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Handball
HSV Gräfrath vergeigt den Saisonstart völlig

Handball: HSV Gräfrath vergeigt den Saisonstart völlig
Kein Durchkommen für Ivona Vasilevic und den HSV Gräfrath gegen Aldekerk. Die Kreisläuferin sah noch die rote Karten wegen der dritten Zeitstrafe. FOTO: Kempner
Solingen. Mit 22:32 verlieren die Drittliga-Handballerinnen ihr Heimspiel gegen Aufsteiger Aldekerk überaus deutlich. Teammanager Müller beruhigt. Von Georg Amend

Entweder gab es gestern in der Sporthalle Kannenhof einen ganz starken Aufsteiger in die dritte Handball-Liga der Frauen zu sehen, oder einen ganz schwachen HSV Gräfrath. In jedem Fall feierte der TV Aldekerk einen auch in der Höhe völlig verdienten 32:22 (15:12)-Sieg in Solingen, die Gäste waren in allen Belangen überlegen. Nur einmal führte der HSV, als Spielertrainerin Nicole Münch das 2:1 erzielte. Ab da schlichen sich aber so viele Fehler in den Angriff der Gräfratherinnen, die Aldekerks junge und ungemein schnelle Mannschaft eiskalt bestrafte und so leichtes Spiel hatte.

Zur Pause hatte es noch nicht nach dem letztendlichen Debakel ausgesehen, der Drei-Tore-Rückstand war durchaus zu verkraften. Doch dann erlaubten sich die HSV-Frauen eine wahre Zeitstrafen-Flut, mit der es schwer ist, ein Spiel zu gewinnen. Ein Beispiel: Mie Norup Isaksen, die auch noch deutliches Steigerungspotenzial hat, brachte die Gräfratherinnen auf 16:18 heran, doch im nächsten Aldekerker Angriff foulte Lena Beckers die gegnerische Außenspielerin Lea Bleckmann - es gab Siebenmeter und eine Zeitstrafe, die Aldekerk weidlich nutzte, um auf 21:16 davonzuziehen. Auch die Schachzüge von Teammanager Elmar Müller, ab und an mit der siebten Feldspielerin zu agieren, verpufften allzu oft, weil sich der HSV entweder eine Zeitstrafe - Kreisläuferin Ivona Vasilevic erhielt sogar drei und musste vorzeitig vom Feld - einhandelte, oder im Abschluss zu ungenau war. Aldekerks Torhüterin Tugce Cengiz hatte zwar auch einen guten Tag erwischt, wurde aber auch ein ums andere Mal "abgeschossen". Dem Aufsteiger wurde es so nicht wirklich schwer gemacht, das Tempospiel mit seinen Gegenstößen konsequent zu Ende zu spielen und das Ergebnis hochzuschrauben.

Teammanager Müller war nach der Partie trotz des hohen Resultats ruhig. "Wenn wir in der ersten Halbzeit nicht so viele leichtfertige Fehler machen, haben wir die Chance, mit einer Führung in die Pause zu gehen." Stimmt, aber die Fehler - hier mal Schritte, da ein Fehlpass, ein Tritt in den Kreis und so weiter - waren nun einmal passiert. Müller: "Die Automatismen sind noch lange nicht da. Das ist der mangelnden Vorbereitung geschuldet. Wir müssen auch im individuellen Bereich weiter arbeiten. Es war klar, dass wir keine fertigen Spielerinnen bekommen. In Anbetracht dessen sah das gar nicht mal so schlecht aus." Eine andere Meinung dürfte nach diesem schwachen Auftritt des HSV aber auch zulässig sein. Immerhin gab der Teammanager auch unumwunden zu: "Was uns klar das Genick gebrochen hat, war die Riesenanzahl an Zeitstrafen." Sechs Mal mussten seine Spielerinnen auf die Bank, die Gäste nur drei Mal.

Müller betonte indes, er wolle sich auf das Positive konzentrieren, wenn alle Spielerinnen wieder an Bord seien, sei er "guter Dinge". Dass es in der Liga nach dem Umbruch nicht einfach für den HSV werden würde, sei allen bewusst. "Es war uns allen klar, dass es auch Mannschaften geben wird, wo wir noch größere Klatschen kriegen." Das ist nach der ersten im ersten Saisonspiel eine düstere Aussicht.

Quelle: RP
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