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HSV Gräfrath braucht ein neues Gerüst

Handball: HSV Gräfrath braucht ein neues Gerüst
FOTO: imago sportfotodienst
Solingen. Der Vorsitzende ist zurückgetreten, der Sponsor will nicht mehr - und es fehlt ein Trainer für die Drittliga-Damen. Von Georg Amend

Stefan Clauberg machte gestern Nägeln mit Köpfen: "Hiermit trete ich mit sofortiger Wirkung vom Amt des ersten Vorsitzenden des HSV Gräfrath zurück. Ich danke euch für die schöne Zeit", schrieb er an den Vorstand. Damit ist der Klub auf einer weiteren wichtigen Position unbesetzt, nachdem schon der Trainerposten für die Drittliga-Handballerinnen vakant ist. Clauberg war erst im Februar auf einer Mitgliederversammlung gewählt worden. Diese hatte er besucht, weil seine Tochter Mitglied im HSV ist und er so ein Stimmrecht für sie hatte. "Da sollte ein neuer Vorstand gewählt werden, und wenn sich keiner melden würde, würde der Verein über ein Gericht verwaltet und im Prinzip aufgelöst werden. Da habe ich gesagt: ,Okay, ich mach's.'", schildert Clauberg, der selbst nicht Mitglied ist.

Der 49-jährige zweifache Familienvater, der als Rettungsassistent im Bergisch-Rheinischen Kreis tätig ist, gibt "persönliche und berufliche Gründe" für seinen Rücktritt an. Seine bisherige Stellvertreterin, Julia Spitzer, die nun in die erste Reihe rücken muss, meint dazu: "Es gab ziemlich viele Differenzen. Ich denke, es war seine Art, damit umzugehen, mit diesem ganzen Theater." Wie es mit dem HSV weitergeht, kann Spitzer noch nicht sagen: "Dafür ist das alles noch zu frisch".

Die Personalien Vorsitzender und Trainer der ersten Damenmannschaft sind aber nicht die einzigen Baustellen des Klubs. Immerhin haben sich die Mitglieder zuletzt gegen ein Konzept mit Mäzen Michael Kölker (Forst AG) ausgesprochen und ihn dadurch so vergrätzt, dass er mit dem HSV nicht mehr zusammenarbeiten möchte. "Es sind in der Vergangenheit Dinge geschehen", sagt Spitzer, "wo es jetzt hieß: ,So machen wir es nicht mehr, so wollen wir es nicht mehr'. Deshalb haben wir die Mitgliederversammlung gemacht, wo wir die verschiedenen Dinge vorgestellt haben." Gemeint ist ein neues Konzept in der Zusammenarbeit mit Kölker, das eine Ausweitung seiner Stimmanteile von derzeit 49 Prozent vorsah - er hätte so die absolute Mehrheit gehabt. "Wir haben uns lange einen Kopf gemacht: ,Was will Herr Kölker, was wollen wir?'", erklärt Spitzer. "Das wollten wir nicht alleine entscheiden und Rückendeckung der Mitglieder haben. Und die haben einstimmig entschieden." Das Konzept mit Kölker abzulehnen.

Ob es auch ohne den Mäzen, der weiterhin daran interessiert ist, die Lizenz für die Dritte Liga der Frauen zu bekommen ("Ich habe dem Vorstand schon Anfang des Jahres gesagt: ,Übertragt mir die Lizenz für einen neu zu gründenden Verein'.") Profi-Handball im HSV geben kann, bleibt abzuwarten. "Wir sind nicht so naiv da reingegangen, dass wir nicht wüssten, was wir zu tun haben", betont Spitzer. "Wir haben unsere Fühler nach Sponsoren ausgestreckt und sind auf einem guten Weg."

Quelle: RP
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