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Handball
HSV fängt sich eine böse Klatsche

Handball: HSV fängt sich eine böse Klatsche
Nicole Münch (links) war mit fünf Toren die erfolgreichste Werferin des HSV gegen Gedern/Nidda. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Das Heimspiel gegen die HSG Gedern/Nidda ist bestens besucht, doch das scheint die Gräfrather Drittliga-Handballerinnen eher zu hemmen: Sie verlieren mit 22:33 unnötig hoch. Von Georg Amend

HSV Gräfrath - HSG Gedern/Nidda (Frauen) 22:33 (13:15). Als die Drittliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda gestern Abend im Kreis tanzten, "Auswärtssieg, Auswärtssieg" riefen und sich von ihren zahlreichen Fans bejubeln ließen, lag Kamila Caluzynska mit dem Rücken auf dem Boden der Klingenhalle und musste die Beine auf der Bank hochlegen. Die Spielmacherin des HSV Gräfrath hatte in der letzten Viertelstunde der Partie noch einmal alles aus sich herausgeholt, doch nun machte der Kreislauf nicht mehr mit. Nur eine Trainingseinheit hatte sie in den vergangenen zwei Wochen aufgrund einer schweren Grippe absolvieren können, dass sie noch nicht wieder vollständig genesen ist, was gestern Abend eindeutig zu sehen.

Daran lag es aber nicht, dass der HSV eine so böse Klatsche kassierte. Vielmehr waren technische Fehler der gesamten Mannschaft in der zweiten Halbzeit, unplatzierte Würfe und ein eklatant schwaches Überzahlspiel ausschlaggebend dafür, dass die Gräfratherinnen alsbald die Köpfe hängenließen und dem Kontrahenten so einen derart hohen Sieg ermöglichten. "Ich habe in der letzten Auszeit gesagt, dass es nicht hätte sein müssen, dass wir uns so abschlachten lassen", meinte Trainer Helmut Menzel.

Stimmt, denn zur Pause hatte sein Team lediglich mit zwei Toren hinten gelegen, doch dann kam die verhängnisvolle Überzahlproblematik: Drei Zeitstrafen kassierte Gedern/Nidda in Folge, der HSV war also sechs Minuten in Überzahl - und machte darauf gerade einmal ein Törchen. Das lähmte die Gräfratherinnen irgendwie. "Ich hatte das Gefühl, dass einige gehemmt waren und Angst hatten, Fehler zu machen", sagte Menzel. "Das geht dann natürlich nach hinten los. Es war eine gewisse Verunsicherung da, obwohl wir in den letzten drei Spielen deutlich besser gespielt haben und gar keinen Grund zur Verunsicherung hatten." So suchte der Trainer nach einem anderen Ansatz und dachte an die mit rund 300 Besuchern besetzte Haupttribüne: "Man hat einen Sieg von uns erwartet, die Halle war so gut besucht wie noch nie - das war eine Drucksituation, mit der einige vielleicht nicht gut umgehen konnten." Namen nannte er nicht.

Der Übungsleiter wollte sich aber auch nicht zu lange an der Klatsche aufhalten: "Ich habe vorher schon gesagt: Unabhängig ob Sieg oder Niederlage, für uns ändert sich nichts. Wir müssen möglichst gegen alle Punkte holen. Am besten schon als nächstes in Bascharage. Da müssen wir wieder unser Spiel spielen - nicht so wie heute. Wir müssen jetzt den Mund abputzen, weiter geht's." Bleibt zu hoffen, dass Caluzynska dann wieder vollständig genesen ist.

Quelle: RP
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