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Lokalsport
Hermann setzt auf "Dirty Grandpa"

Solingen. Vor etwa 100 Fans hat sich das Team des Bergischen HC in der Sparkasse bei einer launigen Veranstaltung vorgestellt. Von Thomas Rademacher

Yvonne Peterwerth ist bestens vorbereitet auf den Bergischen HC. Die Moderatorin der Mannschaftspräsentation in der Solinger Sparkasse weiß zum Beispiel, dass Max Hermann Pokemons fängt. "Ich möchte ja gar nicht wissen, wo das wieder herkommt", sagt der Linkshänder leicht verlegen. Aber der Bundesliga-Profi steht dazu. "Meine Freundin hat mich dazu überredet", erläutert er. Und dann sei er eben auch nicht mehr davon losgekommen.

Informationen, wie diese, heitern die Veranstaltung ungemein auf. Es geht zwar in der Hauptsache um den Sport, die Ziele in der Bundesliga und die absolvierte Vorbereitung, doch ein bisschen was Privates interessiert natürlich. Max Hermanns Zwillingsbruder Alexander zum Beispiel ist der neue Videowart der Mannschaft. Als dieser gilt es, die passenden Filme für Auswärtsfahrten herauszusuchen. Was er denn vorführen werde ? "Dirty Grandpa am Anfang. Erstmal gilt es, etwas Stimmung hineinzubringen. Danach schauen wir mal", sagt der Rückraumspieler.

Aus fast allen Spielern kitzelt Peterwerth etwas hinaus. Nur aus Fabian Gutbrod nicht, der beim vorgeheneden Training etwas abbekommen hat und deshalb fehlt. Die Kurzfassung: Torhüter Björgvin Gustavssson ist für die Kultur zuständig, Linksaußen Christian Hoße hat in den Niederlanden geheiratet, weil es sein liebstes Urlaubsziel ist, Jan Artmann ist froh nicht mehr Videowart zu sein. Anscheinend waren doch nicht immer alle zufrieden. "Es ist schwer, alle Geschmäcker unter einen Hut zu bringen", begründet Artmann. Fortan muss sich der Rechtshänder um die Leibchen kümmern. Ace Jonovski muss dafür sorgen, dass alle mit Duschgel versorgt sind, Zugang Tomas Babak wählt die Kabinenmusik aus, Kristian Nippes ist für das Bier zuständig.

Jeder Spieler übernimmt traditionell ein Amt innerhalb der Truppe. Die Ältesten dürfen zuerst auswählen, der Jüngste muss nehmen, was übrig bleibt. Das Wasser will freilich keiner tragen. Aber nicht nur darum geht es im Gespräch mit den Spielern. Die Fans erfahren zudem, dass Arnor Gunnarsson in einer großen isländische Wohngemeinschaft mit Björgvin Gustavsson wohnt. "Das ist herrlich. So können unsere Kinder immer zusammen spielen", meint der Linkshänder. Apropos spielen. Ein großer Playstation-Freund ist Nils Artmann. Mit seinem Bruder und Fabian Gutbrod bleibt das Gerät auch mal länger an. "Wie lange hängt davon ab, wann das Training beginnt."

Freilich geht es auch ernster zu. Vor allem in der abschließenden Gesprächsrunde mit Trainer Sebastian Hinze, Geschäftsführer Philipp Tychy, dem Sportlichen Leiter Viktor Szilágyi und Sparkassen-Chef Stefan Grunwald geht es um Sport. "Ich habe ein sehr, sehr gutes Gefühl", sagt Hinze über die Vorbereitung. "In jedem Training standen mir mindestens zwölf Spieler zur Verfügung. Die Jungs haben es mir einfach gemacht, weil alle voll mitgezogen haben." Als größtes sportliches Ziel nennt der Coach den Klassenerhalt. "Aber wir werden uns je nach Situation Zwischenziele setzen."

Tychy sieht freilich nicht nur die sportliche Leistung, sondern möchte die Gesamtentwicklung des Vereins weiter voranbringen. "Auf die Entwicklung in den letzten vier Jahren kann man stolz sein", sagt der Geschäftsführer. Doch der Prozess sei noch nicht beendet. Vier Säulen gelte es weiter zu entwickeln. "Der sportliche und wirtschaftliche Bereich, die Infrastruktur und die Jugendarbeit." Tychy hofft, auch in dieser Saison wieder die Geschlossenheit zu spüren, die den Klub im vorigen Jahr so stark gemacht hat - und im übrigen auch durch eine sehr schwere Phase gebracht hat.

Viktor Szilágyi gehörte zu den entscheidenden Faktoren, warum der Klassenerhalt noch geglückt ist. Jetzt ist er ehemalige Kapitän Sportlicher Leiter. Er habe sich gut eingearbeitet, stellt der Österreicher klar. Am Training nimmt er aber weiterhin teil. "Nur um mich fit zu halten. Bei den Waldläufen hatte ich zufällig aber immer etwas anderes vor."

Stefan Grunwald lobt vor allem die kontinuierliche Arbeit des BHC. "Ich bin seit Anfang 2013 in Solingen und habe die stetige Entwicklung miterlebt. Das betrifft nicht nur die sportlichen Leistungen, sondern auch das Management. Der BHC ist ein Aushängeschild", sagt der Gastgeber der Veranstaltung. Als Dank überreicht Tychy dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse das neue Trikot. Es ist wieder dunkelblau, nachdem das Team in der Saison 2015/16 erstmalig in hellblau angetreten ist.

Quelle: RP
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