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Sportpolitik
"Ich war sozusagen der Erste der Chancenlosen"

Sportpolitik: "Ich war sozusagen der Erste der Chancenlosen"
Bei der Arbeit: Sascha Staat (rechts) mit dem "Welthandballer des Jahrhunderts", Schwedens Magnus Wislander, bei der EM in Polen. FOTO: Sascha Klahn
Solingen. Der Solinger Sascha Staat ist mit dem renommierten Herbert-Zimmermann-Preis für Hörfunk ausgezeichnet worden. Von Georg Amend

Große Ehre für Sascha Staat: Der Solinger ist vom Verband deutscher Sportjournalisten ausgezeichnet worden. Für Folge 94 seines Handball-Podcasts - eine Internet-Sendung - "Kreis Ab" wurde er mit dem dritten Platz des renommierten Herbert-Zimmermann-Preises für Hörfunk 2015 bedacht, "in Anerkennung der hervorragenden beruflichen Leistung".

"Ich hätte nie damit gerechnet, dass die sagen: Sie gehören zu den Gewinnern", berichtet Staat im Gespräch mit unserer Redaktion, für die er unter anderem auch von der Handball-Weltmeisterschaft in Katar oder der -Europameisterschaft in Polen berichtet hat. "Es war überraschend, überhaupt nominiert worden zu sein. Es ist das erste Mal, dass jemand mit einem Podcast nominiert wurde. Normalerweise hat man gegen die Öffentlich-Rechtlichen und den Fußball keine Chance. Ich war sozusagen der Erste der Chancenlosen."

Der heute 36-Jährige hatte mit 19 Jahren bei Radio RSG angefangen, bevor er sich mit der eigenen Sendung "Overtime" der damaligen SG Solingen widmete. "Als die Digitalisierung Anfang der 2000er startete, habe ich die Sachen schon ins Internet hochgeladen, zwei Mal im Monat. Das war quasi schon ein Podcast unter ganz anderen Voraussetzungen", erinnert sich Staat, der sich im Jahr 2002 allerdings erst einmal aus dem Journalismus zurückzog. Seit 2004 arbeitet er freiberuflich bei Electronic Arts, wo er Internetseiten für Profisportler erstellt.

Ende 2013 startete Staat seinen Podcast "Kreis Ab", der sich in Fachkreisen großer Beliebtheit erfreut. Handball-Trainer, -Manager und natürlich auch -Spieler kennen die Sendung, die eine knappe Stunde dauert. Die nun ausgezeichnete Folge hatte unter anderem das Nachholspiel im DHB-Pokal zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der MT Melsungen zum Inhalt, als Gäste waren zum Beispiel der DHB-Delegierte des Kampfgerichts vom ersten Duell zwischen den beiden, Melsungens Anwalt sowie Balingens Manager Wolfgang Strobl dabei, der gerade den Trainer entlassen hatte. In München erhielt Staat am Montagabend die Urkunde für den mit 1000 Euro dotierten dritten Platz, der allerdings geteilt ist. Das stört den Solinger indes nicht: "Journalistisch gesehen wäre der erste Platz das höchste gewesen, was ich in Deutschland mit dem, was ich tue erreichen kann. Der dritte Platz ist eine große Ehre, vor allem weil in der Jury unter anderem mit Sabine Töpperwien oder Jonas Reckermann Leute sitzen, die sich im Sport und in der Medienwelt auskennen."

Quelle: RP
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