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Handball
HSV Gräfrath gelingt die Sensation

Solingen. Die bislang punktlosen Drittliga-Handballerinnen holen ein 30:30 gegen Top-Favorit Leverkusen II. Von Lars Hepp

HSV Gräfrath - TSV Bayer 04 Leverkusen II (Frauen) 30:30 (15:14). Fast schon sensationell war der Auftritt, den die Handballerinnen des HSV Gräfrath da am gestrigen Abend vor gut 200 Zuschauern hinlegten. In der Drittliga-Partie erkämpfte sich die Mannschaft ein Unentschieden gegen das Spitzenteam aus Leverkusen. "Hätte man mir im Vorfeld der Begegnung einen Punkt angeboten, ich hätte diesen auch sofort angenommen. Sicherlich hatten wir im gesamten Spielverlauf auch die Chance auf den ersten Saisonsieg. Dennoch können wir auf diesem Remis aufbauen und sollten für die kommenden Aufgaben eine ganze Menge Kraft daraus ziehen", sagte Trainer Elmar Müller, der vor allem mit der kämpferischen Vorstellung der gesamten Truppe absolut zufrieden war.

Die Gräfrather Frauen fanden hervorragend in die Begegnung, über 8:4 setzten sich die Gastgeberinnen auf 11:5 (18. Minute) ab. Die Abwehr stand stabil, Torhüterin Sabrina Romeike erwischte gegen ihren ehemaligen Verein einen guten Tag. Erst in den letzten Minuten von Durchgang eins schlich sich so ein wenig Sand ins HSV-Getriebe, weil auch Spielmacherin Kira Bohlmann eine Pause benötigte. Beim Seitenwechsel war der Favorit wieder in Schlagdistanz, und viele der Zuschauer dachten sich, dass die Klasse der Gäste nun zum Ausdruck kommen würde. Das war aber überhaupt nicht der Fall. Die HSV-Akteure hielten dem Ansturm des Kontrahenten stand, auch weil die Leihgaben aus der zweiten Mannschaft sich nahtlos positiv einfügten. Kathrin Frielingsdorf und Franziska Penz überzeugten bei ihrem Drittliga-Debüt in dieser Runde, und spielten sich gleichzeitig auch so ein wenig den Frust von der Seele, den es im Moment zweifelsohne beim Oberliga-Schlusslicht gibt.

Neun Minuten vor dem Abpfiff der Drittliga-Partie führte der Außenseiter immer noch scheinbar komfortabel mit 27:23. Doch die konditionell sehr starken Leverkusenerinnen holten Tor um Tor auf, der überragenden Lisa Schmidt gelang mit dem Schlusspfiff dann noch der Ausgleichstreffer zum 30:30 durch einen verwandelten Siebenmeter. Lena Beckers hatte kurz zuvor gefoult, und nach den neuen Regeln entsprechend musste somit auf Strafwurf entschieden werden.

Ebenfalls einen guten Schritt nach vorne machte die dänische Rückraumspielerin Mie Isaksen, der gestern fünf Treffer gelangen. In jedem Fall war dieser Auftritt Balsam für die gesamte HSV-Seele, die anstehende Begegnung beim direkten Konkurrenten Borussia Dortmund II kann nun kommen. "Die Mädels haben heute gesehen, was möglich ist. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen", kündigte Müller an.

Quelle: RP
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