tolle Sache. Ich bin mir auch sehr sicher, dass ihr Weg noch nicht zu Ende sein wird", betont Kolk stolz. Durch den jüngsten Aufstieg sind Adenau und Ebelnkamp jetzt dem Deutschen Handball-Bund (DHB) unterstellt und nicht mehr zugriffsberechtigt für Kolk. "Ich werde ihren Weg aber weiter mit großem Interesse verfolgen und jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stehen."

Lob von höchster Stelle gab es aber auch schon, als die frühere Bundesliga-Schiedsrichterin Jutta Ehrmann-Wolf den beiden in Leverkusen eine starke Leistung bescheinigte. "Natürlich hat das gut getan. Schließlich investieren wir mittlerweile auch schon eine ganze Menge", meint Ebelnkamp. Fortbildungen, Lehrgänge und Videostudium zählen mittlerweile zum normalen Programm. "Wir verfolgen ein Ziel und wollen die Perspektive wahrnehmen", betont Ebelnkamp, die sich genau wie Adenau im letzten Schuljahr befindet. Beide gehen zur Friedrich-Albert-Lange-Schule und bereiten sich nun auf das Abitur vor. Während Ebelnkamp in Zukunft Medizin studieren möchte, hofft Adenau auf den Sprung zur Polizei.

Und darin steckt auch schon wieder ein großes Problem, unter Umständen ist die Zukunft des Schiedsrichterpaares gefährdet. "Wenn Katharina oder ich nach dem Abitur wegziehen müssen, dann wird es schwierig mit dem Pfeifen", betont Adenau, die selber noch parallel in der Oberliga-A-Jugend des HSV Gräfrath als Rückraumspielerin aktiv ist. In gewissen Phasen helfe das eigene Spielverständnis schon sehr, sich in die anderen Spielerinnen hineinzuversetzen und Situationen zu erkennen. Ebelnkamp musste vor gut zwei Jahren, in der gleichen Mannschaft spielend, ihr Mitwirken wegen einer schwerwiegenden Schulterverletzung einstellen. "Da hat es sich einfach angeboten, die Pfeiferei zu intensivieren. Und ich möchte unbedingt mit Alina weitermachen", stellt sie klar. Eine Freundschaft ist daraus entstanden, dennoch sei die nötige Distanz gegeben. Und auf die Frage, wer beim Pfeifen die Hosen trägt, sind sich beide unabhängig voneinander einig. "Katharina ist eher der böse Bulle, sie zeigt schneller Zeitstrafen", weiß Adenau, die sich selber mehr auf die Spieler einlässt. Im Übrigen hat das Duo in der Vergangenheit lieber Jungen gepfiffen, laut Ebelnkamp würden die Jungs die Entscheidungen eher akzeptieren.

Im vergangenen Jahr trafen sie in Dortmund die Bundesliga-Schiedsrichterinnen Metz/Schihld, es folgte eine inspirierender Austausch. "Das hat uns richtig gut gefallen, und da würden wir auch gerne hinkommen", sagen die beiden unisono. Zwar liegt noch ein langer Weg vor ihnen, doch auch Kolk kann Mut zusprechen: "Die zwei haben sehr gute Chancen, im weiblichen Bereich eine Karriere einzuschlagen. Im Moment ist man beim DHB auf der Suche nach genau solchen Schiedsrichterinnen."

Quelle: RP
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